KATZEN!!!

Ich habe ganz entzückende wunderbare Katzen, seit nunmehr 12 Jahren.

Ich möchte in Ruhe duschen, ohne von Mister Orange mit Fell – ich-muss-immer-dann-auf-Klo-wenn-du-duschen-gehst gestört zu werden.

Und täusche also vor, nicht duschen gehen zu wollen, warte seine Morgentoilette ab und mache die Tür zu. Für genau 10 Minuten.

Vor der Tür stehen drei Wäschekörbe mit frischgewaschener Wäsche, die ich eben zusammenlegen wollte.

WAS passiert??

Genau, Mister orangefarbener fetter Halbperser macht in ALLE drei Wäschekörbe. 

ICH MÜSSTE ES DOCH NACH SO VIELEN JAHREN BESSER WISSEN!!!

HARGH!!! Katzen.

Ich.bin.so.doof.

Ach wie fein

war der heutige Morgen.

Jetzt sind zwar alle ein bisschen spät aus dem Haus gekommen, dafür waren wir heute Morgen für eine kurze wundervolle Zeit mal nur Paar, weil die lieben Kinder tatsächlich die Morgendämmerung verschlafen haben.

Wenn man normalerweise beim ersten Tageslicht (also mitten in der Nacht quasi) in zwei Paar Kinderaugen sieht, die schon SEHR wach kucken können, sind solche Begegnungen umso kostbarer.

Ich beneide Menschen mit Kindern, die lange und viel schlafen.

Kreativ am Morgen

Ich habe ein grellgelbes Kleid fertig genäht, dessen Stoff man keine 3 Sekunden betrachten kann ohne Augenschmerzen zu bekommen, einen zugegeben sehr kreativen Rock erschaffen und die Tochter ist glücklich.

Was will man mehr.

Ich sprudle vor lauter Ideen, aber der Kobold ist momentan so empfindlich, dass ich zu nichts komme.

Es kann nur besser werden.

Grund zur Freude

Die gibt es heute.

Heute ist ein ganz wunderbarer Tag, an dem meine andere Hälfte und ich etwas furchtbar wundervoll Symbolisches tun. Und dann gibt es kein Halten mehr. Oder so ähnlich…

Dann habe ich mal wieder gemerkt, dass man lieber ein gutes Original als eine schlechte Kopie macht. Ich sehe schlechte Kopien und  erfreue mich daran, dass das, was ich mache, zwar anders ist aber eben – original.

Wenn man Geld mit etwas verdienen will, gilt diese Regel gleich doppelt.

Das Wochenende naht und ich habe Schreckliches über die Erdbeerfelder gehört.

Also werden am Wochenende die eingemachten Blaubeeren dran glauben müssen.

Das Leben ist schön.

Aufgewühlt, schockiert, entsetzt

Ich zittere immer noch vor Wut ob solcher Gleichgültigkeit.

Aber eine Stunde zurück.

Ich hole mit meinem Sohn das Töchterchen vom Kindergarten ab.

Auf dem Rückweg fahren die Autos vor mir plötzlich auf die Gegenfahrbahn, es hupt ganz wild, alle bremsen und scheren aus.

Ich sehe beim Bremsen, dass da ein Hindernis mitten auf der Fahrbahn liegt.

Und realisiere dann, dass es sich um einen Menschen handelt. Eine Frau.

Also, innerhalb eines winzigen Augenblickes entschieden, das Auto vor dieser Frau zu parken und auf Gott zu vertrauen, dass die beiden Kinder hinten im Wagen sicherer sind als die Frau auf der Straße, wenn ich das Auto erst weiter hinten abstelle und zwar meine Kinder in Sicherheit habe, aber die Frau weiter ungeschützt auf der Straße liegt.

Warnblinkanlage an, aus dem Auto gesprungen und fassungslos beim Laufen zu der Frau die weiterfahrenden und hupenden Autos irgendwo ganz hinten im Gehirn registriert.

Ich weiß nicht, was ich erwartet habe, aber als ich den Rollator von der Frau wuchte (mein Gott, wie schwer sind diese Dinger…) um sie mir anzusehen, schlägt sie die Augen auf.

Augen voll mit Tränen.

Plötzlich ist es ganz still, ich höre nichts mehr vom Straßenlärm und es gibt nur noch ihre Augen, die in Meine schauen.

„Es sind so viele vorbeigefahren“, flüstert sie. „Können Sie mir bitte aufhelfen?“

Mir wird klar, dass ich hier mitten auf der Hauptverkehrsstraße kniee, meine Kinder allein im Auto sind und diese Frau unbedingt aufstehen muss. Also hoch mit ihr.

Es gibt leider keinen Straßenrand oder Bordstein auf dieser Seite und auf die andere Seite komme ich nicht, weil die Autos immer noch schnell an uns vorbeifahren und ich keine Chance sehe, heil mit ihr da drüben anzukommen.

Während ich sie halb zu meinem Auto trage, halb stütze und gleichzeitig versuche, herauszufinden, was ihr alles fehlt, murmelt sie unzusammenhängende Sätze vor sich hin.

Sie hätte die Hitze unterschätzt, es war so kalt, sie hätte nicht die Jacke anziehen dürfen, ihre Augen, war da nicht mal ein Bordstein, ein Laster hat nur ganz knapp ihren Kopf verfehlt…

Ich versuchte unterdessen, sie in mein Auto zu setzen während sie versuchte, mich davon zu überzeugen, dass ich sie nur einfach wieder an ihren Rollator stellen und ihr sagen solle, wo der Bürgersteig sei, sie würde kaum noch sehen können, aber wenn ich es ihr sagte, würde sie den Weg nach Hause schon finden.

Einige Minuten später war das Schlimmste überstanden. Das Auto mitsamt allen Insassen stand am Straßenrand im Schatten, das Kindergartenwasser der Großen musste zur ersten Hilfe herhalten (und ich wette, die gute Frau hat das erste Mal aus einer Sigg-Flasche getrunken) und es kam Leben in die alte Dame.

Ich erfuhr, dass sie sich zu dick angezogen hatte, weil es so kalt war. Kurz nachdem ich mich innerlich gewundert hatte, wie sie um 14 Uhr mittags bei 25°C im Schatten darauf kommt, fragte ich sie, wann in aller Welt sie denn losgegangen sei.

Um 8 Uhr heute Morgen – seitdem hat sie nichts gegessen, nichts getrunken und ist nur Schritt für Schritt mit ihrem Rollator Richtung Supermarkt geschlichen, um Lebensmittel zu kaufen.

Sie wird 86 Jahre alt, kann nicht bis auf den Boden kucken, dazu reicht ihre Sehkraft nicht mehr. Sie kann nicht mehr richtig laufen, hat aber kein Geld für den Bus, das sie von den Lebensmitteln abknapsen könne. Sie hat keine Familie und die Nachbarn haben zwar angeboten, ihr zu helfen, aber sie möchte sie nur ungern stören, weil die Frau mit den zwei Kindern genug zu tun hätte.

Als wir bei ihr zuhause ankamen (ich habe auf meinen Kilometerstand gesehen – es waren noch gut 2 km – bergauf) und ich ihre Einkäufe in ihre Wohnung trug und den Rollator auslud, öffnete sie ihr Portemonaie und hielt mir einen 5-Euro-Schein hin.

Den ich abgelehnt habe.

Viermal.

Dann fing sie bitterlich an zu weinen und auf meine Nachfrage sagte sie ganz leise – dass ich mich vorbeugen musste, sie zu verstehen:

„Bitte – nehmen Sie das Geld, es ist die einzige Art und Weise, wie ich Ihnen danken kann. Bitte.“

Ich habe das Geld genommen. Mit einem sehr ambivalenten Gefühl.

Dann umarmt sie mich noch ganz kurz ganz fest und schiebt mich zur Tür hinaus.

„Sie müssen jetzt mit den Kindern nach Hause fahren. Ich würde sagen, Sie sind ein Engel, aber Sie sind nicht blond und tragen viel zu viel Schwarz dafür.“

Nachdenklich kneift sie die Augen zusammen und schielt noch kurz in meine Richtung, bevor sie die Tür schließt.

„Sie müssen bei den Pfadfindern gewesen sein.“

Foto oder kein Foto?

Alle Jahre wieder…

Der Fotograf macht seine Runde im Kindergarten. Und ich weiß nicht, ob es an der Inkompatibilität meines Kindes mit gestellten Fotos liegt oder an irgendetwas anderem, aber diese Art von Fotos sind einfach nur schrecklich.

Auf manchen Fotos habe ich das Gefühl, sie will mich beim Betrachten fressen (ich will dir fressen, Mama…) auf anderen sieht sie aus, als könne man ihr eine Banane quer in den Mund schieben, wenn sie lächelt.

Ich kenne nur ganz, ganz, GANZ wenige Kinder, die auf dieser Art von Foto gut aussehen. Meines gehört nicht dazu.

Und dann das Verkleiden. Ich sage es ganz offen – das ist Käse.

Meine Tochter muss weder in einem Blumentopf sitzen noch sich mit einem neckischen Blick und Kleidchen in einem übergroßen Sessel lümmeln, fehlt noch, dass sich mein Sohn im klitzekleinen Anzug dazugesellt, beide gequält lächeln müssen, während ich womöglich noch animatorisch um die beiden herumspringe, wild mit Kuscheltieren und Gummibärchen wedle und wir den Inbegriff dessen haben, wie ich meine Kinder niemals sehen möchte.

Aber gut, es werden unverbindlich Fotos von allen Kindern gemacht, ich werde sie mir ansehen, wahrscheinlich amüsiert lächeln und das Thema wieder einmal abhaken.

Besonders freue ich mich darauf, wenn übernächste Woche ca. 45 Mütter mit frisch gepuderten, aufgehübschten und frisierten Kindern den Kindergarten belagern und die Kinder bis nach 11 Uhr verkrampft davon abhalten, mit irgendetwas oder irgendjemandem zu spielen – könnt ja was verrutschen.

Ich werde ein wenig Popcorn mitnehmen.
Vielleicht wird es ja doch ganz lustig.

Hurra, die Technik

Der Klempner war da.

Und nachdem ich die letzten beiden Tage aus Eimern geduscht habe und mir mit kaltem Wasser die Haare waschen musste, haben wir nun wieder Wasser in der Dusche.

Warmes Wasser.

So richtig, ohne in der Küche heiß machen und mit Eimer ins Badezimmer tragen.

Herrlich, dieser wunderbare Stand der Technik.

Die Zivilisation hat mich wieder!

Ein Leben für den Müll

Vor einem Jahr ist er gestorben.

Der Mann von gegenüber, der immer so nett winkte, wenn ich hochschwanger mit riesigem Kugelbauch aus der Haustür kam.

Jetzt scheppert und knallt es auf der anderen Straßenseite und ein Mann einer Entrümplungsfirma hat mich gerade gebeten, mein Auto ein Stück weiter hinten zu parken.

Als ich da unten stand und zusah, wie bergeweise Müllsäcke aus dem Haus getragen werden und die Möbel aus dem Fenster fliegen, fasste ich mir ein Herz und fragte, ob die beiden Söhne noch kommen würden, um sich persönliche Dinge abzuholen.

Nein, lautete die Antwort. Die Familie will die Wohnung nicht mehr betreten und hat angewiesen, dass alles in den Müll kommt.

Ob ich denn vielleicht die rote Weihnachtsbaumspitze haben könnte, die im Wohnzimmer an der Wand hing, fragte ich. Diese Spitze hing das ganze Jahr über dort, nur an Weihnachten habe ich ein paar Tannenzweige um sie herum gesehen, als er Heiligabend dort alleine in seinem Sessel saß. Sie schien wichtig zu sein.

An sich gerne, sagte er. Nur hätte er die leider gleich zu Anfang mit einer Schranktür kaputt gehauen. Scheiß Glassplitter, sagte er noch.

Was bleibt … sind Scherben…

Wolf überfahren

Es ist doch tatsächlich ein junger Wolfsrüde von einem Auto tödlich verletzt worden. Schade um das schöne Tier. Wie um jedes andere auch.

Was ich gar nicht mag: Panik, dass wir jetzt von blutrünstigen Wolfsrudeln überschwemmt werden, die alle kleinen Kinder, Schafe, Hunde, Katzen, ____ (putzige Lebewesen bitte hier einsetzen) fressen wollen.

Was ich noch weniger mag: Das Abwiegeln der Wolf-„Sachverständigen“, dass diese Tiere völlig ungefährlich, harmlos, immer scheu, auf gar keinen Fall bissig seien und keiner Fliege was zuleide täten.

Stimmt nämlich beides nicht.
Wir werden lernen müssen, wieder mit ihnen zu leben.

Und zwar richtig diesmal.

Zweifel

Manchmal ist alles so negativ, so destruktiv, so zerstörerisch, so grausam.

Ich möchte weglaufen und sie alle sich selber überlassen.

Warum tue ich es nicht?

Vielleicht habe ich Angst, dass sie ohne mich prima zurecht kommen würden.