Am Rande des Wahnsinns

Ich würd ja lachen, wenn es mir nicht im Halse stecken bleiben würde. Auf wie hohem Niveau kann man jammern? Panikattacke, weil man kurz mit einem Notar und Verkäufern in einem Raum sein muss, um ein Haus zu kaufen. Ich KANN das. Ich WILL das. Herrschaftszeiten.
Eine harmlose mickrige selbstdisziplinierte Stunde für ein Leben lang Garten.

Deal.

Freiheit vs. Flashback

Es ist ein Randproblem, allerdings eines, das meinen Tellerrand so weit erhöht, dass ich nicht mehr darüber hinaussehen kann. Notartermin für den Kauf eines Hauses. Freiheit. So nahe. Und ich kann nur daran denken, wieviel Mauer ich noch hochziehen muss, um diese Stunde mit mindestens fünf Männern ohne weitere Frau in einem kleinen Raum zu überstehen.
Ich schlafe schlecht, ich träume schlecht, in meinem Bauch klumpt sich ein großer harter Stein aus Panik, Angst und Erinnerung zusammen. Ich weiß, ich bin sicher. Ich weiß es. Ich weiß auch, dass es keine gefühlte Sicherheit mehr für mich geben kann. Also muss der Kopf das komplett übernehmen. Keine Gefühle, keine Emotion.

Nur funktionieren.

Sechs

Gestern auf dem Sportplatz das erste Mal zu sechst Fußball gespielt.
Und gedacht: Meine Güte, was sind wir viele Menschen. Bislang waren wir ein Paar mit drei Kindern und einem Baby. Ich hätte niemals gedacht, dass mit zunehmendem Alter und Größe der Kinder eine  unveränderte Anzahl plötzlich so viel größer erscheinen würde.

Meins, meins, meins!!!!!

Ich erwarte eine Anzeige wegen Stalking, da ich es mir nicht verkneifen kann, jeden Tag (auch mehrfach) an dem Haus vorbeizufahren und leise seufzend anzuhalten, um in den Garten zu starren. Die Kinder sind davon eher semi-begeistert, ich könnte auch noch stundenlang weiterstarren. Ein Garten. Mein Garten. Endlich wieder Erde und Pflanzen. Das war definitiv der härteste Teil der letzten 8 Jahre. Der Mann sagt immer nur „bald“ und ich verdrehe die Augen und zähle die Stunden, wann ich wieder diesen kleinen Umweg machen kann, um kurz unser Haus anzusehen, wenn ich ihm schon nicht näher kommen kann. Den Vorschlag, mich während der Arbeitszeit des ehemaligen Eigentümers in den Garten zu setzen, hat der Mann leider auch abgelehnt. Ein Garten. Ein GARTEN! Mit Haus. Mit HAUS!

Ich vergehe dann mal glückselig seufzend in Sehnsucht.