seichte Tiefe

Umarmung überstanden. Ich ahnte, was kommt, weil ich wusste, sie würde heute da sein.

Und ich habe gemauert. Ich habe schon fast mein altes Pokerface wieder – soweit ich es eben verantworten kann, wenn meine Kinder dabei sind. Ich bin immer verletzlicher, wenn meine Kinder in der Nähe sind, weil sie durch ihre bloße Anwesenheit große Lücken in meinen Verteidigungswall reißen.

Umgekehrt kann ich mich nicht ganz verschließen, um die Nähe anderer Menschen erträglich zu machen, weil ich ihnen das nicht zumuten will. Es ist dann keine Liebe mehr dort und das spüren sie. Es gab schon ein, zwei, drei Situationen dieser Art und die verstörten sie. Muss nicht sein. Die Panik blieb aus. Alles im orange-roten Bereich. Die Worte, die ich heute Morgen hörte, waren die ersten ehrlichen Worte, die ich diese Woche zu Ohren bekam. Alles andere blieb seicht plätschernd an der Oberfläche, während die anderen Mensch-Sonnen egozentrisch um mich herumkreiselnd nur ihr eigenes Leben vor mir ausbreiteten, während sie Interesse an meiner Person heuchelten, um mir nach der ersten Frage 20 Minuten aus ihrem eigenen missratenen Leben zu erzählen. Ich bin so müde. Habe durch die lange authentische Zeit zu Hause noch keine absolute Unverbindlichkeit wieder.

Die Gespräche jeden Morgen mit Afyiete taten ihr Übriges dazu, mich nur noch in dichtem Gespräch zu wissen, so dass das Oberflächengeplätscher der normalen Menschen mich nun fast um den Verstand bringt.

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