Ich habe keinen Hunger. Ich quäle mir Löffel für Löffel meiner Tagesportion Nahrung in den Mund und bin froh, als ich um 8 Uhr morgens damit fertig bin, alle notwendigen Nährstoffe zu mir genommen zu haben. Nun nur noch 2 Liter Wasser über den Tag verteilen und dann habe ich den nächsten Tag geschafft.
Ich weiß, ich muss essen. Darum tue ich es. Aber ich habe weder Hunger noch Appetit. 35kg sind es jetzt. Die Gelenkschmerzen sind verschwunden, die Nervenschmerzen auch. Dafür schreit das Herz, blutig, zerschunden. Die Panikattacken begleiten mich durch den Tag und ich versuche lange Strecken einfach nur zu atmen. Mich nicht mitreißen zu lassen in den dunklen Strudel der Verderbnis, den meine Depressionen nur zu willig bereitstellen.
Komm zu uns in die Schatten, hier bist du sicher, wispern sie und ich weiß um ihre Verlockung und ihren Schutz. Ich habe getan, was mir vor Wochen noch undenkbar erschienen wäre: Ich habe die beiden Termine für heute morgen abgesagt. Ich kann nicht. Egal, was sie über mich denken. Egal, was sie reden, egal, wie das aussieht. Nicht einmal mehr die Maske, die so makellos ist, passt mir mehr. Wozu die Lüge eines perfekten Lebens aufrechterhalten?
Es bleibt nichts mehr. Nur Angst.