Einen Schritt vor, zwei zurück

Wir haben die Flaschen umgestellt und auch die Milch. Keine Pulvermilch mehr für den fast Vierjährigen, nur noch Milupino Kindermilch. Sauteuer, aber ich verspreche mir davon, dass er vielleicht von alleine seinen Speiseplan ausbaut. Die Flaschen haben nicht mehr den breiten Latexrand von NUK, an den man so toll sein Näschen drücken kann wie an eine Brust, sondern es sind so dünne Sauger, die der Kobold mit einigem Widerwillen in den Mund nimmt um zu trinken. Gutgut. Da geht noch was. Nun also inzwischen ein Abend, an dem Brot gegessen wurde.

Gestern Mittag immerhin Kartoffeln und ein paar Happen Fleisch. Beim Abendbrot war es dann schon wieder hinfällig und nach einem stressigen Tag blieb es dann bei der Scheibe Käse mit gefühlten 200g Margarine darauf. Heute Morgen immerhin ein bisschen trockenes Brötchen und einen halben Apfel mit Margarine. Und ne Flasche Milch.

Durch den großen Einbruch letzte Woche ist das noch sehr positiv zu bewerten. In der Vergangenheit war es oft so, dass nach Attacken erst mal komplett alle Nahrung außer Flaschennahrung verweigert wurde. Immerhin isst er weiter. Das Mottenkind kommt damit deutlich besser klar. Zwar trinkt sie im Moment viel Milch, weil sie erkältet ist, aber ich habe nicht das Gefühl, dass die Flaschen etwas sind, worauf das Kind nicht zur Not auch verzichten könnte.

Der Kindergarten, den ich so enthusiastisch im Februar in Angriff nehmen wollte, ist erst mal wieder ein oder zwei Monate nach hinten gerutscht.

Tausend Überlegungen, ob ich tatsächlich so lange warten kann. Was der Preis wäre, es mit Gewalt durchzusetzen. Ob ich die Motte einfach mit zwei Jahren schon hingebe, damit er mit Vier endlich gehen kann. Aber auf Kosten des jüngsten Kindes, das noch nicht die soziale Fähigkeit hat, sich anders als mit Gewalt durchzusetzen? Nein.

Aber die Geister beschwören ein Horrorszenario herauf, dass er mit Fünf noch nicht dort ist. Und ich kann das Kind nur ein Jahr von der Schule zurückstellen lassen, ohne mit ihm ein psychologisches Verfahren zu durchlaufen.

Der Kobold ist die Ruhe selbst. “Ich hab da Angst, MamiMausi. Jetzt noch nicht zum Kindergarten. Bald.”

Ich wünschte, ich könnte das einfach so annehmen. Ganz ruhig. In dem Wissen, dass wir schon so viel geschafft haben.

Aber die Praxis ist von der Theorie mal wieder ganz weit entfernt. Dass er auch zum Einschlafen in unser Bett zurückgekehrt ist, wo wir doch schon drüben waren und so sehr diese Nähe fordert, ich ihn auch tagsüber wieder tragen und wiegen muss, damit er ruhig wird, dass er wieder anfängt, seine Haut aufzuknabbern… ich wünschte manchmal einfach, ich könnte die Zeit zurückdrehen und Fehler ungeschehen machen. Und durch die extreme Bindung an den Mann und dessen Abwesenheit hier über Tag zählen diese Fehler doppelt und dreifach. Es ist so grauenvoll, einfach nur abzuwarten, nur aushalten zu können, wenn man etwas tun möchte. Ich mache auch viele Fehler mit ihm. Aber sie sind leichter wieder auszubügeln, weil die Fixierung auf mich nicht so stark ist. Der Kobold braucht für alles sehr viel Zeit. Ich weiß das.

Warum nur fällt es mir immer wieder so schwer, das zu leben?

Schreihals, Kobold

Dieses Kreischen. Dieses unerbittliche hohe, laute, nicht enden wollende Kreischen. Es macht mich wahnsinnig. Und so wütend. Das Getrampel. Das Umwerfen von Möbeln. Das Werfen von Sachen.

Und dieses Kreischen.

Dieses Kreischen.

Das Beste am Kuchen…]

… ist der Teig.

Immer wieder.

Den fertigen Kuchen isst hier eigentlich kaum jemand. Der Kobold hat dem Tochterkind gerade den Kuchen weggenommen, die Motte klaut beim geklauten Teig und lässt ihre eigene Schüssel kurz unbewacht, was das Tochterkind nutzt, um daraus zu naschen.

Wenn ich sage: “Lasst uns doch einen Kuchen backen”, ist das allererste, das alle drei Kinder tun, an die Besteckschublade zu rennen und Probierlöffel zu holen.

Vorbereitung ist alles.

Der Peter

Es ist 1998.

„Fickenblasenanalundwaskannichfürdichtun?“
Ich blinzelte. Starrte das Telefon an und legte vor lauter Schreck gleich wieder auf. Sah nochmal in die Zeitungsanzeige und tippte die dort stehende Nummer erneut.

„IchbinJasminundwillvondirgeficktwerdenundwerbistdu?“
Ich schüttelte den Kopf und ließ wieder fast den Hörer fallen. Zum dritten Mal las ich die Telefonnummer in der Anzeige, sprach die einzelnen Zahlen laut vor mich hin und tippte.

„AlleswasduwillstichbinJasminundwaskannichfürdichtun?“
Mein Gehirn verknotete sich so ein bisschen und ich vergaß, aufzulegen.
„Hallo???“

„Oh, äh, Entschuldigung, ich hab mich wohl verwählt.“

„Rufste auf die Anzeige an??“
*umpf*
„Äh. Ja. Aber dort steht, Sie suchen eine Sekretärin.“
„Ah, der Peter ist schon ein Lustiger. Wart, ich reich dich weiter!“
Bevor ich anmerken konnte, dass ich eigentlich gar nicht weitergereicht werden wollte, meldete sich schon eine tiefe Männerstimme.
„Oh?“
„Oh“ ist nun nicht gerade die Art, von der ich erwarte, dass ein potentieller Arbeitgeber sich am Telefon meldet, aber irgendwie kam ich aus der Sache nicht richtig raus.
Ich sagte mein Verslein auf, wie ich heiße, dass ich die Anzeige gelesen hätte und Berufserfahrung als Sekretärin vorweisen könne und mich nun vorstellen wollte.
„Japp.“
„Äh… Japp im Sinne von?“
„Ja, kommste her!“
Ich atmete und sammelte mich. Die letzten beiden Stellen, die ich hatte, waren eine Stelle als Sekretärin, bei der ich im Kostüm und mit Dutt schon fast aufreizend gekleidet war und bei der der Tonfall ein sehr steifer war und eine Stelle als persönlicher Chauffeur eines Geschäftsmannes und gleichzeitig dekorative Begleitung auf geschäftlichen Anlässen. Auch hier ein sehr formeller Umgangston.

Und nun konnte ich mit „Japp, kommste her“ nur schlecht umgehen.
Um welche Arbeit es sich denn genau handeln würde, fragte ich also und bekam die erfrischend ehrliche Antwort: „Ich hab nen Puff und hier ist Chaos. Ich brauch Hilfe.“
Ich war jung und wollte ja unbedingt die Welt kennenlernen…

Und so verabredete ich mich für den Abend mit „dem Peter“ im September in Bremen. Meine Lieblingskneipe.

„Der Peter“ war so sehr Klischee, dass ich ihn erst einmal konsequent ignoriert habe, weil ich dachte, das kann es nicht sein.
Tarnhose, enganliegendes Muskelshirt, Goldketten, dicke Uhr und gegelte Haare. Muskelberge, die darauf schließen ließen, dass auch viel Gehirn mit wegtrainiert wurde.

Atmen schien mit den vielen Muskeln ein echtes Problem zu sein.
Solariumhaut und blitzeweiße Zähne. Ich dachte, ich bin im falschen Film. Der Peter war es dann aber wohl doch und so ging ich hin und stellte mich vor.
Mit Vor- und Nachnamen und nettem Sprüchlein.
„Ich bin der Peter.“
Äh. Ja.
„Peter…?“

„Genau. Der Peter. Einfach nur der Peter.“

Ich setzte mich und legte meine Unterlagen auf den Tisch an die Seite. Der Peter blitzte mich mit seinen weißen Beißerchen an und strahlte.
„Was hastn da mitgebracht?“
„Bewerbungsunterlagen. Lebenslauf, Referenzen.“
„Achduscheiße.“
Oh. Die Reaktion war neu.
„Den Scheiß lassen wir weg. Ich muss dich mögen und dann kannste deine Bewerbungsscheiße dem nächsten Sesselpupser in den Arsch schieben. Und wenn ich dich nicht mag, dann mag ich dich nicht. Dann wird das auch mit der Unterlagenscheiße nix. Sach ich mal so.“

OhGott.

Ich blickte ein wenig fassungslos vor mich hin und fragte mich, wie ich aus der Situation wieder rauskam.

„Ey, Schnecke! Kaffee, aber Hopphopp!“

Ich zuckte zusammen und machte ungefähr so große Augen wie die Kellnerin, die angesprochen war. Das nächste, das ich bemerkte, war, dass ich mit Alkohol gerechnet hatte. Er bestellte aber Kaffee.

Der Peter grinste mich strahlendweiß an und fing an zu erzählen.
Ja, er hätte da so eine Idee gehabt und mit Nutten kann man nun mal viel Geld machen und das wär auch total toll und so und die Mädels sind total lieb und wenn man mal über eine drübersteigen wollte, wär das auch kein Problem, die „sind da nicht so“.
Ich überlegte derweil, wie ich am schnellsten nach Hause käme.
Ich lächelte unverbindlich und sagte, das wäre nicht so ganz das, was ich mir vorgestellt hätte und just in dem Moment klingelte dem Peter sein Handy.

„Jetzt heul doch nicht! Wenn er zu groß ist, ist er zu groß! Haste Gleitgel probiert? Was? Ja. Ja, nee, wenns nicht passt, passt es nicht. Hat er schon bezahlt? Will er nun alles zurück? War er denn schon so ein bisschen drin in der Muschi??“

Ich schloss die Augen und mir war sehr deutlich bewusst, dass die gesamte Kneipe sehr ruhig geworden war. Ich versuchte zu atmen und mich zu beruhigen und gleichzeitig nicht laut loszulachen. Ich wollte ja unbedingt mehr Abenteuer vom Leben. Hatte ich nicht erst vor einigen Wochen, als das Geld vom letzten Job alle war, darum gebeten, mal was Verrücktes machen zu können?

Der Peter war inzwischen sehr rot angelaufen und fuchtelte noch so ein bisschen mit seinen dicken kurzen Armen.
„Ja, was können denn wir dafür, wenn der so einen Pferdeschwanz hat? Geschäft ist Geschäft!“

Ich kicherte. Sehr unprofessionell, sehr kindisch. Aber mir war so.
Der Peter sprang auf und bedeutete mir zu folgen. Ich raffte meine Unterlagen zusammen und lief hinter ihm her. Auf dem Weg am Tresen vorbei steckte er der Kellnerin, die schon böse kuckte, einen Hunderter in den Ausschnitt und sagte: „Puppe, freundlicher!“

Ich lief hinter dem Peter her, bis wir draußen waren. Er beendete sein Telefonat und sah mich ratlos an.

„Ich braucht echt Hilfe, du. Und ich find dich toll.“
Der lebenshungrige Teufel in meinem Kopf übernahm die Führung und ich hörte mich fragen: „Wieviel?“
„200 Kröten am Tag. Grundgehalt. Plus Provision.“

Mir wurden die Knie weich.

„7 Tage die Woche. von 8 Uhr morgens bis 24 Uhr nachts.“
„7 Tage??? 300.“
„250“
„Morgens erst ab 9 Uhr“
„Im Nuttenoutfit“
„Hosenanzug“
„Tief ausgeschnitten!“
„Nein“
„Enganliegend“
„Figurbetont höchstens“
„Heute Abend anfangen.“
„Morgen Mittag.“


„Okay.“

Zähne und mehr

Die neue Zahnpasta, die explizit damit beworben wird, Kinder vom Zahnpastaessen abzuhalten, weil sie nicht süß und trotzdem für Kinder geeignet ist, führte nun dazu, dass der Kobold bei jedem Zähneputzen seine Schwestern an die Hand nehmen will und lautstark Pieppieppiep-gutenAppetit brüllt.

Soviel zum Thema Geschmacksneutralität.

Zähneputzen muss Spaß machen, missioniert der Erziehungsratgeber.

Zahnpasta ist kein Grundnahrungsmittel, brüllt der gesunde Menschenverstand.

Heute nicht.

Wir waren vor langer Zeit auf einer Hochzeit von Freunden.
Als wir in die Burg gebeten wurden, verkündete der Herold, dass jeder Mann von Ehre einer Dame seinen Arm bieten möge um sie in die Burg zu führen.

Etwas abseits der fröhlich schnatternden Hochzeitsgesellschaft hob eine ältere Frau den Kopf und reckte ihr Kinn nach vorne.
Sie war vielleicht 80 Jahre alt und ganz in schwarz gekleidet.
Traurig, stolz… blickte sie den anderen Gästen nach, die langsam verschwanden. Sie ging allein.

Mein Mann blickte mich kurz liebevoll an und sagte leise: „Ich komme gleich wieder, meine Schöne.“

Er trat vor die alte Frau, verbeugte sich sanft und bot ihr respektvoll seinen Arm. Sie blickte fragend zu ihm hoch, sah mich an, dann ihn wieder. Leise räusperte sie sich und straffte die Schultern. „Ich gehe seit über 40 Jahren alleine.“

„Heute nicht.“, lächelte mein Mann sanft und legte seine große Hand vorsichtig auf ihre kleine, die sich auf seinen Arm geschoben hatte.

Ein winziges Lächeln umspielte ihren Mund und sie hob den Kopf.
Mit einer Mischung aus Würde, Weiblichkeit, Stolz und Anmut sah sie zu meinem Mann auf.

„Bringen Sie mich hinein.“

Für dich.
Liebe ist unendlich.
Hab Geduld.

Kobold

Wenn mein Sohn breit grinsend an den großen Küchenschrank gelehnt da sitzt und es hinter ihm in besagtem Schrank ganz dolle rumpelt und er sich dabei einen Ast freut…

… dann hat er es wieder einmal geschafft, den dicken Halbperser in den Schrank zu locken und dort einzusperren.

Das Tier ist aufgrund weitreichender Erfahrung in dem Bereich nur leicht gestresst und wieder frei.
Der Kobold ist maulig, hat inzwischen die Tür für die zweite Katze geöffnet und wirft Käse in den Schrank.

Gefangen im Parkhaus


Ich hab ja schon viel erlebt. Ich steckte in Fahrstühlen, in Garagen, Kellern, Bunkern, etc. fest, weil entweder die Technik versagte oder ich zu dusselig war, den Schlüssel mitzunehmen oder die Tür offen stehen zu lassen… Die Liste ist beliebig verlänger- und erweiterbar.

Was früher Abenteuer war und entscheidend zum Prägen des Charakters beigetragen hat, ist in einem Parkhaus nach einer Stunde Einkauf mit zwei recht ungehaltenen Kindern und ca. 20 Autos hinter einem in der Schlange (wo sonst nie jemand hinter mir steht) ein echter Albtraum.

Ich habe das Parkticket lochen lassen, ich habe es im Parkautomaten stempeln lassen und da saß ich dann und starrte fassungslos und ungläubig auf die Meldung:

Parkticket nicht gültig

Leider änderte auch das 4. Einführen nichts an dieser Meldung (genauso wenig wie das begleitende Hupen des Hintermannes) und die Schranke blieb unbarmherzig zu.
Die meisten wissen, was passiert, wenn man vorne vor einer Schlange steht, in der die Autos alle möglichst eng aneinander stehen und dann den Rückwärtsgang einlegt.

Gar nichts.

Ich musste nun aber leider ca. 3 Meter zurücksetzen, um überhaupt zur Seite fahren zu können.

Der nette Huper hinter mir bekam in seinem neuen tiefergelegten BMW anscheinend Panik, ich wolle ihn als Strafe für sein Hupkonzert jetzt rammen, ließ seinen Motor aufheulen und legte wohl den Rückwärtsgang ein, was wiederum seinen Hintermann zu einem empörten Aufhupen veranlasste.

Um es abzukürzen: Ich bin wieder ins Geschäft gerannt und habe der Informations-Tussi-Angestellten meine Misere geschildert. Die erzählte etwas von Prüfung und dem Bezahlen eines Tagessatzes (bitte, wie? weil der doofe Automat meinen Schein nicht richtig stempeln kann???) und rief erst mal einen Techniker. Es konnte sich also nur noch um Stunden handeln.

Nach eingehender Prüfung stand für den guten Mann fest, dass ich etwas grundlegend falsch gemacht haben muss. (Frauen. Technik. Haha.)
Er verabschiedete sich mit den Worten, dass er da auch nicht weiter wüsste und ließ seine unfähige Kollegin mit dem Problem (mir) allein.

Noch während ich mir anhören musste, dass so etwas eigentlich GAR NICHT möglich sei, wenn man alles richtig machen würde, kam die Mutter eines Tochterfreundes, die ebenfalls dort arbeitet, hinzu.

3 Sekunden später hatte ich einen neuen Parkschein und 2 Minuten später habe ich das Parkhaus verlassen. (Sonnenlicht! Oh du herrlicher Quell des Lebens!)

Was lerne ich daraus?
Automaten sind doof.
Parkhäuser auch.
Frauen verstehen nichts von Technik.
Der Kunde ist immer Schuld.
Beziehungen bringen einen im Leben IMMER weiter.

Verzeihen

Ich habe letzte Woche eine sehr beeindruckende Predigt gehört und beschäftige mich gedanklich nun schon seit Tagen damit.

„Verzeihen ist sehr eng mit dem Wort verzichten verbunden.
Ich verzeihe dir bedeutet immer auch:
Ich verzichte darauf, dass du dich so verhältst, wie ich es mir wünsche.“

Wenn man nach diesem Anspruch leben will, ist verzeihen eigentlich unnötig, weil der Verzicht auf das Handeln des Gegenübers nach eigenen Wünschen und Wertmaßstäben schon im Vorfeld elementarer Bestandteil der Beziehung ist.

Verzeihen also eine Frage des Respekts?

Der erste Kuss

Ich kann sein Keuchen mehr spüren als hören, als ich meinen Körper an seinen drücke. Er riecht nach Flieder. Nach Mann. Nach Lust. Jeder Millimeter seines Körpers ist hart. Unnachgiebige, harte Muskelmasse. Ich lasse meine Finger über seine Brust gleiten. Er greift fester zu. Seine Hände liegen an meinen Hüften und ziehen mich noch dichter heran.

Ich lege meinen Kopf in den Nacken und biete ihm meine Kehle dar. Die Nacht gehört uns. Immer schon. Direkt über mir der Komet, strahlend hell, ein Stück Ewigkeit im Wimpernschlag, den ich lebe. Ich schließe meine Augen. Sein Atem hat meinen Hals erreicht.

Zeig dich. Es ist nur ein leises Flüstern. Ich brenne lichterloh.

Ich spüre, wie sich die Fesseln lösen.

Da bist du ja. Er lächelt. Lass uns spielen gehen, meine Wölfin.

Die Welt dreht sich. Ich lasse mich hineinfallen. Weiche Lippen senken sich auf meine. Ein Stromschlag nach dem anderen fährt durch meinen Körper. Ich will kämpfen. Erobern. Besitzen.

Er lässt mich nicht. Unnachgiebig bestimmt er das Tempo, den Takt, unseren Rhythmus, bis ich mich ergebe.