Mit freilaufenden Tieren sind mir Zecken jeder Größe und jedes Saugstadiums ein Begriff.
Gerne auch dick vollgesogen und vom Hund dann zerbissen…
Ich hab mit den Viechern alles durch.
Und das immerhin seit 15 Jahren.
Ich bin in 34 Jahren einmal von einer Zecke gebissen worden, der Kobold in 6 Jahren einmal, die Motte in vier Jahren zweimal, der närrische kleine Tuk noch gar nicht und beim Mann weiß ichs nicht.
Ich glaub, der steht bei 0.
Genau wie das große Tochterkind bis vor 2 Wochen.
Bis das kleine Vieh sich im Knorpel des Ohres festbiss.
Normalerweise mache ich bei den Kindern einen großen Kringel mit Edding um die Einstichstelle und wir machen ein schickes Foto von Kind, Kringel und Einstich und ich archiviere das nach Datum.
Beim Ohr habe ich aufgrund der Größe des Ohres auf den Kringel verzichtet und habs mir nur notiert.
Nun war das Ohr unauffällig.
Bis gestern.
Gestern wurde es dann um die Stelle knatschrot und juckte bis der Arzt kam. Der kam natürlich gar nicht, sondern wir sind mit dem Tochterkind heute Morgen gleich zu ihrem Kardiologen gefahren.
Die kranke Zecke hat sich natürlich auch noch dasjenige Kind mit dem größten Herzfehler ausgesucht. Wennschon, dennschon.
Nach einer schlaflosen Nacht und beschissenen Kopfkino atmete ich erleichtert auf, als er nur kurz einen Blick darauf warf, ein bisschen hmhmhm machte und dann relativ resolut mit der großen Chemiekeule kam. In meinen Alpträumen hatte er mir „abwarten“ und Globuli vorgeschlagen. Und dementsprechend gewappnet war ich heute Morgen, den Mann notfalls so weit in Grund und Boden zu argumentieren, bis wir die Praxis mit Medikamenten verlassen würden, mit denen man ganze Großstädte versorgen könnte.
Musste ich aber gar nicht.
Ich schätze, wenn das Tochterkind in ein paar Wochen hustet, kann sie damit andere Menschen gesund machen.
Ab morgen dann Sommerferien, in denen wir versuchen werden, uns mit den Nebenwirkungen so gut wie möglich zu arrangieren.