Es ist zu heiß. Dabei ist es nicht mal heiß. Nur schwül und drückend und bah und ich will Regen und Kühle und dass alles so ist wie noch letzte Woche. (und Panama – Panama riecht nach Bananen…)
Es kommt mir vor, als ob alle Menschen außer mir bewegliche anmutige Gazellen wären und ich bin der Riesenpottwal an Land. Mit Asthma.
Mein Bauchumfang sprengt so ziemlich alles und der Mann sagt mir auf Spaziergängen (auf denen mich Schnecken überholen) so Dinge wie: Das ist ein süßes kleines Schwangerschaftsbäuchlein.
Ich sehe an mir runter, an diesem Fass von Bauch, das angeblich nur Gebärmutter, Fruchtwasser und ein winziges Baby enthält und kann nur ahnen, wo meine Füße sind, die vermutlich so von Wasser angeschwollen sind, dass ich in der Wüste damit 3 Wochen überleben könnte – wie ein Kamel, nur ohne Höcker. Dafür mit Wöcheln.
Der Mann ist beim Training – noch so ein Stachel – und bewegt sich… (obwohl ich persönlich jeden Gegner einfach plattwalzen würde, Energie hin oder her)… während ich mich selbst geißele und Videos von durchtrainierten Frauen ansehe, die auch noch singen können. Oder nicht singen können, dafür aber hammermäßig lange Beine auf Stühle stellen und dabei zum Niederknien aussehen.
Ich denke an meine Wöchel und daran, wie lange ich sitzen könnte, bevor der Stuhl unter mir einfach zusammenbrechen würde. Vermutlich würde der Mann dann etwas über die minderwertige Qualität von Stühlen im Allgemeinen von sich geben und mich damit noch wütender machen.
Ich atme nicht mehr, ich schnaufe. Ich hasse schnaufende Menschen. Ich habe 15 Kilo abgenommen, weil ich jeden Tag kotzen muss und schnaufe, als hätte ich im letzten halben Jahr zwei Zentner Gewicht zugelegt. Ich finde das unfair. Und doof.
In meiner Phantasie sind schwangere Frauen losgelöste ätherische Wesen, die mit offenen Haaren in Sommerkleidchen über Wiesen schweben und geradezu überirdisch schön von innen heraus strahlen.
Ich stampfe dann mal hinter ihnen her und kotze die Wiese voll.