Wenn die Vergangenheit wie eine Flutwelle über einen hereinbricht und man sich im Jetzt weder vor- noch zurückbewegen kann, dann hält man gelähmt den Atem an. Nichts sagen, nichts denken, nichts fühlen müssen. Kann es hier nicht schreiben, weil es zu intim ist, kann es nicht im privaten Tagebuch schreiben, weil es dann nicht öffentlich und somit „weg“ ist, kann ihm nicht sagen, was er da hochgetriggert hat, weil der Ekel jede Pore meines Körpers verstopft. Kann nicht, will nicht, werde nicht. Wahrscheinlich wäre es nicht mal schlimm, wenn es hier stünde.
Der Leser würde sich angeekelt schütteln und weitergehen. Nicht so ich.
Es sind diese Intimitäten, diese vermeintlichen Kleinigkeiten im großen Ganzen, die gar nicht mehr so sehr ins Gewicht fallen dürften und doch sind nur sie es, die mich bis in die Grundfeste erschüttern. Immer wieder, immer noch. Nur weglaufen wollen, in der Kälte sitzen, nichts mehr fühlen müssen, sterben dürfen. Es ist vorbei. Es ist vorbei. Es ist doch schon so lange vorbei. Atmen. Aushalten. Warten. Alles wird gut. Es ist vorbei.