Nur der kalte Wind, der in den Augen beißt.
Mir tun nur die Arme heute sehr weh, wird aber schon besser.
Ich habe nur eine Wimper im Auge.
Ich bin nur ein bisschen traurig.
Ich weine doch gar nicht.
Was werden sie wohl aus dieser Zeit mitnehmen?
In 10 Tagen ein viertel Jahr bald.
Eine Mutter, die sich grundlegend verändert hat, in einem Moment pragmatisch und funktional, im anderen Moment gelähmt und depressiv. Und immer diese Tränen.
Sehne mich jeden Morgen nach der Rückfahrt ohne Kinder, wenn ich die Tränen endlich laufen lassen kann. Merke, dass ich sie kaum zurückdrängen kann, wenn ich zu lange nicht geweint habe, weil sich dieser Schmerz immer tiefer in meine Seele frisst.
Die Kinder drängen auf Alltag, mein Umfeld auf eine normal funktionierende Person, der gefallene Engel auf eine Entscheidung.
Immerfort, immer wieder, unbarmherzig treiben sie mich durch den Sand der Zeit, in dem ich weder sehen noch fühlen kann.
Wie soll ich da funktionieren, wie soll ich sehen, wie soll ich mich entscheiden … bei einer Sichtweite, die gen Null tendiert?
Sie alle wollen etwas.
Und sie formulieren es.
Verbal.
Nonverbal.
Aber immer wollen sie mich vorwärts treiben – ausgerechnet mich, die ich keine Zeit und keine Normalität und keine Richtung mehr fühlen kann.
Ich kann es ihnen nur unzureichend geben.
Manches.
Einiges gar nicht.
Dabei wünsche ich mir einfach nur jemanden, der stumm neben mir ausharren kann und will.
Der mitträgt und sich dem Sturm nicht beugt.
Der mich weder herauszerren noch schützen will.
Der einfach nur ausharrt.
Geplatze Träume. Immer wieder. Jeden Tag.
Warum weinst du?