Die Woche war so kurz wie erschöpfend bisher.
„Komm, wir kaufen eine Kerze. Eine ganz besondere. Nur für sie. Und die zünden wir einfach immer an, wenn wir an sie denken.“ Ich sah das Tochterkind leicht verstört an. Ich kann schlecht rund um die Uhr eine blöde Kerze brennen lassen. Stunden später erst wurde mir klar, dass sie und ich uns ganz grundlegend in der Verarbeitung des Todes unterscheiden. Ich habe das damals schon mit dem Mann festgestellt, dass es an eine sehr schmerzhafte Grenze führt, Trauerbewältigungsarten zu vergleichen. Er ging zur Arbeit, machte weiter, während ich mitten im Supermarkt beim Einkaufen weinend zusammenbrach und weder vor noch zurück konnte.
Bleibt immer die Frage, was man tun würde, würde man für einen kurzen Moment Gottes Macht in Händen halten. Würde man die Zeit zurückdrehen? Wo die Antwort so klar scheint, dass man nicht auch nur einen einzigen Gedanken daran verschwenden würde, kreisen meine Gedanken. Würde man? Würde man wirklich? Wäre das gut? Ich weigere mich, noch weiter darüber nachzudenken, weil es mich an eine Grenze meiner Demut führt, die zu durchbrechen bedeuten würde, restlos alles in Frage zu stellen.
Ich sehe mein hüpfendes lachendes Kind, das nur ab und an zur Ruhe kommt und wie aus heiterem Himmel den Namen seiner Freundin nennt, während ich das Tal der Erinnerungen durchschreite und mir bitter bewusst wird, dass die Zeit tatsächlich Wunden heilt.
Dass die Narben aber nicht weniger schmerzen.