Auf den Kopf

Wir sitzen uns gegenüber, die Tür ist zu, wir haben leidenschaftlich diskutiert, gearbeitet und gelacht. Ein Moment mit dem Höchstmaß an Intimität, das zwei einander fremde Menschen erreichen können.

Ich will.
Ich will sie sehen können.
Das Verlangen ist geradezu unbändig, diesen Menschen kennenlernen zu dürfen.

„Die Maske, die du trägst, ist perfekt. Wäre sie nicht so vollkommen, hätte ich sie wohl gar nicht sehen können.“, flüstere ich leise und sehe ihr in die Augen.

Es flackert. Aber nur kurz. Sekundenbruchteile.
Ich habe diesen Augenblick so oft schon erlebt.
Jetzt entscheidet es sich.
Sie blickt mich an. Ganz direkt, offen. Die Maske sinkt.
Ein Blick wie Stahl.

„Ich will das so.“, sagt sie mit einer Sanftheit in der Stimme, die von dem Ausdruck ihrer Augen Lügen gestraft wird.
Ich sehe nichts mehr.
Ich senke den Blick und neige den Kopf leicht zur Seite als Zeichen meines Respekts und Rückzugs.

Sie nickt.

Ich nicke.

Alles ist wie vorher.

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