Ich hatte mir etwas anderes vorgestellt. Hatte vorbereitet, in Gedanken durchgespielt, wollte so viel wissen und zuhören und teilhaben und musste dann feststellen, nur ein Punkt zum Abhaken auf einer Liste gewesen zu sein. Die Geschenke liegen eingepackt im Schrank, es gab keinen Moment, keinen richtigen Zeitpunkt, nur zwischen Tür und Angel und der Symbolgehalt dieser beiden Dinge ist zu hoch, um ihn mit Eile zu zerstören. Aber ich habe allmählich die Ahnung, dass ich mich in eine Idee verrannt habe, die keine Entsprechung in der Wirklichkeit hat. Tagträumereien von einem Akt, der vielleicht nur in meinem Kopf von Bedeutung ist. Enttäuschung, auch hier. Die Alarmglocken, die in meinem Kopf klingelten, die Vorzeichen, das flaue Gefühl im Bauch, die Verachtung, gegen die ich mich nicht wehren konnte. Vielleicht erwarte ich einfach generell zu viel von Menschen. Ich werde alt und bitter und fliehe in einen Sarkasmus, der mir so vertraut ist und bin alles, was ich nie werden wollte. Enttäuscht, zynisch, misstrauisch und einsam. Ich muss nicht einmal woanders suchen, denn das, wonach ich mich sehne, das gibt es wohl nicht.
Monat: Januar 2025
Erwartungen
Ich kann nicht beschreiben, wie enttäuscht ich von einem Menschen bin, von dem ich dachte, er könne mich nicht enttäuschen. Und bei allem reflektierten ‚Andere Menschen können dich nicht enttäuschen, weil es nur die eigenen Erwartungen sind, die nicht erfüllt werden‘, macht sich in mir dennoch eine grenzenlose Leere breit, die mich mutlos zurücklässt.