Seelische Grausamkeiten

Ich komme ja aus der Profiecke, was seelische Grausamkeiten angeht, die Eltern ihren Kindern antun können.

Aber ich sitze doch einigermaßen fassungslos mit dem Kobold und seinem Freund am Mittagstisch und höre mir die Geschichte an, wie der Vater des Freundes die Familienkatze ins Auto packte und mit seinem Sohn zum Wald fuhr, wo er die Katze aussetzte, weil sie ihn „nervte“ und er sie nicht mehr ertragen konnte. Und ich sehe in diese großen blauen Augen, die das Erzählte nicht bewerten, die nicht einordnen können, was dieser Vater da getan hat. Die nur ein wenig traurig blicken, aber dieses Verhalten als gegeben hinnehmen.

Und ich entscheide mich, ebenfalls nicht zu bewerten.
Er wird irgendwann selber urteilen.
Nicht nur darüber.

Ich erzähle, dass es der Katze bestimmt gut geht, so im schönen Wald mit all den Mäusen, den ganzen Tag draußen und mit einem kuscheligen Plätzchen für die Nächte.

Er sieht mich treuherzig an, ein wenig wehmütig – ich weiß durch seine Erzählungen, wie sehr er sich ein Tier wünscht und wie sehr es genießt, hier den Kater der großen Tochter zu kuscheln – und er nickt.

Herzschmerz.

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