„Ich schlafe noch!“, brummle ich mürrisch Richtung Tür, in der ich den Umriss des großen Tochterkindes erahne.
„Mami schau mal, meine Haare!“
Ich sehe entgeistert auf den huschenden Umriss, der vor meinem Bett anscheinend eine Drehung macht. Minus 7 Dioptrien auf beiden Augen sind schon ne Hausnummer im nicht-sehen-können und eigentlich wissen die Kinder das auch. Ich simuliere anbetende Faszination für Tochterkinds Haare und lasse mich zurück in die Kissen sinken. Das Baby neben mir schnurcht noch friedlich und ich scheuche das große Kind mit Handbewegungen aus dem Schlafzimmer.
Ich hasse Frühaufsteher.
Fünf Minuten noch, dann klingelt der Wecker wieder.
Ich bin fest entschlossen, diese Minuten auch zu nutzen.
Es sind die einzigen ruhigen Minuten des ganzen Tages, morgens um 6 Uhr, wenn der Mann aus dem Haus ist und die Kinder noch in ihren Höhlen sind.
„Mama…“, flüstert es neben meinem Ohr. Meine Nerven werden dünner. Das ist meine Zeit.
„Kind, wenn es nirgendwo brennt oder jemand stirbt oder blutet, dann RAUS!!“
Gekicher. Ich verkrieche mich unter der Decke.
„Mama… es ist so ein wunderschöner Tag! Die Sonne scheint, es ist nur noch zweimal Schu…“
„RAUS!“
„Boah, Mama, du bist so ein Morgenmuffel!“
Meine Nerven.