Baby

Durch die Schwangerschaft, die ich so eng erleben darf, ist die Babysehnsucht wieder sehr stark. Ich habe mich gestern noch durch die Fotos der frischgeborenen kleinen Kinder geklickt und die waren ja mal soooo klein und weich und wunderbar. Ich merke, dass ich die Neugeborenenfotos der großen Tochter mit Widerwillen betrachte. Ich sehe den riesigen blauen Fleck auf der Stirn und die Erinnerung ist so stark. Erinnerung an eine Sache, die ich nicht miterleben durfte. Ich weiß nicht, ob sie runtergefallen ist. Oder ob sie beim Kaiserschnitt verletzt wurde. Oder was sie mit ihr gemacht haben… Ich weiß es nicht und es schmerzt immer noch sehr.

Aber die Fotos, die in der Zeit danach entstanden, besänftigen wieder. Dieser Zauber des ersten Kindes, dieses Wunder, diese Ehrfurcht… Es ist unglaublich. Und so anders das mit jeder Geburt ist, der Zauber ist ein anderer, aber nicht weniger mystisch.

Es ist die dichteste Erfahrung, die man im Leben machen kann.

Geburt.

Gebären, Leben schenken.

Selber neu geboren werden.

Und die Sehnsucht regt sich. Nicht, dass sie jemals weg war. Aber die letzten positiven Schwangerschaftstests waren kein gutes Omen für mich.

Man kann an diese Sache nicht locker rangehen. Das ist Schwachsinn. Sich vorzunehmen, locker zu sein ist … Unsinn. Und diese wunderbare Schwangerschaft “nebenan” ist aber trotzdem so. Und sie gibt mir jeden Tag so ein Stückchen Leichtigkeit. Dieser Zauber ergreift mich.
Und wo nur dunkle Gedanken waren, bahnen sich nun Lichtstrahlen ihren Weg. Ich erkenne, warum das so gut und sinnvoll war, dass der Zeitpunkt nicht gleich war.

Weil ich erst noch Vertrauen fassen darf.
Ein Geschenk der Hoffnung.

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