Immer drei umsonst

Wann immer ich eine neue Nähidee habe, erscheinen nacheinander drei Gestalten neben der Nähmaschine, die liebreizend säuselnd versichern, dass sie nie etwas Schöneres, Tolleres oder Kreativeres gesehen hätten, um mir das fertige Nähwerk dann unter der Nadel wegzureißen.
Nach dem dritten Teil, das spurlos verschwindet, kann ich dann mit meiner Arbeit anfangen.

„Ich hätt auch gern so eins.“, lächelt mich der große Mann mit den blauen Augen gestern Abend liebevoll an.  

[Immerhin steht er beim Nähen nicht neben mir und zupft wahlweise an meiner Kleidung oder am Stoff, damit es schneller geht]

Elterngespräch

Das Kind ist wie erwartet das leistungsstärkste der Klasse. So wenig Sympathien ich der Lehrerin auf menschlicher Seite entgegenbringe, so sehr gehe ich mit ihrer Unterrichts- und Lernauffassung konform und auch mit der Art, wie sie der großen Tochter gegenübertritt.

Die Schlurigkeit und Bummelei des Kindes sowie seine Arroganz, Dinge nur einmal kurz zu überfliegen, damit sie im Gehirn bleiben, werden sich ihrer Meinung nach spätestens dann legen, wenn es merkt, dass das Tempo und die Anforderungen anziehen. Und so lassen wir sie das letzte Jahr nun einfach noch mal das sein, was sie ist.

Ein kleines Kind mit Spaß an Träumerei, einer lebhaften Fantasie und einem großen Gehirn, das die Schule zum Glück ohne weiteres nebenher bewältigt.

Wissen

Sollte es diesmal wieder so einfach sein, einen Namen zu finden?
Mit demselben unumstößlichen Wissen wie damals bei der Motte hat unser Sohn nun schon seinen ersten Vornamen.
Genauso ausgefallen und mit derselben bestimmten lächelnden Sicherheit.
Ja. Das ist er.

10-Tages-Pensum

Kinderarzt Kind2 (Hören, Sehen, Impfen, Schreiben)
Kinderarzt Kind3 (Hören, Sehen, Malen, dumme Spiele)
Kardiologe Kind2 (wiegen, messen, 30 Sonden, Panikanfälle und Glitsche am Brustkorb)
Kardiologe Kind3 (wiegen, messen, 30 Sonden, Glitsche überall)
Hebamme (wiegen, messen, in einen Becher pinkeln, tasten, horchen, reden)
Frauenarzt (wiegen, messen, in einen Becher pinkeln, Blutabnehmen, untersuchen)
Krankenhaus Pränataldiagnostik (wiegen, messen, eine Stunde bewegungslos auf dem Rücken liegen und danach eventuell mit dem Kardiologen aus Punkt 3 und 4 über ein 4. Kind mit Herzfehler sprechen, aber hey, nicht in einen Becher pinkeln)
Geburtstag Kind2 (Panik, Party, Kuchen und Geschenke)
Party Kind2 (ein Halleluja dafür, dass die Nachbarn unter uns letzte Woche ausgezogen sind)
Geburtstag Kind3 (zwei Luftballons, eine Torte und eine Barbie, mehr braucht es nicht)
Elternsprechtag Schule Kind1 (haha. Ich versuche, niemanden zu verletzen)
Elternsprechtag KiGa Kind2 (siehe vorheriger Punkt)
Elternnachmittag KiGa Kind2 (ja, ein Nachmittag mit drei Kindern, von denen eines mir heißen Kaffee – den ich nicht mag – über den Schoß schüttet, weil das ein „Muttertagsnachmittag mit Kaffeetrinken“ ist, ist unglaublich entspannend und sehr im Sinne eines Muttertagsgeschenks)

Und dabei dauermüde.
Schwangerschaften sind einfach nichts für mich.
20. Woche.
Halbzeit.

Neun

Es schaudert mich jedes Mal, wenn ich diese Zahl in meinem Mutterpass lese. Schwangerschaft: 9

Geburten: 3

Jeder Tag, der vergeht, bringt mich näher an mein Ziel. Geplant war früher so vieles. So jung und so unbeschwert. 5 gemeinsame Kinder wollten wir haben. Auf jeden Fall. Und wir waren ja noch jung. Und dann, dann kam alles anders. Leben kann man nicht planen. Den Tod auch nicht. Und doch muss man ihn einplanen, ob man will oder nicht.
5 Kinder. Kein Problem, dachte ich. Die Schwangerschaften waren alle nicht schön, sehr schwierig und grenzwertig für mich, aber man muss eben auch in Vorleistung treten, wenn es darum geht, Träume zu verwirklichen.
Dass das Leben andere Pläne für uns bereithalten sollte, davon wollte ich nichts wissen.
Ich habe in den vergangenen Jahren auf die harte Tour gelernt, was Dankbarkeit heißt. Dankbarkeit für ausgetragene Schwangerschaften. Für lebende Kinder. Für das Leben mit Kindern.
Jeder Tag, der vergeht, den ich mein neuntes Baby spüre, tief in meinem Bauch, unter meinem Herzen, so groß schon und doch noch so winzig, macht mich demütiger. Wir sind auf eine Totgeburt vorbereitet. Seltsam, das, mit lebendem Baby im Bauch. Und doch hat das Leben uns gelehrt, auch den Tod in unsere Vorbereitungen mit einzubeziehen.

Ich wünsche mir nicht Gesundheit, nicht Unversehrtheit, nicht mal Leben, wenngleich die Hoffnung stark ist. Aber zu wünschen, zu rechnen, erscheint mir vermessen.
Tief im Herzen weiß ich, dass dies meine letzte Schwangerschaft sein wird.

Der Körper, das Herz und die Seele haben viel ertragen, die letzten Jahre. Gelitten, geweint.
Diesen unseren Traum von damals, als wir noch planten und träumten, kann ich gehen lassen.
Hoch war der Preis, den wir gezahlt haben. Und dann wieder doch nicht. Unendlich die Liebe, die wir dabei erfahren haben. Unerschöpflich groß die Kraft, die wir einander gegeben haben.

Und doch.

Ein Kind wird mein Körper noch gebären. So oder so.

Und es wird gut sein.

Kind, armes

Eigentlich ist es keine große Sache, denke ich, als ich der Erzieherin zur Erinnerung noch einmal mitteile, dass mein Sohn auf gar keinen Fall wie die anderen Kinder sein Oberteil ausziehen darf, weil die Zellen der Haut seiner rechten Bauchhälfte nun mal kein Pigment enthalten und auch nicht bilden können.
Denn das hatte ich ja eigentlich zusammen mit den Daten für den Herzfehler schon auf die Formulare geschrieben.
Und ich erinnere mich mit Grausen an den total verblüfften Gesichtsausdruck der Erzieherin Anfang des Jahres, als sie mein Gespräch über Endokarditisprophylaxe mit einer anderen Mutter, die den gleichen Kardiologen besucht wie wir, mithörte und verstört fragte, ob mein Sohn herzkrank sei.
Nein, ist er nicht. Er hat nur ein Loch im Herzen, wo keins sein sollte. Das steht auf Ihrem Scheiß-Notfall-Blatt, das man dreimal im Jahr ausfüllen muss. Ich frage mich langsam, ob diese Notfallblätter direkt nach der Abgabe ins Altpapier kommen.
Ich erinnere mich an völlig sinn- und fruchtlose Gespräche, in denen ich inständig darum bitte, meinen Sohn bitte auf gar keinen Fall am Klettern oder Toben zu hindern oder ihn zu ermahnen, langsamer zu machen. Nur bei tiefen Wunden einfach sofort anrufen, damit unser Kinderarzt entscheiden kann: Antibiotika ja oder nein. Mehr nicht.
Und eigentlich will ich ja nur noch einmal kurz daran erinnern, dass der Kobold trotz Sonnencreme immer ein Unterhemd anbehält, damit die pigmentfreie Haut nicht sofort verbrennt.

Ich sehe in große verstörte Bambiaugen einer Frau, die gut und gerne 10 Jahre älter ist als ich und mehr als 20 Jahre Erzieherin ist. „Oh Gott, was hat das arme Kind denn noch alles…?“ Ich rechne fast damit, dass ihr Tränen in die Augen treten, warte auf dramatische Musik und sehe etwas irritiert zu meinem mopsfidelen Sohn, der bereits in seiner Gruppe seine beste Freundin begrüßt.
„Was meinen Sie?“ Ich blinzle.
„Die offenen Stellen auf der Haut… die schlimme Herzkrankheit… und nun auch noch sowas… Was ist denn das? Ist er sowas wie ein Albino?“
Ich schließe für zwei Nanosekunden die Augen und bete um Hirn, eine Keule, Geduld…, was auch immer zuerst verfügbar ist. Nein. Das Kind mit den blauen Augen und den hellbraunen Haaren ist definitiv kein Albino, gute Frau. Bitte einfach nur das Oberteil anlassen. Einfach nur das.
Sie versichert mir, das in seiner Akte zu vermerken (Notfall-Blatt? Hallo?) und beim Wasserspielen darauf zu achten, dass er nicht wie die anderen Kinder sein Oberteil auszieht.
Danke.
Ich scheuche meine Töchter Richtung Ausgang und sehe noch, wie Bambiauge und zwei weitere Erzieherinnen mit mitleidigem Blick auf meinen Sohn sehen, leicht den Kopf schütteln und sich seufzend mit jeweils einer Tasse Kaffee auf ihre Stühle sinken lassen.

Zwei Tage später bekomme ich dasselbe Notfallblatt in die Hand gedrückt, das ich schon an die 10 Mal ausgefüllt habe, versuche, nicht loszubrüllen, rotze mit meinem Stift  drei Worte drauf: Neurodermitits, Ventrikelseptumdefekt, Vitiligo und reiche es mit kühlem Blick zurück.
Bambi atmet hörbar ein und wieder aus und sagt: „Oh, das klingt aber sehr schlimm medizinisch. Das arme Kind.“

Ich bin im falschen Film.
Nur noch ein Jahr.

Das schaffe ich jetzt auch noch.

Man kann ja immer mal sterben…

Lange Tage sind vergangen, seit die Kinder es wissen.
Das große Kind geht mit der ihm angeborenen Ruhe an die ganze Sache heran. Es gibt inzwischen Listen mit Dingen, die für das kleine Baby noch besorgt, genäht, gebastelt werden sollen. Durch und durch Kopfkind eben.

So nebenbei sah sie mich gestern an und fragte vorsichtig: „Kann es denn jetzt noch sterben, so wie damals…?“
Ich bin dankbar, dass sie von 5 nicht ausgetragenen Babys nur ein einziges mitbekommen hat. Das reicht. Das reicht wirklich für so kleine Menschen.

Ich muss nicht nach dem Schwangerschaftstest sofort zu meinen Kindern rennen und ihnen mitteilen, dass sie ein Geschwisterchen bekommen. Sie gehen teilweise unbefangener mit dem Tod um als wir, machen weiter, können ihn als naturgegeben hinnehmen und leben einfach ihr Leben mit Streit, Tränen und Lachen weiter, während wir in der Trauer hängen… aber sie können es eben _nicht_ einfach so verarbeiten.
Es bleibt auch an ihnen hängen, kleben, verfolgt sie. Je nach Temperament, je nach Charakter ganz unterschiedlich, ganz anders, aber es bleibt. Der Tod hinterlässt seine Spuren in jedem von uns.

Und als Erwachsene haben wir entschieden, dass wir Schwangerschaften erst einmal für uns behalten. Eine Fehlgeburt zu erleben, bei der man einfach nur blutet, ist ein himmelweiter Unterschied zu einer, bei der man ein kleines Kind in der Hand halten kann. Und das ist noch mal ein riesengroßer Unterschied zu einer Geburt, bei der ein normal großes Kind tot geboren wird.

Und so teilen wir ihnen die Nachricht irgendwann dann mit, wenn das Kind nicht nur gefühlsmäßig begriffen werden kann sondern eben im Falle eines Todes auch tatsächlich da ist.

Man kann sich vortrefflich darüber streiten, was nun schlimmer ist, ich mag darüber kein Urteil fällen. Es ist einfach ein Unterschied.

„Ja, es kann noch sterben.“, antworte ich also schlicht und blicke in ihre braunen Augen. Sie wendet sich kurz ab, räumt ein wenig auf ihrem Schreibtisch herum. Blickt mich wieder an. „Das wäre doof.“, sagt sie.

Ja, nicke ich. Das wäre richtig doof.

Die beiden ungleichen und doch so gleichen Zwillinge im Geiste machen sich dieser Tage einen Spaß daraus, den anderen zu übertrumpfen, wenn es darum geht, was man mit dem Baby alles nicht machen darf, wenn es erst mal bei uns ist. Der Kobold war erst 2, als die Motte zu uns kam und so wird dies sein erstes richtiges Baby.

„Man darf es nicht einfach fallen lassen“, verkündet er wichtig. „Oda mit dem Zaubastaaaab haun!“, triumphiert die Motte, während sie ungerührt weiter mit selbigem auf den großen Bruder einschlägt und Abakackadabraaa murmelt.

„Oder man darf das Baby nicht mit Gummibärchen füttern! Dann bekommt es Bauchweh!“, kreischt der Kobold, reißt den Stab an sich und setzt sich auf seine kleine Schwester.

„Die sind NUUUUR für uns!“, übertönt die Motte ihn. „Und es darf nicht allein über die Straße gehen!“, fügt sie noch keuchend hinzu, während sie ihn wieder runterschubst.

„Stimmt. Dann ist es tot.“, sagt der Kobold.

Wir schweigen alle einen kurzen Moment.

„Aber man kann ja immer mal sterben“, sagt er leise.
„So wie Uropa. Der hatte einfach zu oft Geburtstag.“

Empathie oder Elite [wer die Wahl hat…]

Jahrgangsbeste, Jüngste, Leistungsstärkste, Begabteste, Sozialste…
Die Liste ist lang. Und das große Kind, das mir geistig so ähnlich ist, scheint einen vorgezeichneten Weg gehen zu sollen. Gymnasium, ein anspruchsvolles natürlich. Noch ein Jahr haben wir, aber seit drei Jahren stehen die Zeichen gleich. Immer die gleichen Gespräche, immer die gleichen Worte, immer, immer, immer… Mehr, mehr mehr.

Inzwischen Sonderunterricht beim Direktor, um die Stärken und Begabungen noch weiter auszubauen. Noch mehr Schule, noch mehr geistiges Futter für diesen unersättlichen und nimmermüden Geist.

Kinder sind keine Fässer, die gefüllt, sondern Feuer, die entzündet werden müssen…

Der Satz begleitet mich schon so lange und prägt mein Verständnis von Erziehung und dem Umgang mit meinen Kindern.
Und dann ist da dieses Kind, das beim Eintritt ins Gymnasium gerade mal 9 Jahre alt sein wird. Zukünftige Elite auf Kosten einer Kindheit?
Ich komme aus einem Zuhause, in dem dies immer propagiert wurde. Ich wusste, wo mein Platz sein würde. In der Führungselite. Nur dort.

Ich brachte mit aller verbliebenen Arroganz das Abitur zu Ende, als Jüngste, zog meine Hosen runter und zeigte allen meinen nackten Hintern, den Mittelfinger und ging.
Weg. Weg von zuhause, weg von meinen Eltern, bloß weit weg von Studium und Ausbildung und allem, was immer vorgezeichnet war. Weg.
Ich fing an zu leben und ich lebte das Leben bis ans Maximum. So hoch ich flog, so tief fiel ich auch. Und doch, immer aufrecht, auch auf Knien noch. Für mich gab es nur Extreme.

Dies wurde mir von klein auf so konsequent eingetrichtert, dass mein Ausbruch mit 18 so verständlich wie verheerend war.

Meine Tochter kommt vom anderen Ende. Sie wird nicht misshandelt, nicht geschlagen, sie wird geliebt, beschützt und unterstützt in dem, was sie will und braucht. Ich weiß nicht, ich kann mir nicht einmal vorstellen, was diese umgekehrten Vorzeichen in mir ausgelöst hätten. Hätte ich meinen Weg frei gewählt? Denn das habe ich nicht.
Das Gegenteil dessen zu tun, was das Gegenüber will, zeugt von großer Abhängigkeit.

Mein Bauch schweigt still. Ich kenne die Gefahren, ich weiß, wie es ist, als Kleinste, als Beste, ich weiß, dass man irgendwann eine Strategie entwickelt um zu führen oder untergeht. Als Streber, als Arschloch. Ich war nie Streber, nie Arschloch. Ich war die Coole, die Gepiercte, die Tätowierte, die Grenzgängerin, die bei Arbeiten im Lateinleistungskurs einfach ein leeres Blatt abgab, weil das den Schnitt nur minimal beeinflusste, wenn ich mal keinen Bock hatte.

Nein, so soll es nicht sein.

Ich wünsche mir für meine Tochter sowohl optimale Bedingungen, ihr Wissen und ihren Geist zu entwickeln, wie ich ihr eine behütete Kindheit wünsche. Nicht ohne Probleme, nicht ohne Steine, aber eben doch ohne das Gefühl, gefangen zu sein und nicht wählen zu können.

Eine Umgebung, die sie fordert und die nicht nur ihr Gehirn sieht. Menschen, die sie ganzheitlich unterrichten, die einen Plan und ein Konzept und Moralvorstellungen haben.
Moralvorstellungen…
Moral ist eine Hure…

Ich bin zynisch geworden. Scheißwelt.

Gespür [Lügen]

Ich weiß, dass sie es fühlt. Dieses Kind wurde 9 Monate unter meinem Herzen getragen und die ersten Jahren waren so dicht und so eng und so reich an Gefühl und Gedanken, dass da ein Band geknüpft wurde, das zwar immer weiter gedehnt wird, aber auch noch nach achteinhalb Jahren so dicht ist, dass Lüge unmöglich ist. Sowohl ihre als auch meine Lüge.
Und ich spüre seit Beginn der Schwangerschaft ihre Blicke, ich spüre ihr Zögern, wenn sie meinen Bauch streichelt, wenn mir übel ist. Ich spüre die Frage, die ich so gerne beantworten würde, wenn ich schon bereit dafür wäre.
„Du bist sehr kurzatmig seit ein paar Wochen, hm, Mami?“, fragt sie sanft und ich schließe für einen Moment die Augen.

So viele Schwangerschaften hat sie miterlebt mit ihren zarten 8 Jahren und leider hat sie vor Jahren auch die Blutspuren in der Wohnung gesehen, die ich hinterlassen habe. Das viele Blut… das Krankenhaus… die furchtbare Zeit danach…

Hmhmhmmm, antworte ich und sehe sie an. Ich sehe die Frage und ich lächle. Sie lächelt zurück und im Grunde weiß sie, so wie ich weiß… Aber sie wäre nicht sie, wenn sie laut fragen würde.
Sanft schiebt sie mich zur Seite, wenn mir etwas runterfällt und sagt sachte: „Lass nur, ich heb das schon auf. Ich mein ja nur, falls du dich im Moment nicht so gut bücken kannst.“

Laut und farbenfroh kommen die Erinnerung an die Schwangerschaft mit der Motte hoch, in der ich mich kaum bewegen konnte und aufmerksam blickt meine große Tochter in mein Gesicht. Sie weiß.

Und doch wartet sie auf mich, bis ich ihr geben kann, was sie hören möchte.
So kostbar.