Alles Liebe zum Muttertag

Kind1: „Meine Lieblingsmama, nicht nur heute, sondern eh für immer, mein Vorbild, liebe dich über alles, alles Liebe zum Muttertag!“

Kind2: „Ohne mich wärst du ja ohnehin nicht glücklich, also eigentlich muss ich gefeiert werden!“

Kind3: „LiebdichWeißteja.“

Kind4: „Was ist heute?“

Moralischer Verfall

Die Hunde sind auf Werkseinstellung zurückgesetzt, durften in Betten schlafen und am Tisch betteln, der Butz hat 48 Stunden nicht geschlafen, das Haus steht noch und die Kriegerin brüllte mir als erstes entgegen: „Wir hatten ESSENSRESTE! Ich musste sie nicht mal BEWACHEN!!!“

Bei der nächsten Essenszeit spazieren die Hunde wie selbstverständlich mit ins Esszimmer, Ludwig steigt auf die Bank und kuckt erwartungsfroh, ich starre fassungslos.

Warum genau ist der Hund der Meinung, er sitzt mit am Tisch?

Butz: „Weil…“

Tretgeräusche unterm Tisch

„…keine Ahnung.“

Das Gildentreffen

Der Kobold, der Mann und ich fahren auf das große Gildentreffen der Jagdgesellschaft.

Da wir die kleinen Kinder nicht einfach mit den drei Hunden zuhause lassen, kommen die große Tochter und ihr Partner für diese Tage zu uns und passen auf alles auf.

Butz ist in heller Aufregung und skeptisch, ob das alles auch genauso hinhaut, wie ich ihm das zugesagt habe. Besonders der neue Partner der großen Schwester sorgt für Kopfzerbrechen.

Er präsentiert mir heute Morgen eine Abhakliste, worauf bei ihm zu achten hat. ich lese sie aufmerksam durch.

Butz, Mausi… Bist du dir sicher, dass du einem erwachsenen Mann erklären muss, wie er drei Scheiben Mortadella auf Weißbrot zu legen hat?

„Sicher ist sicher, Mami!“

[Na gut.]

Bumerang

„Wir müssen über deinen Medienkonsum sprechen, Mami! Kennst du die Leute überhaupt? Nutzt du da Schimpfwörter? Du könntest Matheaufgaben für Internetzeit lösen. Oder Unkraut sammeln. Du gibst doch wohl keine privaten Informationen preis, oder?“

[Sie geben einem so viel zurück.]

Erwachsen

„Ich kann bald so viel Alkohol kaufen und trinken wie ich will! Ich kann rauchen und mir ein Haus kaufen und Autofahren und ausziehen! Und heiraten! Ich kann heiraten! Und warte, was kann ich noch?“

Butz aus dem Off: „Rechnungen zahlen?“

„MAMA! Butz ist gemein zu mir!“

Soziale Kontrollgruppe

Die drei Chaoten sind im Garten und unterhalten sich.

Gartentür auf, die Kriegerin brüllt begeistert: „MAMI! Der Butz hat gelästert!“

RUMMS, Gartentür zu.

Gartentür auf, der Kobold brüllt euphorisch: „MAMA! Es gibt noch Hoffnung!“

RUMMS, Gartentür zu.

Gartentür auf, Butz verkündet stolz: „Mami! Ich habe die Verhaltensweise meiner Geschwister imitiert und mich abwertend über das Aussehen eines TikTokers geäußert, um soziale Nähe innerhalb des Familiengefüges zu erzeugen!“

Das ist … großartig, Butzi?

„JA!“ Er strahlt stolz.

RUMMS, Gartentür zu.

Fortbildung

Der Schlüssel dreht sich in der Haustür, sie geht einen Spalt auf, es schiebt sich ein undefinierbarer Berg aus Ranzen, Sporttasche, Jacke und telefonierendem Butz herein, der irgendeinem Menschen am anderen Ende der Leitung einen Vortrag über den Regenwald hält.

„Mami, hi! Ein Eis bitte, es regnet!“

Ich bin irritiert, reiche aber die gewünschten Dinge, während ich ihm hinterher laufe und seinen Erklärungen lausche, wie etwas so artenreiches wie der Regenwald auf unfruchtbarem Boden stehen kann, wobei er mich wohl eher als lästiges Anhängsel beim Telefonieren betrachtet, in sein Zimmer geht und mir mit der Hand wedelnd, als würde er ein lästiges Insekt verscheuchen wollen, die Tür vor der Nase zumacht.

Google ich den Rest jetzt halt selber.

Hameln galore

Im zweiten Stock hört es sich an, als würden die Kinder Möbel werfen, während sie sich alle drei gegenseitig anschreien.

Ich nähere mich dem phonokalyptischen Szenario vorsichtig und öffne langsam Kobolds Tür, als ein Boxsack an mir vorbeifliegt.

WAS. ZUR. HÖLLE. MACHT. IHR. HIER.?

„Hallo Mami! Wir fangen die Maus!“

Die Küchenmaus

Nachdem ich die Kackmaus nun nicht gefangen habe, habe ich nun heute endlich die halbe Küche abgebaut, damit ich sie fangen und vor allem alles saubermachen kann.

Natürlich ist alles fest miteinander verschraubt, wie immer, wenn ich etwas baue – es war also nur so ein bisschen arschviel Arbeit.

Während ich da so mit viel Alkohol und Desinfektionszeug auf engstem Raum mit abgebauter Schrankwand hinter mir auf dem Boden herumrutsche und Dämpfe einatme, kommt der Kobold und erzählt mir beiläufig, dass die Maus in seinem Zimmer lebt und er die da mit Chipskrümeln füttert.

Wenn ich aufgehört habe zu atmen, schrei ich.
Oder ich erschlag ihn.
Sobald ich vom Fußboden wieder hochgekommen bin.

Lösungen

„Mich stören deine Putzgeräusche, Mami.“

Du kannst es gerne leiser selbst versuchen, Butzemann.

„Du könntest doch putzen, wenn ich in der Schule bin?“

…

„Das war eine unangemessene Bemerkung und du explodierst gleich?“

Hmhmm.

„Dann setz ich einfach Kopfhörer auf.“