Ihr könnt nicht mal mehr scheißen gehen ohne eure Telefone.
Ihr könnt keine Unterhaltung führen, ohne die Dinger in der Hand zu haben, ohne mal eben einen Blick darauf zu werfen oder zumindest kurz in der Tasche danach zu tasten.
Ihr könnt kein Konzert genießen, ohne eure Telefone zwischen euch und die Bühne zu halten.
Geschehen ist nur, was man beweisen kann. Nicht einmal eine Stunde könnt ihr ohne sie verbringen. Nicht einmal eure Kinder könnt ihr genießen, ohne sie in jeder Situation zu filmen, zu fotografieren, festzuhalten, hineinzuzwängen in ein Medium, das die Welt nicht ganz so unmittelbar macht. Immer auf Distanz, immer auf Beobachtungsposten, immer Herr der Lage.
Man kann keine Situation erleben, wenn man sie filmt.
Wer sich zum Beobachter macht, kann kein Beteiligter mehr sein.
Ihr lebt eure Leben nicht mehr, ihr dokumentiert eine Umwelt, die sich in dem Moment verfälscht, in dem ihr euer Telefon hochhaltet. instagram, facebook, twitter – Müllhalden voller Bilddokumente über Leben, die nicht gelebt werden.