Ich weiß, wenn ich die Wälle wieder hochziehe und mich abhärte, wird das auch auf den Kobold wirken. Er muss momentan nicht hart sein, er darf ganz weich sein. Aber so kann ich ihn nicht in die Welt schicken.
Er braucht Grenzen. Enge Grenzen, die Stabilität und Sicherheit versprechen. Einen bis ins Kleinste durchgeplanten und geregelten Tagesablauf. Meine Härte, von der er zehren kann. Die auch auf ihn überspringt. Und so sehr mir das zuwider ist, so nötig scheint es zu sein. Ich will das nicht. Der größte Teil meiner Selbst möchte schreiend davon laufen, weil das nicht das ist, was ich will. Ich war doch so lange Jahre so. Und ich habe nicht das Gefühl, dass es schon Zeit für den Kobold ist. Vielleicht irre ich. Allein der Gedanke treibt mir Tränen in die Augen.
Aber vielleicht irre ich. Vielleicht sind wir an diesem ersten Punkt, an dem ich mich abgrenzen muss. An dem die Grenze nicht mehr weich und fließend sein darf zwischen uns. Sondern hart und abgrenzend. Ein Du und ein Ich. Kein Wir mehr.
Er ist mein besonderes Kind. Mein Kobold. Mein Baby. Ich will das nicht.