Ich will nicht über Depressionen schreiben.
Nicht über Missbrauch.
Nicht über Folter.
Nicht über Traumata.
Über Flashbacks.
Nicht über Kinder.
Beziehung.
Zweifel.
Nicht über Hass.
Nicht über Leid.
Über Frust.
Über Wut.
Über Verzweiflung.
Oder Hoffnungslosigkeit.Aber wie könnte ich diese Dinge ausklammern, wollte ich über mich selber schreiben?
So sehnsüchtig zur Zeit wieder nach einem normalen Leben.
Nach normalen Maßstäben.
Nach Norm.
Nach Führung.
Ich will anerkannt werden.
Gesehen.
Gehört.
Ich will hinausschreien, was in mir gärt, immer und ewig.
Wovon ich nicht wegkomme, weil die Saat des Hasses so gründlich und grundlegend und allgegenwärtig in mir keimt.
Prägung.
Programm.
Trauma.
Das bin nicht ich, flüstert es.
Ich muss es nicht wiederholen, nicht aussprechen, nicht benennen, denn das bin nicht ich.
Und doch bin ich es.
Es ist ein Teil von mir.
Ungeliebt, ungewollt, unbenannt.
Ewiger unstillbarer Hunger nach Leid und Hass.
Meine Nemesis.