Bittere Ironie – 28.09.2006/2011

Als ich Anfang des Jahres das erste Mal beim Frauenarzt saß und wie man das so macht den ersten Tag der letzten Periode, Zykluslänge und sonstige Daten übermittelte, da hatte ich schon so einen blöden Knoten im Magen.
Als die Ärztin als Entbindungstermin den Todestag unseres kleinen Mädchens beschwingt in den Mutterpass schrieb und mich anlächelte, da kämpfte ich gegen viel.
Erinnerungen, Tränen, den inneren Aufschrei, die Bilder.

Ich sagte nichts.

Es ist nur ein Datum.

Es ist nicht nur ein Datum.

Dieser Tag rückt näher, es ist der fünfte Geburtstag und der fünfte Todestag. Dieses kleine zarte Wesen in unserer Hand. Es würde mir wie Verrat vorkommen, wenn unser Sohn an diesem Tag geboren werden würde. Aber im Grunde… wäre es das wirklich?

Es sperrt in mir, diesen Tag zu teilen. Die anderen Fehlgeburten taten weh. So weh. Und doch ist es ein Unterschied, ob man nur blutet, früh, oder… Wehen, Blasensprung, Geburt eines kleinen Wesens, das so klein und perfekt und zart und vollständig war… Die kleinen Finger, die Füße… Es ist ein Unterschied, auch wenn ich hart gegen mich selber sein will, weil ich ihn mache.

Dieser Tag und der darauffolgende haben sich tief in mein Gedächtnis gebrannt. In unser Gedächtnis, denn auch unsere Beziehung war danach nicht mehr dieselbe. Konnte es nicht mehr sein. Und an diesen zwei Tagen ist einfach kein Platz mehr.

Ich will das nicht teilen, wenn es doch alles ist, was uns bleibt.

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