erstarren

Ich liege wach und höre dem Regen zu, der am offenen Fenster vorbeifällt. Es ist zwei Uhr nachts, ich bin um 23 Uhr ins Bett gegangen und ich habe noch nicht geschlafen, es gelingt mir einfach nicht.

Es ist zwei Jahre her, dass du das letzte Mal meinen Namen genannt hast. Als wir dem Regen gelauscht haben. Dein Kopf an meiner Brust, eingemummelt in einen Stapel Decken, in unserer kleinen Blase aus Intimität und Sicherheit mit einem Geheimnis, das nur wir beide kennen.

Du sagst, du denkst gelegentlich an mich. Nicht häufig, das würde zu weh tun. Und ich frage mich, wie du uns so wegwerfen konntest. Das, was wir hatten. Wie du einfach immer nur immer wieder die Angst wählst.

Ich wünschte, es wäre mir möglich, nicht jeden Tag zu vermissen, was wir hatten. Ich bin da. Ich war immer da. Aber du hast dich entschieden, nicht mehr nach mir zu rufen.

Und nun resignieren wir. Eine nach der anderen. Verlassen eine Beziehung, in der es keine Versprechen und keine Sicherheiten mehr gibt. Und bald ist alles weg, was wir jemals hatten. Weil du dich nur noch durch die Tage fürchtest. Nicht mehr hören kannst, was ich sage, nicht mehr verstehen kannst, was ich schreibe, nicht mehr fühlen kannst, was ich liebe. Die Dogmen deiner Prägung verzerren alles, was von mir ausgeht zu einer Fratze dessen, was du erwartest.
Und du kannst dem nicht entfliehen.

Weil du nicht begreifst, dass Handlungsfähigkeit nicht auf Angstfreiheit basiert.

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