Entscheidungen. Verantwortung.

Falsche Entscheidungen.
Ich habe in den letzten Stunden eine ganze Reihe davon getroffen.

Ich habe gegen eine ganze Reihe von ausgesprochenen und unausgesprochenen sozialen Regeln verstoßen, habe mich über die Entscheidung eines anderen erwachsenen mündigen Menschen hinweggesetzt und habe eigenmächtig etwas entschieden, was mir weder zusteht noch in meinen Verantwortungsbereich fällt.

Das kann man jetzt auch nicht irgendwie schönreden.

Der Zweijährige, der mit Tränen in den Augen erleichtert in meine Arme flüchtete und dort die nächsten zwanzig Minuten blieb und den Kopf an meiner Brust verbarg und vollauf mit atmen und Tränen zurückdrängen beschäftigt war, war es wert.

Falsch war es trotzdem.
Wie erreiche ich die Distanz, die notwendig ist?
Wie kann ich eine Gefühlsebene erreichen, die es mir ermöglicht, die richtigen Entscheidungen zu treffen?
Wie kann ich … wie kann man sein Herz so weitreichend schützen, dass man ein Kleinkind nicht retten will, weil das der völlig falsche Weg ist um das zu erreichen, was man langfristig will?
Wie kann man zusehen… wenn man weiß, es dient vielleicht der Zukunft, dieses Unrecht mitanzusehen, damit die andere Seite später die Möglichkeit hat, sich weiterzuentwickeln?

Muss man einem anderen Menschen die freie Wahl lassen… unter allen Umständen…? Falsch handeln dürfen, auch wenn dabei ein Kind betroffen ist? Kann nicht hinsehen, es nicht handlungsunfähig ertragen. Kann nicht wegsehen.

Seelenpein.

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