Ich dachte zunächst, es sei gar kein Einkaufszettel. Auf dem Zettel, achtlos weggeworfen auf einem Supermarktparkplatz, stand lediglich

Hotel Hofmark
Thermen in Bad Birnbach
Ich habe das selbstverständlich gegoogelt. Vom Supermarktparkplatz bis zum Hotel Hofmark in Bad Birnbach sind es exakt 627 Kilometer.
Das Hotel Hofmark scheint ein Vier-Sterne-Hotel in Bayern zu sein, das auf seiner Homepage mit einer Bademantelgang wirbt.
Vor meinem inneren Auge ziehen also marodierende Rentner in Bademänteln durch Bad Birnbach, bis mir beim weiteren Studium der Seite klar wird, dass es nicht die Bademantelgang ist, sondern der Bademantelgang und einen Zugang vom Hotel zur Rottaltherme bezeichnet.
So weit, so enttäuschend. Ich hätte den Zettel um Haaresbreite nur in den Müll befördert, ohne ihn umzudrehen, doch im letzten Moment habe ich bemerkt, dass er noch eine Rückseite hat. Ein Einkaufszettel!
An Menschen, die Urlaub in über 600km Entfernung in einem Kurort erwägen und Thermen zu schätzen wissen, hat man natürlich eine gewisse Erwartungshaltung. Zum Beispiel, dass sie wissen, wie man Champignons schreibt. Aber gut.
Die Rückseite:

Champignaus
Wurst
TomatenBrat
Sahne
Buttermilch
Ich weiß nicht, in wessen kulinarischer Welt das zusammenpasst, aber das angefangene Brat macht mich fertig: BratWAS? Und vor allem: Was verwirft man im Schreiben innerhalb der ersten vier Buchstaben so konsequent, dass man es nicht mal zuende schreibt, sondern einfach durchstreicht?
Kein Grundnahrungsmittel auf der Liste, nichts.
Ich bleibe ratlos zurück.