Dieser Tag verläuft seit neuneinhalb Stunden absolut katastrophal.
Nichts verläuft wie geplant, nichts funktioniert wie es soll, keiner macht, was ich sage
Und doch … als der Großvater und der Vater meiner Kinder draußen lachend nebeneinander im strömenden Regen stehen und den Grill unter dem kaputten großen Sonnenschirm bewachen während vier Kinder um sie herum durch den Regen tollen, da stehe ich still und dankbar unter der großen Buche und sehe diese beiden so gleichen Männer an, die sich vor 8 Jahren das letzte Mal gesehen haben und seit einigen Wochen so viel nachholen.
Ich erhasche einen kurzen Blick auf meinen eigenen Mann in 30, 40 Jahren und mir gefällt, was ich sehe. Sehr.
Ich sehe die Unsicherheiten auf beiden Seiten. Die fragenden Blicke. Die Sehnsucht. Die Männlichkeit. Zärtlichkeit. Jedes Mal. Immer wieder.
Mein Herz quillt über vor Dankbarkeit, diese Momente miterleben zu dürfen. Und meine Gedanken wandern kurz zu der Frau, die meinen Mann geboren hat.
So abscheulich sie auch war, ich wünsche ihr, dass sie irgendwo da draußen ihren Frieden gefunden hat. Als ich ihm auch dieses Mal wieder etwas zu essen mitgebe, sieht er mir lächelnd in die Augen und fragt leise: „Ich bewahr die Schüssel wieder auf bis zum nächsten Mal, ja?“
Ich lächle und nicke.
Beim Abschied ergreife ich seine Hand und kann der Ähnlichkeit zu meinem Mann kaum widerstehen.
Seine Bewegungen … seine Körperhaltung … sind mir so vertraut.
Ich ziehe ihn sanft an mich heran und lege meine Wange an seine.
„Bis bald.“