Ich schlafe mit Kopfschmerzen ein, ich wache mit ihnen auf.
Die ständigen Wechsel setzen mir zu, ich weiß nicht, wo und wie ich als nächstes wieder in dieses Leben falle und nur Sekundenbruchteile habe, mich zurechtzufinden und weiterzumachen. Angst. Angst, wohin ich sehe, gehe oder fühle. Ich lebe schon so lange mit diesen Wechseln und mit der Herausforderung, die damit einhergeht. Wir waren so lange stabil, so lange ein wirklich funktionierendes System, das einen kompletten Mensch bildete, dass mich die erneute Zersplitterung hart trifft.
Ich bin müde. So müde. Unendlich erschöpft.
Ich. Ausgerechnet ich werde so hintergangen. Der Narzissmus verteilt seine Ohrfeigen.
Das Kopfkino bringt mich um.
Warum tue ich das?
Wofür bestrafe ich mich?
Oder will ich mich zwanghaft erinnern, um nicht in der weichgespülten Harmonie und seinen hochheiligen Besserungs-Versprechen am Ende noch zu vergessen, zu was er fähig ist?
Und wie gnädig wäre das Vergessen, wenn es kein Erwachen mehr gäbe. Aber wie dumm wäre es, daran zu glauben, dass es nicht mehr passierte?
Ich liebe ihn.
Ich hasse ihn.
Ich habe mich entschieden, zu bleiben.
Auszuharren.
Auszuhalten.
Bis irgendwo wieder ein Licht zu sehen ist.
Mein Eheversprechen war tatsächlich Eines und wenngleich ich es mir nie vorstellen konnte, betrachte ich es tatsächlich zum ersten Mal in meinem Leben als meine Aufgabe, mich der Herausforderung der Vergebung zu stellen.
Der Liebe wegen, die er mit Füßen getreten hat.
Ich sehe die Ironie.
Ist es der falsche Weg?
Ich werde es irgendwann erkennen.
Und ich bete, dass ich es dann nicht bereue.