Schön blöd, wenn man alleine dadurch weniger maulig wird, weil jemand, der weit weg wohnt, jetzt wieder weniger weit weg ist als vorher.
Leute gibt’s
Das hilft. Echt jetzt.
Wenn ich mit Wehen, Husten, Zahnschmerzen, Migräne, eingeklemmten Nerven, einer vereiterten Nasennebenhöhlenentzündung, vereiterten Mandeln und einer Mittelohrentzündung plus noch so ein paar Schwangerschaftswehwehchen bei der Hebamme sitze und sie mir allen Ernstes vorschlägt, doch mal einen Kamillentee zu trinken [Das hilft nämlich! Echt jetzt!], damit würde das alles weggehen und zusätzlich ein Aroma-Therapie-Duftbad vorschlägt [Das hilft! Echt jetzt!], dann möchte ich ihren kleinen hübschen viel zu jungen Kopf nehmen und ihn entweder in dem einen oder anderen versenken.
So lange, bis sie mit den Armen rudert, weil sie keine Luft mehr bekommt.
Das hilft auch. Echt jetzt.
Also mir zumindest.
[Aber Gewalt ist ja angeblich keine Lösung.]
Selbstbewusstsein
Manche Menschen vergessen völlig, sie selbst zu sein, weil sie so sehr damit beschäftigt sind, „Ich bin so anders!“ zu schreien.
[„Ich passe in keine Schublade. Es ist mir völlig egal, ob du mich da reinstecken willst. Ich passe da nicht rein. Ich bin ganz anders. Hörst du? HÖRST DU?“]
[Jeder beschäftigt sich eben so gut er kann]
Gesundheit
Als das backwütige Mutti heute im Kindergarten vor der Kaffeeklatschrunde der arbeitslosen Vollweibzeitmütter ihr absolutes Geheimrezept in Sachen Frosting raushaute, gruselte es mich schon im Vorübergehen, als ich etwas von einem halben Pfund Butter, einem Pfund Puderzucker, reichlich Frischkäse und „einem Schuss Sahne zum Glattrühren“ hörte. Uah.
Und seit wir das neue Elterncafe im Kindergarten habe, sitzen die da jeden Morgen mehrere Stunden bei Kaffee mit reichlich Zucker und Sahne und Törtchen mit ebendiesem Frosting, während die Kinder im Rahmen der Gesundheitserziehung nicht mal Marmelade mit in den Kindergarten nehmen dürfen.
Als ich auf dem Rückweg vom Giraffen- in den Mäuseraum war, in dem sich die Waldkinder sammeln, war das Gespräch mal wieder bei den neuesten Diätfortschritten angelangt.
Vier Frauen diskutieren bei Cupcakes darüber, warum das Gewicht einfach nicht fällt – und ich sage…
…nichts. Ich bin ein guter Mensch.
Schulidiotie
Jedes Kind kann innerhalb eines Schuljahres ein bis fünf Hausaufgabengutscheine gewinnen, erspielen oder geschenkt bekommen. Zum Geburtstag gibt es immer einen, der Rest kann bei Sonderaktionen erworben werden.
Ich finde die Idee großartig. Die Kinder können die Gutscheine aufbewahren und innerhalb des ganzen Schuljahres zum Zeitpunkt ihrer Wahl abgeben.
Hausaufgabengutschein heißt: Es müssen keine Hausaufgaben gemacht werden. Ohne wenn und aber. Soweit die Theorie bisher.
Nun kommt das Kind von der Schule und berichtet, dass alle, die dieses Jahr Hausaufgabengutscheine eingelöst haben, die fehlenden Seiten in den Arbeitsheften mal eben bis Montag nacharbeiten dürfen.
Entzückend.
Da muss man anscheinend erst mehrere Jahre studieren, damit einem der gesunde Menschenverstand abhanden kommt.
Hoch lebe die Unverbindlichkeit
Das Internet ist der wohl einzige Ort, an dem man jemandem, der in seinem Blog eröffnet, bald sterben zu müssen, „Kopf hoch, ich schick dir ein paar Sonnenstrahlen“ schreiben kann, ohne dafür den Hintern versohlt zu bekommen.
Manchmal kann man sich nur an den Kopf greifen.
[direkt gefolgt von: „Hast du es mal mit Globuli versucht?“]
Kino, mal wieder…
Nur noch ein Jahr, nur noch ein Jahr…
Die Klasse des Tochterkindes geht mal wieder ins Kino. Diesmal kein Zeichentrickfilm wie der letzte, den sie mit 5 Jahren sehen musste (ohne, dass wir im Vorfeld darüber informiert worden wären) und nach dem sie wochenlang Alpträume hatte – perfekt ausgewählt für das Seelenleben eines Kindes, das rein psychologisch gesehen dahingehend noch gar nicht voll ausgereift war, Fantasie und Realität zu unterscheiden.
Diesmal ist ja alles anders – diesmal ist das Kind ja schon 8 Jahre alt. Und immerhin wird an einem Freitag Mittag verkündet, dass man am Montagmorgen ins Kino gehen würde. Nachfragen nicht erwünscht. Diesmal ein Film mit echten Menschen und animierten Skeletten, Mumien und sonstigem. Aber lustig.
Hmhm. Ich kanns mir jetzt schon lebhaft vorstellen.
Ich kenne den Film und er ist ganz nett als seichte Unterhaltung. Für Jugendliche bis Erwachsene.
Und dem Himmel sei Dank haben wir das Ding im DvD-Regal stehen, so dass sich das Tochterkind nun am Wochenende in unserer Gesellschaft diese infantile Art der Unterhaltung mit Dialogen, bei denen ich meine eigene Kinder für Ausdruck und Wortwahl rügen würde ansehen darf und wir den Film vermutlich totquatschen dürfen, damit uns die darauffolgenden Nächte nicht aufs Butterende schlagen.
Aber wie sagte die Direktorin bei einem anderen Thema schon so schön vor eineinhalb Jahren? Die meisten Kinder im Alter des Tochterkindes sehen schon so viel Gewalt, die können das ab. Wenn unsere Tochter damit ein Problem hätte, wäre das nicht ihre Angelegenheit.
Japp. Wissen wir inzwischen. Danke für das Gespräch.
Alternativen
Letzte Vorbereitungen fürs Wochenende, wenn wir auf ein Kindergartenkind und einen Säugling aufpassen.
„Wenn er brüllt, lass ihn ruhig schreien, bis er schläft.“
Äh.
[sehr philosophisch – was schadet dem Kind nun mehr? Das Brechen mit gewohnter Einschlafmethode oder die Einschlafmethode selber?]
Von Beziehungen und anderen Unverbindlichkeiten
Ich verabscheue Unverbindlichkeiten.
Wenn mir ein Mensch so unwichtig ist, dass ich zu ihm unverbindlich sein kann, kann ich mir den Kontakt und die damit verbundene Energie auch sparen.
Verkehrte Welt
Ich komme meiner Pflicht nicht nach, wenn ich nicht offiziell und jedes Mal schriftlich, nachweisbar, mit Termin und Fristsetzung den Unterhalt für meine Tochter anmahne, wenn dieser nicht kommt? Telefonate – nicht nachweisbar. Freundliche Aufforderung ohne Fristsetzung und ohne Nennung aller Titel, Urkunden und sonstigem – nicht gültig.
Haha.
Heißgeliebte Bürokratie. Nächster Schritt – Zwangsvollstreckung.
Was haben wir für Spaß hier.