Papamotte

Der Mann muss arbeiten. Außer Haus. Das ist soweit gut und okay. Aber das Mottenkind ist krank. Richtig krank. Die ohnehin starke Fixierung auf den Papa vervielfacht sich in dieser Zeit.
Wacht sie morgens auf, sieht sie sich im Bett um, schluchzt auf und tapst verschlafen zur Haustür, um daran zu wackeln und “Papaaa” zu weinen. Es ist grausam für mich als Mutter, dass ich das nicht auffangen kann.

Es macht mich frustriert und wütend und hilflos. So hilflos.

Gestern war der große hübsche Mann morgens noch da, als die Motte aufwachte und es war, als hätte man ihr was ins Essen getan. Krank wie sie war, hoppste sie hier herum, quietschte hier entzückt und lachte da ein bisschen und freute sich. Ich dachte, ich seh nicht richtig.
Kaum war der Papa aus der Tür, hatte ich meine Maule-Motte wieder. Inklusive Herzschmerz, weil der Papa nicht da war. Ich kann das nur aushalten, nicht auffangen.

Heute also wieder Arztbesuch wegen stark verklebter Augen und Ohrenschmerzen. Der Mann und die Motte. Nicht ich. Sofern das alles klappt, nimmt er sich heute und morgen zwei der Krankheitstage, die ihm zustehen und kuriert die Motte aus.
Manchmal gehts nicht anders, auch wenn ich das gern allein schaffen würde. Dankbar, dass der große Mann mithilft.

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