Leer. Dunkel.

So ein Tag wird das also.

Beim Aufstehen schon spüren, dass etwas anders ist. Die Schritte. Ich kann hören, wie es ihr geht. Sie sind heute kraftlos. Melancholisch. Die Treppe macht andere Geräusche, wenn es ihr so geht. Im Erdgeschoss spüre ich, dass jemand nach meiner Energie greift. Sie braucht mich und ich habe gerade selber so wenig davon. Aber von wem soll sie sie nehmen, wenn nicht von mir?

Ich versuche, in der Umarmung bei mir zu bleiben, aber es reicht nicht. Die Umarmung reicht nicht. Das emotional ausgelaugte und entkräftete Geschöpf in meinem Arm kann nichts mehr tun, nur nehmen. Und so gebe ich. Die Teile von mir, die auch aufgeladen werden müssen. Durch Ruhe. Durch Alleinsein. Durch Gesehenwerden. Sie sind fast leer. Aber wer bin ich, ihr das zu verweigern, wenn ich doch noch etwas habe?

Ich merke, wie es in mir trüb wird. Dieser große schwere Mensch hängt in meinen Armen und müsste getragen werden. Allein, mir fehlt die Kraft.

Ich decke die Äußerlichkeiten ab. Trinken, Frühstück, vielleicht noch mal hinlegen, ein Hund eventuell? Alles ist doof, alles wird abgelehnt, ich weiß, was sie braucht, sie braucht mein Inneres. Ich soll sie halten, auffangen, nähren mit dem, was ich so dringend selber bräuchte.

Am Ende meiner Kräfte, auch hier.

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