Instabil

Diese eine Stelle am Hals, direkt unter dem Kehlkopf, die schon so oft zugedrückt wurde…

Was als Zärtlichkeitsbekundung anfing, mitten im Begrüßungsgeschehen an einem Freitagmittag inmitten von Kindern, katapultiert mich Jahre und Jahrzehnte zurück. An mehrere Stellen, die ich nun bei klarerem Verstand nicht mal mehr benennen kann.

Der Hals brennt wie Feuer, ich bekomme kaum Luft, kann nicht atmen, nicht denken, nicht fühlen. Eine sachte Berührung nur. Manchmal frage ich mich, wie er damit klarkommt.

Ich denke immer nur, ich könnte das nicht, ich könnte nicht mit so jemandem zusammensein. Jede Begegnung ein Tretminenfeld. Er kennt mich so gut. Seit Jahren schon spielen wir dieses Spiel. Mal erfolgreich, mal verlieren wir beide. Heute ist wieder alles richtig gelaufen.

Er entfernte sich sofort aus meiner Nähe, sagte kein Wort, lenkte die Kinder ab, ließ mich in Ruhe darum kämpfen, durch Disziplin in der Realität zu bleiben. Ich bin so müde. Ich schlafe seit Wochen wieder schlechter seit meine Mutter erneut in meinem Leben aufgeschlagen ist. Die Gedanken kreisen. Ich komme nicht mehr zur Ruhe. Ich werde wieder empfindlicher.

Nachrichten lesen ist bereits seit Tagen wieder gestrichen, alte Filter sind aktiv, die mir das Internet immerhin zugänglich machen, wenngleich einige Fenster einfach wieder zugeklickt werden, ohne dass ich weiß, warum. Auch hierbei bin ich müde.

Ich mag nicht von Heilung sprechen, nicht von Vereinigung. Ich frage mich, ob ich die letzten Jahre vielleicht nur blind geworden bin.

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