Ich habs wieder getan. Wenn ich jedesmal einen Euro dafür bekommen würde, wenn ich den Satz höre: „Die Arge hat mir diesen Monat so wenig Geld gelassen, dass… [unverschämte Bitte bitte hier einfügen]“, dann wäre ich noch deutlich reicher als jetzt.
Es ist ja nur einmal, es geht um die Kinder, bla bla bla… Ich mags nicht mehr hören und ich war nicht gut gewappnet, also habe ich wieder einmal (für einmal, haha) zugesagt. Ich frage mich tatsächlich, wann man seinen Stolz verliert. Hat das nur mit dem Geld zu tun? Warum geht das so oft Hand in Hand? Man könnte meinen, dass Menschen, die keine Sozialhilfe beziehen, es vielleicht auch nicht nötig haben, immer wieder andere Menschen ihre Probleme lösen zu lassen, aber ich glaube, das ist es nicht allein. Ich kenne so viele Menschen, die in genau derselben Situation sind und eben nicht den Staat, die bösen Nachbarn, die schlimme Firma dafür verantwortlich machen, dass sie sich neben Zigaretten, elektronischem Spielzeug und Alkohol eben keine Busfahrkarten mehr kaufen können.
Wenn das überhaupt stimmt. Ich erhebe bei diesen bestimmten Menschen in meinem Umfeld keinen Anspruch mehr darauf, die Wahrheit erfahren zu wollen, weil ich das schlicht aufgegeben habe.
Und überhaupt – was macht es für einen Unterschied? Ärgern tut es mich dennoch. Ich will einen weiteren Weg finden, Nein zu sagen. Einen, der für mich passt. Ich will mich noch weiter zurückziehen. Es hatte nun schon so häufig geklappt, aber ich vermute, auch diese Dinge rückwärts zu entwickeln, benötigt einfach Zeit. Viel Zeit. Und weitere Fehler meinerseits. Was am Telefon nicht gut geklappt hat, funktionierte immerhin bei einem ungebetenen Besuch, der heute vor meiner Burg stand, sehr gut. Knapp, klar, nicht unfreundlich aber auch nicht freundlich meinen Standpunkt geäußert.
Nein, nicht hier, nicht jetzt, gar nicht. Punkt.
Neinsagen ist gut fürs Gemüt. Immer wieder.
Übungssache.