Normalerweise stammen meine Tiere aus Tierheimen(4), aus beschlagnahmten Beständen(2), aus „auf-Wunsch-Einschläferungsware“ von Tierärzten (5), aus Versuchslaboren (1) oder von anderen Menschen, die das erwachsene Tier aus irgendeinem Grund abgeben müssen (3).
Den großen Hund habe ich damals von einem Züchter gekauft. Wesen, HD-Kontrolle, etc. Hatte seine Gründe und seinen Preis. Was ich auf der Suche nach einer Zucht gelernt habe: Züchter haben einen an der Klatsche. Alle. Ausnahmslos. Und als ich mir nach zwei Monaten Wartezeit sechs Tage nach der Geburt meinen Welpen ausgesucht hatte und von den Züchtern gezwungen wurde, mir ein zweistündiges (!) Geburtsvideo in schlechter Qualität bei schummrigem Licht anzusehen, bei dem die Züchterin und ihr Mann alle Hunde (5) auf dem Sofa hatten und vor Rührung hemmungslos in deren Fell schluchzten, schwor ich mir, dass ich bitte danke nie wieder bei einem Züchter ein Tier erwerben würde. Die Auflage für den Hund war, dass ich jeden Samstag eine Stunde mit ihm verbringen musste. Ab der ersten Woche. Ich fuhr dafür 180km. Einfache Strecke.
Ich habe persönliche Fragen und Erziehungsvorstellungen über mich ergehen lassen, musste Ansichten über Hunde diskutieren und meine Wohnverhältnisse offenlegen. Nach 12 Wochen habe ich 2500 DM dort gelassen und hatte endlich mein ersehntes Hundebaby. Mein erster Hund, mein einziger. Und ich dachte: jetzt ist alles super. War aber nicht. Die Züchter riefen täglich an, wie es dem kleinen Hascherl jetzt gehen würde. Und brachten ihre Empörung zum Ausdruck, warum ich ihn nicht mit seinem wahren Namen rufen würde. Schließlich könne man einen Arathor, Hammer des Herrn, Herrscher der vier Winde vom Felsenmeer aus dem Zwinger von Haludral nicht einfach „Barney“ rufen.
Hab ich trotzdem gemacht. Zwei Wochen später standen sie vor meiner Tür. Hausbesuch. Wie es dem Baby denn gehen würde. Das Baby kotzte erst mal vor ihre Füße, weil es leider schon wusste, wie man aus dem Katzenklo frisst und ich konnte sie nur mit Müh und Not davon abhalten, ihn sofort in eine Tierklinik zu bringen.
Warum ich diesen Weg für den Tochterkater nun noch mal gehen werde, hat Gründe, die mir allesamt nicht behagen, aber sinnvoll sind.
Spaß geht anders.