Telefonkobold

Er telefoniert wieder.

„Nein, ich habe keine Sozialversicherungsnummer. Nein. Auf gar keinen Fall! Nein.“

Drei Menschen stehen vor ihm, fuchteln wild in der Luft herum und halten Plakate hoch.

„Aber vielleicht habe ich doch eine. Ich werde das herausfinden!“

[Atmen.]

Erste Male

Nachdem ich jetzt 22 Jahre lang militanter Verteidiger des Umstandes war, dass von Kinderkörpern nichts medizinisch nicht Notwendiges dauerhaft abgeschnitten, gefärbt oder reingestanzt wird, erlaube ich einem Kind nun Piercings.

Wie immer ist das eine fantastische Gelegenheit, mit den volljährigen Kindern über die Veränderung von Grundsätzen und Standpunkten im Laufe der Jahre innerhalb von Elternschaft zu diskutieren.

[Nicht schön, aber notwendig. Und meine Bringschuld. Immer.]

Wahl

Es gehört auch zu deinen Wahlmöglichkeiten, auszuziehen und dir Miete, Krankenversicherung und Geld zum Leben vom Sozialamt finanzieren zu lassen. Das ist monatlich ein Gegenwert von über 1.000 Euro.

„Aber dann bin ich von denen abhängig! Bei allem!“

[Ja. Das ist der Preis.]

Pfade

„Da ist ein Weg!“ endet beim Dunklen grundsätzlich damit, dass wir eine Stunde später orientierungslos im Wald stehen, ich entkräftet an einen Baumstamm gelehnt Hundewasser schlürfe und mit Asgard kurz eine Strophe weine.

Broker

„Ich will auch ein Aktiendingsi wie du hast! Und kannst du mir dafür vielleicht ein bisschen Geld leihen?“

Sohn. Hab ich dir denn gar nichts beigebracht?

„ORRRR!“

[Ich weiß manchmal nicht, ob ich an seinem oder an meinem Verstand zweifeln soll.]

Gassi

Das Dunkle steht auf dem Hügel im hohen Gras, ich flüstere den Bären zu „Sucht die Motte!“, 3 Landhaie fräsen sich in ihre Richtung, es raschelt aufgeregt, bevor das Kind mit einem erstickten Laut von den Beinen geholt wird und verschwindet.

Es brüllt: „EINMAL NORMALE FERIEN, MUTTER!“

Da wir heute beide von tobenden Bärdozern umgenietet wurden, vergleichen die Kriegerin und ich später unsere Hämatome.

„Oh schau, dein blaues Schienbein passt super zur Farbe deiner Krampfadern!“

[Sie geben einem so viel zurück…]

Plan B

„Butz, rechne mir mal aus – wieviele Pfandflaschen muss ich sammeln, damit ich meine Krankenversicherung zahlen kann?“

[Das Kind verfolgt kreative Alternativpläne.]

Kobold, wir fahren mit den Hunden gleich zum Training, wir könnten dich unterwegs am Bahnhof aussetzen, damit du im Müll nach Pfandflaschen suchen kannst?

„Doch nicht bei DIESEM Wetter, Mami!“

[Natürlich. Hätte ich wissen können.]

Vitamin B

Die Kriegerin mustert mich kritisch.

„Warum genau müssen wir das hier gerade ertragen? Warum besorgst du dem Kobold nicht einfach was über deine Beziehungen?“

Ich möchte mit den Leuten gerne befreundet bleiben, Süße.

Geschwisterhilfe

Die Kriegerin beugt sich interessiert über die Arbeitsplatte zum Kobold und diktiert:

„Schreib: Unbelastet von der Bürde des Intellekts biete ich Ihnen…“

„Warte, warte, nicht so schnell, Intellekt mit ck?“

„Ja, natürlich!“

MOTTE! LASS! SOFORT! DEINEN BRUDER IN RUHE!

„Orrrr.“

[Uroma hätte jetzt gesagt: Alle in einen Sack und drauf. Man trifft nie den Falschen.]

[Kinder abzugeben. Jedes kommt mit dem charakterlich passenden Labrador.]

immer mit der Ruhe

„Ich hab gedacht, ich schlafe erst mal aus, damit ich frischer klinge!“

Du hörst dich seit der Pubertät an, als würdest du seit 40 Jahren trinken und Kette rauchen?!

„Ja, aber im Vorstellungsgespräch klinge ich dann wie ein ausgeschlafener kettenrauchender Alkoholiker.“