Beinahe…

Beinahe etwas ganz ganz Böses gesagt.
Beinahe nicht rechtzeitig meine Selbstbeherrschung zurückgewonnen.
Beinahe weich geworden.
Beinahe zu wütend geworden.
Beinahe aus der Haut gefahren.

Geschafft, abzuwarten.
Es brodelt, es wütet, es tobt in mir.
Ich werde nicht denselben Fehler machen wie meine Eltern.

Ich werde auch nicht das Gegenteil dessen tun, was meine Eltern gemacht haben.
Ich kann will und werde meinen eigenen Weg finden, damit umzugehen.
Und sie ist alt genug, auch man einen Moment alleine dazustehen.

Wer Mist macht, darf auch einen Moment darin sitzen bleiben.
Wütend, enttäuscht, traurig… bleibt die Frage, was sie davon sehen darf.

Sinnlich

Es ist diese Stelle, diese eine … hinten im Nacken, an der der Bragi, wenn er gerade aufgewacht ist, nach einer Mischung aus Poffertjes und frischer Zuckerwatte riecht…

Arche Noah

Das kranke Kind darf Arche Noah als Musical kucken.

Männlein und Weiblein finden sich jeweils, indem sie fetzige romantische Balladen füreinander trällern.
Gott ist ein Stern, der pulsiert, wenn er spricht.

Noah singt nicht.
Die, die ertrinken müssen, singen auch nicht.
Ist vielleicht auch besser.

Noahs Frau ist eine ziemliche Ziege. Ich kenne den Schluss noch nicht, aber ich denke, er wird sie nicht mitnehmen.
Jetzt verhaut sie ihn gerade mit dem Besen, weil er mit Gott spricht…

[Ich würd sie dalassen…]

Verwundet

Traue mich kaum zu schreiben, weil es eine Grenze, eine andere, eine fremde, verletzen könnte. Mache die ersten zaghaften Schritte nach vorne und hoffe inständig, dass wir den Weg weitergehen können.

Vielleicht sind es gar nicht die großen gewaltigen Dinge und Geschehnisse, die eine Beziehung für immer verändern, die Rollen tauschen, in denen man sich jahrelang so wunderbar eingefunden hat… vielleicht braucht es bloß eine Stunde, eine Welt auf den Kopf zu stellen und sie neu betreten zu müssen, wie man sie zuvor noch nie betreten hat.

Falsche Entscheidungen sind nicht rückgängig zu machen, man muss mit ihnen leben oder sterben. Solange der Tod keine Wahlmöglichkeit darstellt, muss man sich arrangieren.
Schuldgefühle, auf ganzer Linie. Hätte ich doch nur, wäre ich doch nur früher dort gewesen, wäre ich nur dageblieben…

Kenne meine Rolle nicht mehr, meine Aufgabe und merke doch, wie nach nun fast zwei Wochen die Aufmerksamkeit langsam nachlässt und die Müdigkeit kommt. Vertauschte Rollen, so kommt es mir vor und ich fühle mich so falsch..

Die Achtsamkeit fordert meine ganze Konzentration und ich frage mich, wie tief die Wunde ist. Wie stark die Verletzung.
Ob sie die Seele erreicht hat.

Traue mich nicht, in die Vergangenheit zu blicken, weil ich werten würde.
Von mir wird erwartet, diese Dinge einfach auszuhalten. Schmerz, Hilflosigkeit, gehört ja dazu, ist ja natürlich. Ich werde damit allein gelassen bis es nicht mehr anders geht. Für sich selber beansprucht man eine ganz andere Behandlung und bekommt sie natürlich auch, denn ich bin nunmal niemand, der andere Menschen im Stich lässt, wenn es ihnen schlecht geht.

Auch noch auf der Flucht vor mir selber.
Und gleichzeitig Fels in der Brandung.

Hilflos.

Selten…

…habe ich mich über Blut so gefreut.

Der Alptraum hat endlich ein Ende.

Und ich habe in aller nur denkbaren Deutlichkeit erfahren, dass, obwohl ich dieses Kind ausgetragen hätte und es genauso willkommen und geliebt wäre wie alle anderen Kinder, ich die richtige Entscheidung getroffen habe.
Ich habe keine Kraft mehr, mit noch einem weiteren Kind alleingelassen zu werden.

Erleichterung, auf ganzer Ebene.

Dafür ein, zwei neue Baustellen, die nun aber in etwas hellerem Licht.