Besessen [werden vs. sein]

Es ist die Lebensunfähigkeit, die mir zu schaffen macht.

Statt des Todes ein Leben gewählt zu haben, in dem Funktionieren Pflicht ist. So sehr ich versuche, meine „Ich muss..“ durch „Ich will…“s zu ersetzen, so sehr erschöpfen mich diese Tage, in denen mir nichts gelingen will. Bleibt nur überleben und atmen und nicht verrückt werden. Immer begleitet von dem Teufel auf der Schulter, der die „Stell dich nicht so an, andere haben es viel schwerer als du…“ Parolen in mein Ohr brüllt.

Stell dich nicht so an, krieg deinen Arsch hoch, stell dich nicht so an, sei nicht so eine Mimose, du bist so schwach, so wertlos, so unfähig, so zum Kotzen. Wie kann jemand, der so privilegiert ist, nur so faul sein? Ja. Ich nicke zu jedem einzelnen Punkt, weiß ich doch, dass ich die Gedanken nicht aufhalten, nur ertragen kann. Es ist okay. Ich hab mir das nicht ausgesucht, möchte ich weinen, aber da ist sie wieder, die Opferrolle. Du bist kein Opfer, steh endlich auf, irgendwann muss auch mal gut sein. Stell.dich.nicht.so.an. Stell dich nicht so an Stell dich nicht so an stell dich nichtsoanstelldichnichtsoanstelldichnichtsoanstelldichnichtsoan

Erschöpft.

Ich habe diesen Satz so oft in meinem Leben gehört, immer wieder, in jeder nur denkbaren Situation und die Erschöpfung sitzt tief. Vielleicht habe ich mich tatsächlich einfach immer nur angestellt.

Kann nicht mehr.

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