„Mami, wir sind ja so angestrengt und schwitzich – wir müssen gleich erstmal in der Badewanne eine Ruhe haben.“, empfangen mich beide Mittelkinder beim Abholen vom Kindergarten.
Und dort sitzen sie nun, lassen sich abwechselnd mal ein Glas kaltes Wasser und Wassereis reichen und von Zeit zu Zeit einen Waschlappen, wenn „da ein Tröpfchen im Auge“ ist.
Ich habe in der Zwischenzeit das Baby bespaßt, ein bisschen geräumt, neben ihnen in aller Ruhe was gelesen, den Spielplatzbesuch verschoben und fühle mich nun etwas deplaziert.
Kobold und Motte chillen im inzwischen recht kalten Wasser und führen hochwichtige Gespräche über die Beziehungen zwischen Jan-Sven-Ole und Lena-Marie im Kindergarten.
„Ich hab heute gesehen, wie er sie mit Sand beworfen hat! Von hinten! Das ist so UNhöflich!“, regt der Kobold sich auf. „Bestimmt sind die faliept!“, überlegt das Mottenkind. „Quatsch, Blümchen. Wenn man faliept ist, knutscht man doch die ganze Zeit. Aufn Mund! So wie Mama und Papa.“
Ich ignoriere sein angeekeltes Gesicht.
„Enrico knutscht mich auch immer. Und Hendrik. Abba die sind ja auch total in mich verknallt. Später heiraten wir alle. Ich geh dann arbeiten und die passen auf meine Kinder auf!“
Der Kobold würgt so ein bisschen vor sich hin. „Wenn du aber mit denen verheiratet bist, musst du die immer küssen! Jeden Tag!“
Ich seufze so ein bisschen vor mich hin und überlege, ob ich gleich zur Entspannung ein Kinderzimmer aufräume.