Zwischenstände

Auch beim vierten Kind wird es nicht schöner oder angenehmer, voll eingeschäumt aus der Dusche zu steigen, um den Schnuller zu reichen.

Es gibt Kinder, die mögen nicht ins Tragetuch. Der kleine Tuk beispielsweise. Das letzte Kind bekam dann also tatsächlich noch einen Kinderwagen. Einen richtigen Kinderwagen. Mit allem Drum und Dran. Eine Wissenschaft, die definitiv nichts für mich ist. Aber er mag es, das ist die Hauptsache.

Drei große Geschwister, die den kleinen Tuk abgöttisch lieben, sind eine Herausforderung. Entweder er wird total psychotisch oder der ausgeglichenste Mensch der Welt. Ich habe mich in den letzten Wochen für die Psychose entschieden, nachdem ein Kind ständig seine Haare durchwuschelt und mit MinniMaus-Stimme komische Dinge säuselt, eines ihn mit Salami füttern will (mit Beikost kann man ja gar nicht früh genug anfangen) und das dritte ständig meine Oberteile hochzieht und an den Brüsten herumdrückt, um nach der Milch zu kucken, falls der kleine Tuk Hunger hat.

Mit Anfang 20 bei einer Schwangerschaft 30 kg zuzunehmen und danach wieder ab, ist kein Problem. Mit Mitte 20 ein bisschen was zuzunehmen und danach wieder ab, auch nicht. Mit Ende 20 während der Schwangerschaft sein Gewicht zu halten, sowieso nicht. Mit Anfang 30 während der Schwangerschaft 20kg abzunehmen und danach noch weiter, ist eine ernsthafte Herausforderung für einen Körper und besonders für die Haut. Ich wette – und ich werde nicht den Beweis antreten – wenn ich anfangen würde zu joggen, würde es sich anhören, als würde man eine sabbernde Dogge bei Tempo 130 in den Fahrtwind halten.

Humor ist, wenn man trotzdem noch mal Sex hat.

Langsam bin ich bereit für ein größeres Auto. Vielleicht nicht mehr dieses Jahr, aber der Gedanke ist nicht mehr ganz so erschreckend. Kann auch daran liegen, dass ich Spaziergänge hasse, die nur dazu dienen, an einen anderen Ort zu kommen, an dem man dann spazieren gehen will.

Blicke – diese Blicke – sind zum Kotzen.

Fragen – diese Fragen – auch. Ich wurde etwa dreimal gefragt, wie es mir ginge, etwa dreißigmal, ob das jetzt aber das letzte Kind sei. Oh, und nach einer Woche immerhin einmal, ob das Baby denn schon durchschlafen würde.

Das alte Spiel „Ich hatte die schlimmste Geburt der Welt“ ist nach wie vor aktuell. Was man sich mit einem Neugeborenen für Horrorgeschichten anderer Menschen anhören kann, die allesamt fast verblutet wären, ohne Narkose per Notkaiserschnitt fast im Taxi entbunden wurden, auf andere dramatische Arten beinahe gestorben wären oder entweder bis zur Leber/Milz/in den Zwölffingerdarm gerissen sind und mit wahlweise 50 Stichen genäht wurden oder drei Jahre später noch nicht richtig kacken können, ist faszinierend. Und interessiert mich … gar nicht. Von der einen Frau kenne ich nicht mal ihren Namen, geschweige denn, dass ich wüsste, ob sie überhaupt Mutter eines Kindergartenkindes ist. Sie gesellte sich einfach zu der Runde schnatternder Frauen, die erst mein Kind betrachteten und dann blutige Details aus ihren Geburten zum Besten gaben.

Ich kann mich nicht entscheiden, ob ich die Zeit lieber schneller vergehen lassen oder sie anhalten möchte. Mal so, mal so.

Sehnsucht ist Scheiße.

Richtig Scheiße.

Schreibe einen Kommentar