Blickwechsel

„Das ist ein Unterschied. Einer, der nichts besser macht, aber bedeutsam ist.“

Ich starre auf die Worte, die vor diesen beiden Sätzen geschrieben stehen und mein Herz klopft. Glaube ich ihm? Ja, ich glaube ihm. Ich spüre ein Ziehen irgendwo in meiner Bauchmitte, das sich nach Leichtigkeit anfühlt. Nach Hoffnung. Ja, es ist ein Unterschied. Marginal im Geschehenen selbst, zentral in der Interpretation desselben. Heilung kann immer nur rückwärts erfasst werden. Man benötigt den Abstand zum größtmöglichen erfahrenen Schmerz, um zu erkennen, wo man steht. Wie stark die Wunde tatsächlich noch blutet. Ob sie eitert. Oder ob der Blick auf die Narbe nur die Erinnerung an die klaffende Wunde hochholt. Was uns betrifft: Ich bin mir nicht sicher, wo ich stehe. Aber ich spüre, dass die Wunde sich schließt.

Wir werden mit großen hässlichen Narben weitergehen.
Aber weitergehen.

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