Solange Hass kalt ist, kann ich ihn ertragen. Ich lebe seit meiner Geburt mit kaltem Hass. Abscheu, Ekel, Verachtung – seine Kinder – habe ich jeden Tag meines Lebens gespürt. Ich habe erst spät erkannt, dass sie nicht meinem Verhalten galten. Sie galten mir. Meiner Person. Meinem Sein. Nun mag man darüber streiten, warum sie in mir so viel Wut und Jähzorn hervorgerufen haben, aber nur selten die gleiche Art von Kälte. Wut und Jähzorn sind heiß. Sie sind leidenschaftlich, sie brennen feuerrot und leben.
Purer Hass ist kalt. Eiskalt. Er brennt nicht minder, aber anders. Giftiger. Sein Ziel ist der Tod, während Wut das Leben selbst herausfordert.
Den Hass habe ich ertragen gelernt, aber Wut, aus einer Leidenschaft geboren, nährte immer meine Sehnsucht nach Liebe.