Es ist Mai 2005, ich bin gerade zu meiner besten Freundin Kim in den Kurzurlaub gefahren. Nur meine Tochter und ich. Sie hat einen Sohn, der nur etwas jünger ist als meine Tochter und ist schwanger mit ihrem zweiten Kind.
Wir verbringen absolut schöne Tage miteinander.
Als ich einige Tage später wiederkomme, ist der Exmann mal wieder im Haus. Wir sind schon längst von Tisch und Bett getrennt aber müssen noch im selben Haus leben, es geht gerade finanziell nicht anders. Meistens übernachtet er eh „in der Firma“, das ist zumindest das, was er erzählt. Es ist mir meistens egal, Wahrheit war noch nie sein Steckenpferd.
Ich gehe ihm aus dem Weg und gehe in mein Arbeitszimmer.
Mein Computer ist weg.
Ich stelle ihn zur Rede.
Mit unerschütterlicher Arroganz und Selbstherrlichkeit eröffnet er mir, er hat ihm einen Kumpel für 50 € „verkauft“, dafür hat er sich Zigaretten geholt, ansonsten wäre er blank gewesen.
Ich denke gerade wieder viel an diesen Computer. Auf diesem Computer war alles, was ich jemals geschrieben hatte. Meine Tagebücher, meine Bilder, meine Dokumente. Das Buch, das ich angefangen habe zu schreiben, als ich 15 war. So etwas wie BackUps hatte ich damals nicht.
Ich weiß bis heute nicht, ob er diese Sachen vorher gelöscht hat. Ob ein fremder Mensch sie gelesen hat oder den Computer platt gemacht hat. Ich weiß es nicht.
Ich weiß aber, dass dort unfassbar Kostbares aus meinem Leben drauf gespeichert war, das nun unwiederbringlich verloren war.
Und jetzt gerade, im Rahmen dieses Archivs hier, trauere ich doppelt darum.