Als der Butz mit eineinhalb Jahren das Alphabet mit Kreide an unsere Hauswand schmierte, war er ein cleveres Kerlchen.
Als er mit zweieinhalb Jahren als gehörlos diagnostiziert wurde, war er ein dummes Kind, das vielleicht die Förderschule schaffen würde.
Als er nach den ersten Operationen losstammelte, war er der hörbehinderte Stotterer, der unter Umständen irgendwann vielleicht ein fast normales Leben führen könnte.
Als er nach 9 Monaten Logopädie perfekt sprach und drei Jahre Wortschatz aufgeholt hatte, war er ein Wunderkind.
Als wir darauf drangen, dass er im Kindergarten gleich in die Vorschulgruppe kommt, waren wir Helikoptereltern.
Als er mit 4 die Schuleingangsuntersuchung gesprengt hat, und sofort in die zweite Klasse sollte, waren wir aufmerksame Beobachter, die ihr Kind optimal fördern.
Und so geht das für Eltern immer und immer weiter.
Man wird immer auf Menschen (auch Ärzte) treffen, die mit ihren Urteilen, basierend auf dem viel zu kleinen Ausschnitt, den sie überhaupt sehen können, bei der Hand sind.
Nicht beirren lassen, nur weitermachen.