Ein Jahr Schnuppe

Heute vor einem Jahr war Montag und wir warteten schon seit Tagen sehnsüchtig darauf, ob eine unserer Häsinnen tatsächlich Junge zur Welt bringen würde. Nest war gebaut, Unruhe war da, viel ziegiges Verhalten gegenüber den anderen Häsinnen und eine Zutraulichkeit uns gegenüber, die wir bis dahin nicht kannten.

Und an diesem Morgen ging ich nach draußen, um die Hasen rauszulassen und kontrollierte wie jeden Tag die große Wurfbox, die im Stall stand, und der sich schon seit Tagen kein anderer Hase mehr nähern durfte.

Eine hektische Mama, die mir folgte und mir den Weg in die richtige Ecke zeigte, verriet schon die Neuigkeit: Ein dicker, properer Milchkeks lag da geschützt in haufenweise Wolle gepackt trocken, satt und leise schnaufend im Nest.

Wir hatten ein Hasenbaby.

Heute ist Schnuppe eine ansehnliche junge Hasendame, die ihre eigene kleine Gang anführt. Ihre Best Buddies sind der hektische Frodo und der trottelige dicke Zombit. Als Dreiergespann haben sie den höchsten Scheißelkramfaktor im Gehege. Aber auch mit der Mama und dem Papa unternimmt sie noch viele Ausflüge oder kuschelt sich zwischen die beiden. Ihre Ziehtanten und der dicke Onkel Hasi, der sie mit aufgezogen hat, sind eher ein sicherer Hafen, aber keine Partner. Da sieht man den Altersunterschied sehr deutlich. Mit den Bezugshasen wird gekuschelt oder dort Schutz gesucht, mit den Kumpels unternimmt man Ausflüge oder halbherzige Putschversuche. Es gibt wohl nichts Schöneres, als ein Tier in einer stabilen Gruppe aufwachsen zu sehen und beobachten zu dürfen, wie es in das soziale Gefüge integriert und von jedem ein wenig miterzogen wird.

So soll es sein und so ist es ganz wunderbar.

Diverses

Der Tag beginnt mit einem lange geplanten Zahnarzttermin und das ist für mich ziemlich bescheuert. Dort angekommen ist der Zahnarzt zwar immer noch großartig, entscheidet sich aber in letzter Sekunde, von zwei Baustellen nicht die Geplante zu nehmen, sondern die Andere. Das ist für jemanden, der sich seelisch sehr auf solche Besuche vorbereiten muss, eher ungünstig. Es war dann (wie immer) halb so wild, aber unangenehm und 45 Minuten später war ich wieder draußen.

Die Hand mit den Brandwunden heilt. Langsam, aber beständig. Ich hoffe, ich kann auch die verbleibenden drei Pflaster am Donnerstag abmachen, wenn der kleine Eisbär, der mal ein Hund werden will, abgeholt wird. Die Haut ist noch sehr empfindlich und ich fürchte, ich werde noch einige Wochen mit den Nachwirkungen zu kämpfen haben.

Ich hoffe, dass ich ab morgen endlich wieder ins Fitnessstudio gehen kann, das fiel wegen der Hand jetzt nämlich auch eineinhalb Wochen aus.

Der Hundekeks hat endlich einen Namen, mit dem wir alle einverstanden sind und der für ihn einfach perfekt ist.

Ich freue mich unendlich auf Donnerstag.

Ob der kleine Braunbär, der mal ein Hund werden wollte, das genauso sieht, ist zumindest fraglich, aber ich vertraue auf sein Wesen und seinen Charakter. Und Begeisterung erwarte ich ja auch gar nicht.

Der Mann und ich haben eine Entscheidung getroffen, die genauso unspektakulär wie wichtig ist. Wie immer auf unserer Schaukel, wo ohnehin die besten Entscheidungen getroffen werden können.

Die Hasen-Vergesellschaftung ist nach wie vor ein voller Erfolg. Es bilden sich erste neue Freundschaften und Schwärmereien und das Sozialverhalten von Kaninchen ist etwas, das für mich wohl nie von seiner Faszination verlieren wird. Die ganzen kleinen wie großen Gesten berühren mich zutiefst. Schnuppe und ihr Vater Kasimir, den sie ja bislang nicht kannte, haben sich gesucht und gefunden. Sie machen das Gehege unsicher, verbünden sich gegen andere Kaninchen und streiten sich auch durchaus mal, bis das Fell fliegt. Eine der berührendsten Gesten bei Kaninchen ist die, die der Entschuldigung und dem Waffenstillstand gleichermaßen dient: Beide Kaninchen sitzen voreinander, keines unterwirft sich, sondern die Köpfe sind auf gleicher Höhe. Dann senken beide zeitgleich ihren Kopf und drücken für einen Moment die Stirn aneinander. Wann immer ich einen dieser seltenen Momente miterleben darf, geht mir das Herz auf. Ich liebe diese Tiere einfach.

Während der Hasen-Vergesellschaftung haben wir insgesamt 800 Kilogramm Beton-Estrich angerührt und den Boden des Gesindehauses neu gegossen, während die Hasen auf neutralem Gebiet weilten. Das ganze sehr angeschlagen mit kaputter Hand, aber mit vereinten Kräften und der ganzen Familie geht eben auch das.

Die Familie hat entschieden, dass wir nach dem Einbruch des unbekannten Tieres in das Wachtelgehege noch einmal neu brüten werden. Die verbleibenden Wachteln sind recht einsam und für zwei Eier am Tag lohnt sich die Haltung dann auch nicht. Das Bild der getöteten Tiere verfolgt mich nach wie vor. Es ist schwer für mich, den Verlust von besonders Bernadette zu verarbeiten.

Ich habe dieses verrückte Huhn so geschätzt.

Die Party des großen Sohnes war sehr erfolgreich, in einer Woche legen wir eine weitere Party für die Kriegerprinzessin nach. Danach wird es zum Glück ruhiger und ich kann mich voll und ganz auf den Hundekeks konzentrieren.

Hasen – Vergesellschaftung

Das letzte Wochenende hatte es in sich. Neben Geburtstagsvorbereitungen und der geplanten Renovierung des Gesindehauses haben wir unsere bestehenden drei Hasengruppen – die fünf Großen im Gesindehaus, die drei Männchen und die beiden von einer Freundin übernommenen Zwergkaninchen – zusammengeführt.

Eine Vergesellschaftung von insgesamt 10 Hasen hat mir neben sehr viel Vorfreude auf eine große Gruppe auch einiges an Bauchschmerzen bereitet, besonders die Größenunterschiede von Deutschen Riesen zu den winzigen Zwergen hat mir etwas Sorgen gemacht.

Wie immer kam alles anders als gedacht.

Im neutralen Wohnzimmer haben wir die 10 Kaninchen zeitgleich aus den Transportkörben gelassen und nach dem ersten vorsichtigen Beschnuppern ging das große Jagen, Treten, Besteigen und Beißen los. Eine Stunde (und sehr viele Fellbüschel) später lagen alle Hasen erschöpft im Raum und konnten nicht mehr.

Das männliche Zwergkaninchen entpuppte sich schnell als kleines Terrorhäschen, das es auf die großen Riesen abgesehen hatte und bis auf die zwei Führungsweibchen auch alle ganz gut attackieren konnte.

Der bissige Zombit – ein Deutscher Widder, der seinem Namen bisher alle Ehre gemacht hat – lag ab der ersten Begegnung eigentlich nur flach auf dem Fußboden und unterwarf sich allem und jedem, der auch nur in seine Nähe kam. Das Verhalten hat er bis jetzt beibehalten und manchmal überraschen sie einen eben doch, die Viecher.

Die Führunsspitze ist wie erwartet unverändert, die beiden ältesten Weibchen halten das Zepter fest in den Pfoten und daran wird auch nicht gerüttelt.

Die Mitte ist noch sehr dynamisch, aber es bahnen sich erste neue Freundschaften und Kuschelgefährten an.

Alles in allem hätte es besser nicht laufen können, kein Kaninchen wurde verletzt, und ich freue mich auf den Sommer mit allen 10 Flauschbällen in einem einzigen Gehege.

Umwege

Natürlich sind es nur noch 10 Minuten, die der Tierarzt geöffnet hat, als ich gestern an Kasimirs Operationsnarbe seine neueste Untat entdecke: Die Wunde aufgebissen, freigelegt, wundgeleckt.

Natürlich.

Eiter, Blut und zerfranste Wundränder machen es nötig, sofort alles zusammenzupacken und zum Tierarzt zu fahren, der zum Glück nur einige Straßen weiter ist.

Natürlich reicht das meinem Scheißelkram-Kaninchen nicht und so hat er heute Morgen erneut den Türmechanismus und die davorgestellte Blockade überwunden und rannte fröhlich durch den Garten, als ich vom Sport wiederkam.

Wir erinnern uns daran, was die Tierärztin sagte: Nur auf Handtüchern, auf gar keinen Fall Stroh als Unterlage oder den geschwächten Hasen gar in den Dreck lassen!

Natürlich.

Der gar nicht so geschwächte Hase mit der offenen Operationsnarbe rannte also hakenschlagend und matschig vor dem kleinen Braunbären her, der sich sehr freute, mit dem Kaninchen Fangen spielen zu dürfen. Auf mein Kommando rannte der Hund in sein Bett und der Hase zwischen die Regentonnen. Die Wunde sieht zum Glück noch sauber aus, aber Adrenalin hab ich dann für heute erst mal wieder genug gehabt. Noch genau einen Monat, dann können wir alle Hasengruppen miteinander vergesellschaften und ich mache drei Kreuze, wenn wir das geschafft haben.

Jetzt erst mal Krankenpflege und hoffen, dass die Heilung ohne weitere Komplikationen vorangeht.

Second Hand Tiere

Was erst mal irgendwie abwertend klingt, ist genau das Gegenteil davon. Tiere, die wir von einem Vorbesitzer bekommen, der schon lange mit ihnen lebte, haben meist eine ganz besondere Geschichte.

Im Schlafzimmer wohnt eine sehr besondere alte Katzendame, die ich im Leben nicht mehr hergeben würde, auch wenn sie inzwischen nicht mehr gut sieht oder hört, nur noch wenige Zähne hat, meistens schlecht gelaunt ist und auch ansonsten gerne andere Lebewesen terrorisiert. Sie war schon einige Jahre alt, als wir sie abholen durften und ich habe das keinen Tag bereut. Ich glaube, dass die Entscheidung, ein Tier in andere Hände zu geben, zu den schwersten und schmerzhaftesten Entscheidungen gehört, die ein Tierhalter treffen kann. Umso mehr Respekt habe ich vor Menschen, die sagen: „So ist es nicht gut. Das geht nicht mehr.“ Ob für das Tier oder den Besitzer ist erst mal völlig unwichtig.  Am Wochenende haben wir von einer ganz lieben Freundin zwei Kaninchen übernommen, die augenscheinlich erst mal so gar nicht in unsere Hasengruppe passen. Zwerge aus Innenhaltung, einer davon chronisch krank.

Ich bin zuversichtlich, dass wir einen guten Weg gemeinsam gehen werden und dass im Frühjahr die Gewöhnung an das Draußen und schlussendlich auch die Vergesellschaftung mit der Gruppe gut verlaufen wird. Das Leben hat schließlich immer einige Überraschungen parat und ich freue mich darauf, sie in einigen Monaten draußen sehen zu können.

[Außerdem heißt es bei Kaninchen ja nicht umsonst: Je kleiner, desto giftiger. Da können sich die Riesen mal warm anziehen…]

Vier Monate Schnuppe

Schnuppe ist heute genau vier Monate alt und ich bin nach wie vor jeden Tag so unendlich dankbar, dieses Kindheitstraumgeschenk inmitten einer Hasengruppe aufwachsen sehen zu dürfen. 

Ihre Bindung an ihre Mutter ist nach wie vor sehr eng, aber allmählich fängt sie an, ziemlich frech zu werden. Sie möchte jetzt gerne auch in Verhandlungen über die Rangfolge mitmischen. 

Das klappt mal mehr und mal weniger gut – in den meisten Fällen gibt es eine kurze Jagd oder sogar einen reglementierenden Biss in den plüschigen roten Hintern, dann flüchtet das Baby wieder zu Mama und kuschelt erst einmal ein bisschen. 

Ist halt doch nicht so einfach, sich eine bessere Stellung zu verschaffen.

Putschversuche sind bei ihr momentan an der Tagesordnung und was der dicke Ziehvater noch gutmütig salatmümmelnd toleriert, duldet die Tante, die die Gruppe führt, nun mal überhaupt nicht.  Es ist ganz wunderbar zu sehen, wie sie dort aufwachsen kann, spielerisch die Regeln lernt, die Kaninchen in Buchtenhaltung oder -zucht eben nicht nebenher mit erwachsenen nichtverwandten Tieren erarbeiten können.

Die Geburt in der Kaninchengruppe

Seit Schnuppe auf der Welt ist, ist sie Teil der Kaninchengruppe.

Was leider immer noch völlig unüblich ist – die trächtige Häsin in ihrer Gruppe zu belassen – ist hier jeden Tag ein Wunder, das zu beobachten ein Geschenk ist. Der Nestbau hatte für einige Aufregung gesorgt – die Mama hat sehr klar gemacht, dass die große Wurfbox im Stall „ihr“ gehört und auch kein anderes Kaninchen diesen Raum betreten darf. Das haben die anderen recht schnell kapiert – wer legt sich schon freiwillig mit einer werdenden Mutter an…

Nach der Geburt lag die Schnuppe in ihrem Nestchen und bekam zwei- bis dreimal am Tag Besuch von der Mama zum Milch trinken und putzen. Soweit, so gut. Die anderen Hasen hielten sich weiter von der Box fern.

Als das Baby langsam mobil wurde und schon aus dem Nest krabbelte, das Stroh raschelte und sich auch hörbar etwas tat, wurden die anderen Kaninchen neugierig. Da steckte schon mal einer den Kopf in die Box um zu sehen, was passiert. Mehr aber auch nicht. Meistens kam sofort die Mama angehoppelt und sah nach dem rechten.

Erst als das Baby gelernt hatte, nicht nur aus dem Nest, sondern auch aus der Wurfbox herauszupurzeln und den Stall erkunden konnte, wurde es aufregend. Die anderen Kaninchen fanden das kleine flauschige Wesen zunächst nämlich äußerst irritierend.

Wann immer sich alle großen Tiere auf Strohballen, auf Tischen, in Pflanzkübeln und auf Baumstämmen in Sicherheit brachten, war klar: Der Keks ist gerade auf Tour. Die Mama hielt sich immer in Reichweite, damit das Baby auch keinen Unsinn macht. Oder die anderen Hasen. Aber die sahen ja hauptsächlich von oben zu und fragten sich, was das für ein Ding sei.

Inzwischen sind 25 Tage seit der Geburt vergangen und die Schnuppe hat den Stall und auch schon fast das gesamte Außengelände erkundet. Sie ist ein selbstverständlicher Teil der Gruppe (und es passiert nur noch selten, dass sich mal einer erschreckt, wenn der Fellfloh in seinem Übermut jemandem auf den Po springt). Wann immer ein anderer Hase Kontakt zu ihr aufnimmt (so wie im Bild), unterwirft sie sich sofort. Legt die Ohren nach hinten, duckt sich und schiebt ihr kleines Köpfchen unter das Kinn der Großen. Als Belohnung wird ihr meistens ein- oder auch zehnmal über den Kopf geleckt.

Und wenn sie richtig Pech hat, bekommt sie eine Ganzkörperwäsche von einer der Tanten oder dem Ziehvater.

Bei der Mama hingegen ist sie ziemlich aufsässig. Rennt beim Putzen weg, versucht doch noch an Milch zu kommen, wenn Mama gerade frühstückt oder beißt ihr einfach frech ins Ohr.

Schön, dass sich das zumindest auch bei Tieren so durchzieht…

Metamorphose – vom Keks zum Kaninchen

Der Milchkeks ist quasi über Nacht ein richtiges Miniaturkaninchen geworden.

Er wiegt mit 400 Gramm zwar nur einen Bruchteil des Gewichts, das seine Mama auf die Waage bringt, aber er passt zum Wiegen schon nicht mehr in die 1-Liter-Eisdose.

Zu viel Fell, zu viel Milchbauch.

Seine Ausflüge aus der Wurfbox in den großen Stall sind für alle Kaninchen der Gruppe recht… anstrengend, aber es wird. Und zur Not können ja auch alle anderen auf das Außengelände flüchten. Da lässt die Mama den kleinen Keks nämlich noch nicht hin. Er wird nach jeder Runde im Stall von seiner Helikoptermami wieder in die Wurfbox gescheucht und ins Nest geschubst.

Manchmal bleibt er dann motzig darin sitzen, manchmal aber auch nicht.

Lichtblicke

Es sind dunkle Tage, die hier vergehen, doch vor 15 Tagen hat ein Hoffnungsschimmer das Licht der Welt erblickt.

Ein großer Kindheitstraum ist damit in Erfüllung gegangen und es vergeht kein Tag, an dem ich nicht vor Dankbarkeit und Demut vor diesem kleinen Wunder auf die Knie fallen und der Welt versichern möchte, wie schön das Leben sein kann. Schmerzen und dunkle Gedanken sind in diesem Momenten so unwichtig, so klein, wenn ich diese Handvoll Leben halten darf. Unter den aufmerksamen Blicken seiner Mutter, die mir soweit vertraut, dass sie diesen Kontakt duldet.

Es gibt nichts Kostbareres.

Das verrückte Huhn – eine Liebeserklärung

Bernadette ist so etwas wie die Marianne Dudelhuhn unter den Wachteln, die hier leben.

Als Nachzügler mit etwas Hilfe aus dem Ei geschlüpft, immer ruhig, immer freundlich und voller Vertrauen in sich und die Welt. Ich mache die Stalltür auf, um die Tiere rauszulassen? Bernadette balanciert bereits auf der Kante und sobald sie meine Hand sieht, lässt sie sich vertrauensvoll hineinfallen. Egal, ob aus 5 oder 50 cm Abstand. Ich fang sie schon. Da passiert schon nichts. Ich drehe mich gerade um, um den neurotischen Franz wieder einzufangen? Bernadette hüpft schon mal in den Garten und geht ein wenig spazieren.

Natürlich nicht im Außengehege der Wachteln, das wäre ja langweilig – nein, im Menschengarten. Der Hund schubst sie vorsichtig Richtung Wachtelstall, sie schmiegt einmal kurz den Kopf an seine Schnauze und wandert dann weiter.

Der kleine Braunbär, der mal ein Hund werden wollte, fiept etwas hilflos vor sich hin und verfolgt sie weiter. So sehe ich immerhin, wo sie sich gerade befindet, die Tarnfähigkeit von Wachteln ist nämlich schon enorm. 

Als wir vor einigen Wochen einkaufen waren, hat sie es irgendwie geschafft, aus dem Außengehege auszubrechen und saß erwartungsvoll auf dem Bürgersteig, wo sie darauf wartete, dass jemand sie die Treppe zum Grundstück wieder hinauftragen würde. Einen anderen Tag ist es ihr gelungen, ins Hasengehege einzubrechen. Die Hasen waren wenig begeistert. 

Bernadette indessen interessiert das herzlich wenig. Sie sitzt neben mir auf der Hollywoodschaukel und lässt sich ein wenig hin- und herschaukeln, sie hüpft auf den Hund, wenn der im Weg liegt, findet die Katze höchst interessant und Menschen sowieso. Nur wenn es an der Zeit ist, ein Ei zu legen, dann muss Bernadette in ihre eigens dafür angelegte Kuhle und zieht die Grashalme wie eine schützende Decke über sich, bis nur noch ein wirrer grüner Hügel mit Schnabel zu erkennen ist. 

Dort bleibt sie ein paar Minuten sitzen und bei erfolgreicher Eiablage macht sie ein Geräusch wie ein kaputter Keilriemen, nur in etwas leiser.

Danach geht es auf ins nächste Abenteuer.