Motte

Meine über alles geliebte, wunderbare Motte!

Damals, vor so langen Jahren, da durchzuckte mich plötzlich die Erkenntnis.
Hochschwanger, nach all diesen Dingen, die unser – mein Leben – so maßgeblich verändert haben, trug ich dich jeden Tag ein Stück weiter gegen die Angst.

„Das Baby ist tot.“, sagte ich Wochen vorher zu deinem Vater, fest davon überzeugt, dass dort kein Leben mehr wachsen würde. Ich bereitete mich vor. Und ich lehnte dich ab. Frisch war die Wunde nach der Geburt deiner toten Schwester schon lange nicht mehr. Und doch konnte, wollte ich dich einfach nicht annehmen. Deine Schwangerschaft war nicht geplant. Ich wollte keine Kinder mehr. Ich war nicht bereit. Wollte dich nicht sehen. Nicht stillen. Weinte meine Tränen stumm.
Dein Vater kündigte langen Urlaub nach der Geburt an, würde er dich doch alleine versorgen müssen. Ich sah meinen Dienst mit der Geburt als beendet an. Wollte nicht noch ein Kind lieben müssen, um es dann gehen zu lassen.

Und dann kamen die Träume. Von dir.
Eine hochgewachsene Amazone mit dickem wehenden rotblonden Haar, die laut schreiend und vor Lebensenergie förmlich berstend in den Kampf zog. Die Träume kamen immer wieder. Immer deutlicher. Immer weiter bedrängten sie mich, bis ich mich überwand, sie anzusehen.
Wach. Mit offenem Geist. Jede Nacht lag ich wach, spürte dich in meinem Bauch, spürte meine Ablehnung gegen jedes Gefühl, das du in meinem Herzen auslöstest.
Und ich sah dich.

„Ich weiß, wie sie heißt.“, sagte ich zu deinem Vater. Und ich war mir sicher. Es gab keinen Platz für Zweifel. Wo wir uns normalerweise verschiedene Namen vorschlugen, beratschlagten, diskutierten, war diesmal kein Raum. Nur Sicherheit, dass dies dein Name sein würde.

Es ist der Name eines ganzen schottischen Kriegerclans und es ist der einzige Name, der deinem Wesen gerecht werden kann.

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