Als ich mehrere Jahre weg war und anfing, mich nach 1999 wieder aufzurappeln, da nahm ich ab.
Viel.
Ich wurde dünner und dünner und je dünner und muskulöser ich wurde, desto attraktiver fand meine Mutter mich auch wieder. Jahrelang abgelegte Verhaltensmuster wurden neu belebt und sie fing wieder an, mich als nun erwachsene Frau wieder an den Brüsten zu berühren, versuchte, meinen Po anzufassen und irgendwie an meine Haut zu kommen. Zweimal wiederholte sich die Programmierung nun schon und festigte sich. Sowohl als Kind band ich Brüste ab, versteckte meinen Körper und führte im Alltag einer notgeilen Mutter, die mich bei jeder Gelegenheit zwischen den Beinen anfassen wollte, ein wahres Tänzchen auf, um möglichst dick angezogen von A nach B zu kommen, morgens immer schon als erstes fertig zu sein, mich nie zu entblößen. Und nun wiederholte sich die Geschichte ein zweites Mal. Je wohler ich mich in meinem eigenen Körper fühlte, umso schutzloser wurde ich. Dünn sein war immer Gefahr. Immer schwach, immer wehrlos, immer ihren Gelüsten ausgeliefert.
Und jetzt frage ich mich allen Ernstes, warum mein Geist sich weigert, abzunehmen? Ja, ich bin immer noch Kind. Ja, ich bin meiner Mutter immer noch ausgeliefert.
Blöder Psychoscheißdreck.
Über eineinhalb Jahre ist der letzte Kontakt nun schon her und wenn ich mir ihr Gesicht in Erinnerung rufe, krampft sich mein Magen zusammen, mir wird übel, ich schwanke zwischen Weinen und der immer dagewesenen ohnmächtigen Wut, sie einfach nur töten zu wollen.
Nein, Loslösung sieht anders aus.