Rat wie Schläge

Manchmal möchte man einfach nur so frei sein, zu äußern, dass das Leben oder ein Moment oder ein Ausschnitt aus diesem Leben oder eine Situation stressig und anstrengend ist, ohne gleich Ratschläge zu bekommen, wie etwas besser laufen würde.

Es sagt viel über das Gegenüber aus, wenn es meine Gefühle oder meine Aussage nicht einfach so hinnehmen und stehen lassen kann und weit davon entfernt ist, die Kernaussage zu begreifen…

Sicherheit

Vielleicht muss Liebe erst eine gewisse Grundselbstverständlichkeit erreichen, innerhalb derer nicht mehr gebuhlt oder beeindruckt werden muss, damit wahre Aufrichtigkeit zustande kommt.

Nichts macht uns intriganter und unsympathischer, als der Drang, vom Anderen geliebt werden zu wollen. Fällt dies weg, können wir die Wahrheit mit einbeziehen, ohne Konsequenzen fürchten zu müssen.

Urvertrauen.

Diäten

„Ach, Sie nehmen aber so viel ab, Mensch, wie machen Sie das nur?“

Meine Antwort: „Ich übergebe mich viel“, war nicht das, was mein Gegenüber hören wollte, auch wenn es der Wahrheit entspricht und ich nicht verstehe, wie Frauen so besessen auf Gewichtsreduktion sein können, dass sie eine massive Gewichtsabnahme in der Schwangerschaft als glückselig machend empfinden.

Mir ist das momentan relativ egal, weil ich andere Dinge habe, die mich beschäftigen. Ich freu mich dann später. Oder so.
Und da ich es von weiblicher Seite schon mehrfach gehört habe, dass die verlorenen Kilos bei mir durchaus einen Unterschied machen, habe ich vor einiger Zeit mal den Mann gefragt, wo ich denn seiner Meinung nach nun abgenommen hätte. Der sagte, er könne nicht erkennen, dass ich überhaupt abgenommen hätte.

Soviel dazu. Beweisvortrag abgeschlossen. Nächstes Thema.

„Wenn Sie noch ein totes Kind haben wollen, nehmen Sie ruhig was…“

Der Arzt auf meine sachliche Frage, ob und welche Art Schmerzmittel für mich in Betracht käme, weil die verrenkte Hüfte mich weder richtig schlafen noch laufen noch meinen Alltag bewältigen lässt.

Danke. Danke für diese einfühlsame nette und menschliche Art. Danke für den Beweis dafür, dass Ärzte sozial kompatible sachlich argumentierende Menschen sein können. Nicht.

Ich würde weinen, wenn ich mir diesen Moment der Schwäche zugestehen würde. Ich will nicht. Diese Schwangerschaft noch und dann wird final operiert.

Ich werde mich mein Leben lang weder noch einmal einem solchen Zustand aussetzen noch der Behandlung der Asozialen, die sich Ärzte nennen.

kleiner Schnitt

Okay, wenn mein Zahnarzt im Vorfeld von einem kleinen Schnitt im Mund meiner Tochter spricht, dann weiß ich für die Zukunft, dass sich das nicht unbedingt mit meiner Vorstellung eines kleinen Schnittes deckt.
Viel Blut, einige Spritzen und Gewebe später vernähte er den kleinen Schnitt dann mit mehreren Stichen und dickem schwarzen Faden.
Jetzt Schmerzmittel, viel Eis und breiige Nahrung.

Auch für das Kind.
Uff. Danke, nächster Tag.

Montag…

Okay, bis zur Hälfte des Tages verbuche ich also eine weitere Talfahrt auf meiner ganz persönlichen Depressionsachterbahn, habe Kopfschmerzen und immer noch eine vereiterte Nasennebenhöhlenentzündung, habe mit dem Jugendamt, dem Amtsgericht und einer Anwaltskanzlei gesprochen, nach langer Zeit nenne ich wieder einen Anwalt mein eigen, habe mit dem Horrorhühnerhaufen des Kindergartens eine Grundsatzdiskussion über Impfen,  Schokolade, Geburtstage für 4jährige mit Schatzsuche mit geschriebenen Hinweisen, die keiner der Gäste lesen kann und unangeschnalltes Autofahren geführt und meine Hüfte ist nach wie vor ausgerenkt/verrenkt/ähnliches, während heute Morgen die Parkplatzsituation so war, dass jede Mutti zwei Parkplätze blockierte und ich somit vom nahegelegenen Supermarktparkplatz einen halben Kilometer mit besagter Hüfte und im siebten Monat schwanger den Berg hochhumpelte.

Zwanzig Minuten für eine Strecke. Ich liebäugle noch mit dem Marathon.

Damals, bei der Steißbeinwasauchimmer in der Schwangerschaft mit dem Kobold ließ man mich erst vier Stunden im Krankenhaus warten, während derer ich stehen musste, dann musste ich mich vor Schmerzen schreiend auf eine Krankenhausliege legen, während man mir sagte, dass man mich weder röntgen noch mir etwas gegen die Schmerzen geben würde. Schwangerschaft und so. Auf wiedersehen und sehen Sie doch zu, wie sie zurechtkommen.

Ich kam zurecht und deswegen erspare ich mir aus Effizienzgründen den Besuch dort, auch wenn ich gestern Nacht kurz davor war, den Krankenwagen zu rufen. Nur wofür?

Das Verhalten der meisten (Krankenhaus-)Ärzte ist der letzte Dreck, da diese zuallererst an ihre Haftpflichtversicherung denken. Und asozial noch dazu. Umgangsformen legt man zumindest im Krankenhaus wohl spätestens während des ersten Patientenkontaktes ab.

Heute dann nur noch eine kleine geschmeidige Frenektomie beim großen Kind (der Gefrierschrank ist RANDvoll mit Wassereis) und der Versuch, heute zumindest so lange aufzubleiben, bis die Kinder im Bett sind, um mit dem Mann den Streit von gestern Abend fortzusetzen.

Ein ganz normaler Montag also. Da geht noch was. Ist ja erst 1 Uhr.
Jetzt erst mal wieder eine Handvoll Schmerzmittel und weiter im Laufrad.

Verkehrte Welt

Ich komme meiner Pflicht nicht nach, wenn ich nicht offiziell und jedes Mal schriftlich, nachweisbar, mit Termin und Fristsetzung den Unterhalt für meine Tochter anmahne, wenn dieser nicht kommt? Telefonate – nicht nachweisbar. Freundliche Aufforderung ohne Fristsetzung und ohne Nennung aller Titel, Urkunden und sonstigem – nicht gültig.

Haha.

Heißgeliebte Bürokratie. Nächster Schritt – Zwangsvollstreckung.

Was haben wir für Spaß hier.

Disziplin

…ist, wenn man tapfer weiter den Reissalat mit gekochtem Huhn anrührt, während es durchs Küchenfenster der Nachbarn von unten nach karamelisiertem Gemüse und Schweinefleisch riecht, das mit dicker Panade in Butter vor sich hinköchelt.

Butter. Panade. Zucker. Meine Hormone sind kurz vor Amok.

Vor dem Kopf

„Ich beneide dich so… um deine Art, um dein Leben…“

Manchmal, nach dem unverbindlichen Lächeln als Standardantwort, frage ich mich, ob sie denn auch tauschen wollen würden, wenn sie wüssten, was zu dieser Art und diesem Leben geführt hat.