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Ein Abschnitt ist zuende. Diese Asche, durch die wir die letzten Monate gewankt, gehustet, gestolpert sind, war furchtbar.

Der Feuervogel durchschreitet die Talsohle, um sich mit neuer immerwährender Kraft zu erheben. Es war gut, wie es war, möchte ich schreiben, aber das war es nicht. Es war nicht nur Asche unter unseren Füße, dort waren auch Scherben. Winzige kleine Glassplitter, die sich bei jedem Schritt ins Fleisch bohren.

Es war nicht gut. Es war nicht schlecht.
Es war wie es war.
Wir müssen uns neu positionieren. Wir alle. Als Freunde, als Partner, als Gefährten, als Familie und als Individuen.

Jetzt ist Luft da. Luft zum Nachdenken, zum Atmen, zum Entspannen, zum Fliegen. Und jeder muss seinen Weg wiederfinden. Oder neu suchen.

Für mich ist der Abschnitt Frau Limette zuende. Ich weiß nicht, was Neues beginnt, ich kenne mich noch nicht in diesem Zyklus meines Lebens.
Aber es fühlt sich gut an. Richtig. Leicht.
So soll es sein.

Normalität

Normalität mit dem Kobold wird und ist schwer erkämpft. Und doch ist dieser harte und oftmals recht brutale Weg, der nun schon zu einem so großen Teil hinter uns liegt, genau der richtige. Es wird jeden Tag besser. Dinge passieren, die ich niemals für möglich gehalten habe. Und so war es in den letzten Wochen auch eine Zeit des Abschieds. Abschied von einer sehr intensiven, sehr schmerzhaften und besonderen Zeit mit einem sehr speziellen Kind. Wir nähern uns der Zielvorgabe “relativ normal” und das fühlt sich für den Kobold großartig an, ohne ihn in seiner Individualität zu beschneiden.

Die Attacken werden kürzer. Leiser. Weniger schlimm für alle. Ich hänge am Ende des Tages nur noch schlapp in einer Ecke und kann nicht mehr, aber das Aufstehen und Aufrappeln jeden Morgen lohnt sich.

Es wird heller.

Anne

So roh und unerträglich die letzten Wochen waren, so sehr waren sie auch Geschenk.

Endlich mit dem Kampf nicht mehr alleine sein.

Sich fallen lassen dürfen, jeden Tag. Nach dem Kampf, während des Kampfes. Wenn da (wenn auch nur virtuelle) Arme sind, die umfangen und für einen kurzen Moment alles abschirmen, das auf einen einstürmt.
Die kurze Pause, das Schreien, das jemand aushält.

Eine Stunde, zwei.
Vertrauen, Liebe, die es möglich machen, dass man sich offenbart. Angenommen wird. So wie man ist. Getragen.

In Freundschaft. In Liebe.

2010-03-25

Ausnahmezustand beschreibt die letzte Zeit wohl am besten. Ich weiß seit Januar nicht, wo die Zeit hin ist. Sie wurde gelebt, unglaublich intensiv, aber eben im Ausnahmezustand.

Ein Schritt vor, zwei zurück. Zwei Schritte vor, einen zurück. Alles war dabei. Und nach Mitternacht saß ich oft am Küchentisch und fand kein Ende, weil der nächste Tag graute. Mir.

Kein Platz mehr für irgendwas. Nicht für die Umarmung, nicht für den Kuss beim Nachhausekommen, keine Kraft, keine Reserve, nur Fallenlassen, Loslassen, Zusammensacken.

Und jetzt. Jetzt geht es voran. Steil bergauf und uneben, aber voran.
Fast ein anderes Leben, möchte ich flüstern, aber es fühlt sich so warm und so vertraut an…

Es ist unseres.