Heute nicht.

Wir waren vor langer Zeit auf einer Hochzeit von Freunden.
Als wir in die Burg gebeten wurden, verkündete der Herold, dass jeder Mann von Ehre einer Dame seinen Arm bieten möge um sie in die Burg zu führen.

Etwas abseits der fröhlich schnatternden Hochzeitsgesellschaft hob eine ältere Frau den Kopf und reckte ihr Kinn nach vorne.
Sie war vielleicht 80 Jahre alt und ganz in schwarz gekleidet.
Traurig, stolz… blickte sie den anderen Gästen nach, die langsam verschwanden. Sie ging allein.

Mein Mann blickte mich kurz liebevoll an und sagte leise: „Ich komme gleich wieder, meine Schöne.“

Er trat vor die alte Frau, verbeugte sich sanft und bot ihr respektvoll seinen Arm. Sie blickte fragend zu ihm hoch, sah mich an, dann ihn wieder. Leise räusperte sie sich und straffte die Schultern. „Ich gehe seit über 40 Jahren alleine.“

„Heute nicht.“, lächelte mein Mann sanft und legte seine große Hand vorsichtig auf ihre kleine, die sich auf seinen Arm geschoben hatte.

Ein winziges Lächeln umspielte ihren Mund und sie hob den Kopf.
Mit einer Mischung aus Würde, Weiblichkeit, Stolz und Anmut sah sie zu meinem Mann auf.

„Bringen Sie mich hinein.“

Für dich.
Liebe ist unendlich.
Hab Geduld.

Trauer

Sie kommt in Schüben, die Trauer.

Trauer um zwei tote Babys in diesem Jahr, meinen geliebten Großvater, Erkenntnis und Bestätigung, meinen Eltern gleichgültig zu sein und der komplette Bruch mit ihnen.

Das Gehirn grinst ein wenig schief und der Gedanke ist da, dass man das ruhig auf ein paar Jahre hätte verteilen können. Obs dadurch besser geworden wäre? Wer weiß es schon.

Vielleicht. Vielleicht auch nicht. Es ist wie es ist. Und das ist der größte Dreck.

Die Trauer wird ewig begleitet von der destruktiven Frage: Was wäre gewesen, wenn…

Das Spiel ist so einfach wie vernichtend. In Kreisen drehen sich die Gedanken bis zur vollkommenen emotionalen Erschöpfung und Leere. Wenn ich hier so sitze und mir die Tränen die Wangen hinunterlaufen, erscheint alles so sinnlos. Morgens aufstehen, etwas Sinnvolles tun. Zu leben. Wozu denn, wenn es eh jederzeit zuende sein kann.

Wofür mühen und strampeln wir uns denn ab, wenn wir am Ende unseres Lebens hauptsächlich Eines sind: verdammt tot.

Die Faust in den Magen kam in Form einer Bekannten, die munter über eigene Fehlgeburten und Abtreibungen referierte, nicht merkend, dass ich mich immer weiter in mich zurückzog.

Völlige Takt- und Empathielosigkeit garniert mit der Frage: Ist doch okay, wenn ich so offen bin, ja?

Na klar. Deklariert man Offenheit als Synonym für Narzissmus und emotionale Rohheit.

Sprich ruhig, ich bin hart, ich weine zuhause. Die Frage, warum ich denn dann überhaupt noch riskierte, schwanger zu werden, nötigte mir neben einem inneren andauernden Würgen die folgenden Wochen auch noch tiefergehende Gedanken ab.

Ja. Warum?

Ich habe doch schon drei Kinder. (Selbst schuld, wenn ich nicht zufrieden bin und noch eine Fehlgeburt riskiere. Selber Schuld. Selber Schuld. Selber Schuld.)

Niemandem Rechenschaft schuldig zu sein ist die eine Sache. Theorie. Praxis. Rückblickend? Vergeudete Zeit. Es hängt nach, trotz allem.

ergiftete Gedanken.

Ruth

Die Frau, zu der ich kommen sollte, würden meine Eltern sterben, wurde von mir sehr geliebt.

Sie war eine entfernte Verwandte meines Vaters und Mutter eines Mädchens, das acht Jahre jünger ist als ich. Seit ich denken kann, war sie immer die Frau, bei der ich wohnen darf, wenn meine Eltern sterben.

Meine Eltern hatten nicht viel für den Firlefanz übrig, ihrem Kind die Sicherheit zu vermitteln, zu der eben auch eine relative Unsterblichkeit der eigenen Eltern gehört. Zumindest in jungen Kinderjahren. Kam diese Frau zu Besuch, blühte ich auf. Sie war fürsorglich, wunderbar, sauber, respektvoll – sprich das Gegenteil meiner Mutter.

Sie befingerte mich nicht, ich musste sie nicht anfassen, sie war liebevoll ohne Liebe zu fordern. Ein Traum. Pure Utopie, damals.

Dann bekam sie ein Kind. Ein kleines Mädchen, in das ich vernarrt war. Fortan überdeckte ein Schatten ihre Besuche bei mir. Ich sah, wie sie mit ihrer Tochter umging. Und mit den Jahren reifte ein Gefühl dessen, was mir alles vorenthalten wurde.

Ich saß auf unserem Badewannenrand und sah, wie sie ihrer Tochter das Haar bürstete, ihr das Gesicht eincremte, sich kümmerte. Ich sah eine Mutter-Tochter-Beziehung, wie sie ferner von meiner eigenen nicht sein konnte.

Ich hörte die stolzen Kommentare meiner eigenen Mutter, dass sie selber diese Dinge niemals für ein Kind tun würde. Sie wäre schließlich nicht mein N****r. Den Satz hab ich oft gehört. Neben vielen anderen.

Meine Eltern haben mich früh allein gelassen. Mittags, wenn ich aus der Schule kam, war ich seit meinem fünften Lebensjahr alleine. Abends, wenn sie etwas unternahmen, ebenfalls.

Oft habe ich da gesessen und habe mich in Fantasien ergangen, dass ihnen etwas zugestoßen sei. Das hat mir so ein bisschen Angst gemacht, aber weniger aus Liebe als vielmehr aus der Befürchtung, meine Freunde zu verlieren, wenn ich zu meiner geliebten Patin ziehen würde.

Eines Abends tobte ein fürchterliches Gewitter über dem Haus, meine Eltern waren weg, ich hatte keine Ahnung, wo sie hingefahren waren und es war dunkel, kalt und nass. Plötzlich knallte die Sicherung raus und es war schwarz. Von meinem Vater auf sämtliche Katastrophenszenarien gedrillt hatte ich zwar Angst, wusste aber dennoch, was ich tun müsste, sollte das Haus anfangen zu brennen oder Ähnliches. Ich holte in stockfinsterer Nacht die Kerzen und machte mich auf den Weg in mein Zimmer. Holte meinen großen Koffer und fing an zu packen.

Ich weiß gar nicht warum, aber in diesem bedrohlichen Endzeitgewitter erfasste mich die Gewissheit, dass meine Eltern vom Blitz getroffen worden waren und tot wären. Ich war mir so sicher wie ich nur sein konnte.

[Rückblickend weiß ich nicht, was mich zu dieser unbeirrbaren Sicherheit verleitet hat, denn meine Überlegungen haben für einen Erwachsenen doch ziemliche Logiklücken.]

Ich packte im Kerzenschein meine Sachen zusammen, die ich unbedingt mitnehmen wollte. Ich hatte keine Ahnung, wie schnell die Polizei kommen würde, um mich zu meiner Patin zu bringen, aber ich wollte dann auch nichts zurücklassen müssen, das mir wichtig war.

Ich wuchtete meinen riesigen Koffer die Treppe runter in den Flur vor der Haustür, holte meinen Hamster und die Waffe meines Vaters und setzte den Hamster auf die Schulter und nahm die Waffe in die Hand. Einbrecher nutzen Gewitter mit Stromausfall, um die Alarmsysteme von Häusern zu umgehen, einzubrechen, Männer abzuschlachten und Frauen und Mädchen zu vergewaltigen. Regel Nummer weißichnichtmehr meines Vaters.

Ich war also mit meinem Gepäck, meinem Hamster und der Waffe gut vorbereitet.

Und schlief ein.

Ich erwachte von lautem Gepolter, das ich nach wenigen Sekunden schon als das vertraute Geräusch meines volltrunkenen Vaters klassifizieren konnte.

Die Enttäuschung kam erst sehr viel später.

Nachdem ich in Windeseile diesen verflucht schweren Koffer in mein Zimmer geschleppt hatte und ihn unter dem Bett verschwinden ließ, lag ich mucksmäuschenstill in meinem Bett und hoffte, ich würde am nächsten Tag meinen Hamster wiederfinden.

Sperrig

Diese Gedanken, die so schwer sind, dass man sie kaum tragen kann. Die den Kopf beugen und demütig machen, innerlich wie äußerlich.

Unbeschwert. War es schon. Damals. Irgendwann, vor unendlich langer Zeit.

Ob das wohl jemals wiederkommt?

Will ich das? Was nutzen Wachstum, innere Größe und Wissen, wenn das Leben keinen Spaß mehr macht? Der Nervenkitzel von früher ist einer grundlegenden Verantwortung gewichen, die erschlägt. Jeden Spaß.

Freiheit bedroht Sicherheit. Auch in Gedanken.

Gewissensfrage

„Du, ich überlege, mit Bloggen aufzuhören“, sagte ich vor einiger Zeit dem Mann.

Und er blickte mich mit diesen tiefen graublauen Augen an und im Grunde muss ich nicht erklären. Er weiß schon.

So viel Positives würde ich zurücklassen. Aber eben auch sehr viel Negatives. Emails, die wie eine Faust in den Magen treffen, anklagen, verurteilen, verleumden.

Forenbeiträge, die mich in Frage stellen. Andere Blogs inklusive Seitenhiebe auf dieses Werk hier. Getuschel, hinter den Rängen, wie man es nur in der Schule erwarten würde.

Aber so viele wundervolle Menschen, von denen ich oft nur den Namen kenne, mit dem sie hier kommentieren. Ich habe mit dem Thema Freundschaft abgeschlossen, ich weiß, dass es anderes auf der Welt für mich gibt. Vielleicht ist da noch ein winziges Fenster mit jemandem, der eigentlich so gar nicht zu mir passt, zu dem ich mich aber nach wie vor so unglaublich stark hingezogen fühle. Er hat mir Post gesendet und ich weiß noch nicht, ob ich auch ihn abblocke, um keinen Fehler zu machen.

Vielleicht ist das die letzte Gelegenheit.

Meine Maske ist eine sehr Massive. Um mich und um meine Umwelt zu schützen. Die Disziplin, die so lange Jahre eine Frage des Überlebens war, umgibt mich wie ein Eispanzer.

Dahinter blickt – manchmal – mein Mann. Er hält aus.

Das Rohe, das Hässliche, die weinende und schreiende Fratze – die 1000 Bruchstücke meiner Seele, in die eine Kinderunschuld einst zerbrochen wurde.

Ich habe die wunderbare Nian kennengelernt, ich habe mit der zauberhaften Cecie telefoniert, ich habe Kim umarmt und mich so ein wenig verliebt und ich habe bei allem gemerkt, dass ich nicht in der Lage bin, abzulegen.

Ich bin, was ich bin.

Um am Leben zu bleiben, um meine Aufgabe zu erfüllen.

Ich habe eine sehr hohe Messlatte für mein Verhalten gegenüber meiner Umwelt, meinen Kindern.

Ich habe überlebt, damals, auf eine sehr absurde Weise.

Ich kenne niemanden, der dem standhalten könnte.

Und so bleibt nur die Einsamkeit.

Ich habe vor Monaten eine andere Person gefunden, die gleich ist. Und ich vermute, dass sie inzwischen tot ist – der Zweifel darüber frisst mich fast auf. Endlich ein Gleicher, endlich jemand, der verstehen könnte, der Fragen beantworten könnte…
Und ich laufe wieder ins Leere.

Allein.

Worte treffen tiefer als ein Schwert es jemals könnte.
Sie brennen sich ein.

Und so ist es vielleicht besser, dieses Gesamtwerk hier zu einem Ende zu bringen, bevor es zu etwas verkommt, das ich nie sein wollte.

Vielleicht hat alles seine Zeit.

Vielleicht beginnt etwas Neues, Besseres.

Jetzt.

Mein geliebter Mann,

wenn es nur noch Eines zu sagen gäbe, was ich dir sagen dürfte, dann dies:

Du hast mir Wurzeln und Flügel geschenkt als ich schon dachte, ich würde weder das Eine noch das Andere jemals bekommen.

Ich liebe dich.

„Helfen“

Es gibt zwei Arten von Hausarbeit.

Die, die man sieht und die, die man erst sieht, wenn sie zwei Wochen lang nicht gemacht wurde. Klar ist es einfach, mal eben die Wohnung zu saugen, eine Maschine Wäsche anzustellen oder das schmutzige Geschirr in die Spülmaschine zu räumen.

Und sich dann zurückzulehnen und stolz zu sein.

Aber die wirkliche Arbeit, die steckt woanders. Alle Oberflächen abwischen. Unter dem Herd die Schrankbeine abzuwischen und den Kinderstuhl zu schrubben. Neben der Toilette die Dreckspritzer der ganzen Familie zu beseitigen. Mal den Boden wischen. Das Treppenhaus fegen.

Da kuckt man nicht sofort hin und in diesem Fall übersieht man es einfach.

„Mach bitte mal ein bisschen im Haushalt“ habe ich mir anders vorgestellt.

Drüberfuddeln kann ich auch. Sehr gut sogar…

Aber was tun in diesem Fall? Soll ich nun meckern? Es ruhig ansprechen und wieder alles haarklein erklären? Den Mund halten? Enttäuscht sein?Ich weiß es einfach nicht.

Wahrscheinlich mache ich es einfach wieder selber.

Mutter

Was will ich denn eigentlich von ihr? Was erwarte ich davon, wenn sie hier anruft?

Ich kann das Muttersein nicht erzwingen, genauso wenig wie Gefühle für mich oder Interesse an meinem Leben. Klar, wenn alles gut läuft, dann redet sie gerne mit mir, aber meine Sorgen aussprechen durfte ich ja nun nie.

Du schaffst das, du bist stark, du kannst ja ein neues Kind bekommen, du machst das schon – ihre „Lösungen“ die mich mein Leben lang begleiten. Klar. Einfacher lassen sich Probleme für sie ja nun nicht zur Seite schieben.

Das war schließlich schon immer so.

Also, was will ich von ihr?

Warum diese Sehnsucht, sie anzurufen, mal wieder enttäuscht zu werden…

Frust

Warum genau habe ich mich heute so abgemüht?

Abends sieht es so chaotisch aus wie am Morgen, unabhängig davon, wie viele Stunden am Tag ich mit Putzen, aufräumen, saugen oder wischen verbracht habe. Das ist echt frustrierend.

Ich habe heute das Küchenklo gewienert ohne Ende. Und als ich fertig bin, macht das Kind natürlich vor die Toilette. Und jetzt ist auch noch irgendwas undicht. Super.

Die Küche war heute so sauber und aufgeräumt und nun? Ein Schlachtfeld.

Kein Bock mehr, echt. So schön das Putzen an sich auch ist, aber es sollte zumindest ein bisschen sauber bleiben.

Heute mit dem Mann über meine Mutter geredet.

Die Tochter ist nach wie vor krank und die Tage ziehen sich wie Kaugummi.

Mama?

Manchmal wünsche ich mir eine Mutter. Eine richtige Mama. Erinnerungen an eine Kindheit voller Wärme und Liebe und Nähe.

Ich versuche, meinen Kindern eine gute Mutter zu sein. Ich weiß aber nur aus Büchern, was eine solche Mutter überhaupt ausmacht. Ich habe Filme gesehen, Geschichten gelesen, andere Kinder gesehen, die von ihren Müttern ohne jegliche sexuelle Ambitionen in den Arm genommen wurden. Getröstet wurden, ohne dafür bezahlen zu müssen.

Ich habe immer dieses brennende Gefühl des Neides gespürt, wenn ich eine solch augenscheinlich intakte Mutter-Kind-Beziehung gesehen habe.

Früh war ich der Meinung, dass ich gar keine richtige Mutter bräuchte. Es war schon okay so – wie hätte ich es auch ändern sollen. Ich traf meine Vorsichtsmaßnahmen. War immer angekleidet. Keine nackte Haut zeigen, keine Sehnsucht nach Nähe. Unnahbar sein und gerne in Kauf zu nehmen, das tägliche „Ich finde dich so zum Kotzen“ zu hören. Weil das bedeutete, dass niemand meine Haut berührte. Niemand würde mich gegen meinen Willen küssen. Niemand würde mich an Stellen berühren, die zu intim waren um sie überhaupt auszusprechen.

Die Kunst, in einem Haushalt zu existieren und den größtmöglichen Abstand zu einem Familienmitglied zu halten, das seinerseits versuchte, den ganzen Tag mit „zufälligen“ Berührungen zu füllen. Meine Brüste habe ich lange abgebunden, damit ich keine Berührung empfinden kann. Durch mehrere Lagen Binde merkt man auf der Haut kaum noch etwas. Sehr pragmatisch. Und mein Alltag.

Als ich älter wurde, merkte ich, dass ich mich nicht nur „anstellte“, wie es mir sooft vorgehalten wurde. Dass andere Kinder nicht nackt für ihre Mütter posieren mussten. Dass andere Kinder dann nicht auch noch angefasst wurden. Aber wenn man nur falsch kennt, empfindet man das automatisch als normal und nicht zu ändern. Das kommt erst später.

Zurück zu meinen Kindern. Bei meiner Tochter tat ich mich sehr schwer mit der Pflege im Säuglingsalter. Ich traute mich kaum, sie zu berühren. Sie sauber zu machen. Ihre Windel zu wechseln. Sah ich doch diese normalen Tätigkeiten in Erinnerung an meine Kindheit schon als Grenzüberschreitung. Es hat lange gedauert, bis ich sie ohne Seelenqual waschen konnte. Auch das Stillen war sehr davon belastet, ihr „das“ nicht zumuten zu wollen. Ich wollte sie nicht zwingen, etwas in den Mund zu nehmen, was in meiner Erinnerung einfach nur eklig war. Für normale Menschen ein kaum nachvollziehbarer Gedanke. Und so war auch das neben vielen anderen ein Grund, es schnell wieder sein zu lassen.

Als ich schwanger war, brauchte ich nach langer Zeit mal wieder eine Mutter. Ich träumte von einer gesunden Mutter-Tochter-Beziehung. Dass ich ihre Hand ganz unschuldig auf meinen Bauch legen könnte, damit sie ihr Enkelkind spüren könnte. Im Vorbereitungskurs war eine Frau mit ihrer Mutter, die sie auch mit zur Geburt nehmen wollte. Ich war neidisch. Glühend eifersüchtig. Ich hatte keinen Mann zum Anlehnen und meine Mutter… naja. Sie hat nicht einmal meinen Bauch berührt. In keiner Schwangerschaft hätte ich das zugelassen, solange ich noch einen Atemzug tun kann. Aber gewünscht hab ich mir das. Eine richtige Mutter. Eine Mama zum Anlehnen. Zum Teilen.

Eine, die Erfahrung weitergeben kann. Auch jetzt ist der Wunsch nach einer mütterlichen Bezugsperson sehr stark. Ich möchte jemanden haben, der seine Erfahrung mit mir teilt.

Auch jemand, dem ich meine Kinder anvertrauen könnte. Ich war so gerne bei Oma und Opa früher – meinen Kindern fehlt diese Erfahrung völlig.