Du.

Vor 16 Jahren durfte ich das erste Mal die andere Hälfte meiner Seele berühren.

Wir sind uns nachts das erste Mal begegnet, Dunkelheit um und den klaren Sternenhimmel über uns.
Vor 14 Jahren haben wir unser Versprechen aneinander auch offiziell gemacht.

Wir haben schon so unendlich viel erlebt.
Schönes.
Unschönes.
Sind miteinander erwachsen geworden.

Es gab Zeiten, in denen ich dich so tief gehasst habe wie ich dich liebte.

Wir haben gute Entscheidungen getroffen und auch schlechte. Jeder für sich, miteinander, manchmal Rücken an Rücken, mal Seite an Seite, aber immer beieinander.
Du kennst meine dunkelsten Geheimnisse.
Den tiefsten Schmerz, meine ungezügelte Wut.
Das Kind in mir genau wie den Wolf, der mir das Überleben erst ermöglicht hat.
Du erträgst den Abstand, den ich brauche.
Bietest mir Nähe, ohne sie zu fordern.

Bist stark genug, mir ein echter Gegner zu sein.
Souverän genug, meine Dominanz und meinen Besitzanspruch auszuhalten.

Weich genug, mich zu trösten.

Dein Verstand reibt sich an meinem, dein Körper antwortet nur mir.
Du treibst mich zur Weißglut, zu Wollust, zur Verzweiflung, in den Wahnsinn. Kennst alle meine Knöpfe und drückst sie trotzdem nur, wenn ich das erlaube.

Du bist mein dunkler Engel.
Mein Wächter auf der Mauer.
Der Einzige, der auf beide Seiten sehen darf.

Ich liebe dich.

Kleine Gemüsekunde

„Das ist Gurke?“
– Zucchini.

„Was ist das?“
– Fenchel.

„Spitzkohl, stimmts?“
– Chinakohl.

„Hier, Dings!“
– Brokkoli.

„KOHLRABI!“
– Mairüben.

„Äh…?“
– Spargel.
„Spargel ist weiß!“
– Grüner Spargel.

Neue Kassiererin.
Wochenendeinkauf.

Das Musical.

Karl

Alle paar Wochen bringt der dicke Katzer mir Karl, die Spitzmaus vorbei und spuckt mir das laut schimpfende Tier entnervt vor die Füße.

Dann erneuere ich den Eddingstreifen auf Karls Po und setze ihn wieder in den Garten.

Das machen wir nun schon seit fast zwei Jahren.