Rollenbilder

Dass nun ausgerechnet MEIN Kind als einziges Mädchen unter Jungen auf dem Kindergeburtstag von der Mutter des Geburtstagskindes dafür „verantwortlich“ gemacht wurde, zu „melden“, wenn es Kämpfe geben würde oder sich jemand weh tun würde, finde ich unter aller Sau.

Ein wenig Schadenfreude kann ich trotz Wut nicht unterdrücken, weil sie nun ausgerechnet dieses eine Mädchen, das selber für sein Leben gerne kämpft und sich von keinem Jungen die Butter vom Brot nehmen lässt, dazu auserkoren hat, ein Rollenbild zu repräsentieren, das ihr weniger gar nicht passen könnte.

„Mama, ich hab immer feste getreten und geschlagen und wir haben total viel gekämpft. Das war total super. Cira sagte, ich bin dafür verantwortlich, das zu melden und das hab ich auch einmal gemacht, als Simon fast weinte. Muss man dann ja auch mal sagen, bevor sich einer weh tut. Als Cira wieder draußen war, haben wir dann weitergemacht.“

Kriegerin.

Puls

Die Schulen der Kinder rufen 15 Minuten nach Unterrichtsbeginn alle Eltern der Kinder an, die an diesem Tag nicht in der Schule erschienen sind. Was ich persönlich als hervorragende Regelung empfinde, verursacht dann umso mehr Puls, wenn das eigene Kind ganz normal und pünktlich losgegangen ist und um kurz nach 8 Uhr auf dem Display des Telefons die Schulnummer erscheint. Das ist nämlich fast eine Stunde Zeit und mehrere Kilometer Weg, in der und auf dem alles Mögliche passiert sein könnte. Schon halb mit Haustürschlüssel in der Hand hob ich ab und atmete erleichtert auf, als nur verkündet wurde, dass heute Stunden ausfallen.

Manchmal ist es fast unerträglich, das eigene Herz da draußen bei den Kindern so ungeschützt zu wissen.

Aufbruch

Ich habe im ganzen Leben des Tochterkindes vor ihr bis heute noch nicht ein (!) einziges (!) schlechtes Wort über den Mann verloren, der mich geschlagen, vergewaltigt, belogen, betrogen und beklaut hat.
Ihren Vater.

Und ich rechne mir das extrem hoch an, dass ich bei diese Disziplin aufbringe, den Kontakt zu ihm möglich zu machen, zu fördern, Verständnis für ihn aufzubringen und dem Tochterkind ganz grundlegenden Respekt im Umgang mit anderen Menschen zu vermitteln.

Das sind nun über 8 Jahre und meine Liste wächst. Aus Wut wurde in langen Jahren Gleichgültigkeit und daraus wurde in den letzten Monaten aus Gründen kalter Hass. Ich bin nicht stolz darauf, aber meine Gefühle gehören mir. Und so lange ich in der Lage bin, Geschenke für ihn auszusuchen, mit ihm zu telefonieren und mit dem Tochterkind über Besuche und Telefonate und sein Leben auf eine konstruktive Art und Weise zu sprechen, ist es völlig gleichgültig, was ich über ihn denke. Ich weiß, dass alles, wirklich restlos ALLES, was ich über diesen Mann sage und WIE ich mit ihm spreche, meine Tochter beeinflussen wird.

Und ihre Meinung über ihn muss sie sich selber bilden.
Meine Geschichte ist nicht ihre Geschichte.
8 Jahre Verspätungen, falsche Zusagen, Lügen, Unzuverlässigkeiten, emotionale Erpressung, Nachlässigkeiten und Gleichgültigkeit zeigen nun langsam Wirkung.

Ich werde ihr auf ihrem neuen, selbstgewählten Weg zur Seite stehen.
Aber gehen muss sie ihn selber.

Traditionsbruch

Niemand darf wissen, wieviel Papa trinkt.
Niemand darf wissen, dass er dann Auto fährt.
Niemand darf wissen, was dein Opa gemacht hat.
War ja auch nicht oft und er hat dich ja auch nicht vergewaltigt oder so.
Niemand darf wissen, dass wir diese Tabletten nehmen, du willst doch nicht, dass die Leute reden, oder?
Niemand darf wissen, was wir hier tun.
Niemand darf erfahren, was du weißt schon wer getan hat.
Niemand darf wissen…
Hörst du…
Leises Flüstern, todbringende Geheimnisse.
Ich habe mein Schweigen als Kind nie gebrochen.
Ich war ein guter Geheimnisträger … Gefangener einer Tradition, die nur dem Leid und dem Hass und dem Tod verpflichtet war.

Ich versuche, meinen Kindern zu vermitteln, dass sich Geheimnisse IMMER gut anfühlen müssen, sonst müssen sie nicht bewahrt werden.
Ich glaube fest daran, dass dies eine der wichtigsten Erkenntnisse überhaupt ist, um nicht Gefangener seines eigenen Wertesystems zu werden.
Ein Geheimnis, das belastet, darf keines mehr sein.
Man darf es freilassen, ohne Verrat zu begehen.
Man darf ein Versprechen brechen, bevor man selber daran zerbricht.
Sie müssen mir nichts versprechen.
Ich unterbreche sie mitten im Satz, weil ich diese Verpflichtung nicht von ihnen hören will.
Sie sind nur sich selber Rechenschaft schuldig.
Im Gegenzug verlange ich auch keine Versprechen.
Wenn man etwas versprechen muss, ist es nichts wert.
Es ist in den allermeisten Fällen der letzte oder gar wiederholte Versuch, jemanden von etwas zu überzeugen, an das man selber nicht glaubt.

Von einem Kind ein Versprechen abzuringen, dass es in der Zukunft (!) etwas tun oder nicht tun wird, ist geradezu wahnsinnig und aberwitzig.
Die Gesellschaft akzeptiert seltsamerweise lieber nach jedem Streit, dass man sich verspricht, dies und jenes „nie wieder“ zu tun, als ehrlich zu sagen: natürlich kann das noch mal vorkommen.
Geheimnisse und Versprechen fallen in dieselbe Kategorie. Idiotie.

Es gibt eine Ausnahme: positive Geheimnisse. Wenn wir hier wochenlang rumkramen und tuscheln und geheimnisvoll tun, weil jemand Geburtstag hat. So schwer die Kinder sich damit tun, nicht damit herauszuplatzen (und es funktioniert bei weitem nicht häufig), genießen sie es doch. Das ist für mich eine ganz andere Baustelle.
Ich breche auch hier die Tradition, die ich kenne und als ich vor einiger Zeit mal wieder hastig eine Kiste mit vorbereiteten Überraschungen schloss, kam meine Tochter herein und beim Erfassen der Situation stahl sich ein Lächeln auf ihr Gesicht.

„Mami? Ich LIEBE es, dass du so viele Geheimnisse vor uns hast. Und ich freue mich jedes Mal darauf, wenn wir eines entdecken!“

Zeit, die Wunden schließt.

Diagnosewahn

Das große Tochterkind sprach nicht.
Sie wurde ein Jahr alt, anderthalb Jahre alt… und sprach nicht. Nicht Mama, nicht Ja, nicht Nein, nichts.

Ich wusste, dass sie mich verstand.
Sie befolgte Anweisungen, antwortete mir in Zeichensprache, die sie aus meiner Hundeerziehung kannte und auch ansonsten waren wir so eng beieinander, dass das nicht weiter wild war.

Das interessierte den Arzt aber nicht oder war jenseits seines Verständnisses. Wie es beim ersten Kind so ist, vertraut man seinem Gefühl oft nicht so sehr wie den Leuten, die eigentlich Ahnung haben sollten und so landeten wir auf Anregen des Kinderarztes (Nicht mal „Mama“?? Oder „Nein“??? Oh mein Gott, da müssen wir was TUN, vielleicht ist sie taub!!) in der pädaudiologischen Klinik der nächsten Großstadt.
Pädaudiologie – ein Wort, das ich bis vor 9 Jahren noch nie in meinem Leben gehört hatte.

Mit der Unsicherheit einer jungen Erstlingsmutter fuhr ich mit dem kleinen Tochterkind in die sehr große Klinik und fühlte mich komplett verloren und verlassen.
Wir mussten nicht lange warten und das Tochterkind, das ohnehin sehr schüchtern war, drückte sich an mich.
Nachdem der erste Experte mit uns sprach und die ganze Zeit versuchte, das Tochterkind mit Zwang von mir wegzuholen, das den Kopf in meiner Armbeuge versteckte, fragte er, ob „das Kind“ schon mal auf Autismus getestet worden wäre.
Ich riss die Augen auf und sah ihm nach, wie er mürrisch murmelnd aus dem Raum ging.
Das Tochterkind sah auf und nahm die angebotenen Malsachen, um ein bisschen zu malen, jetzt wo keiner mehr da war.
Eine Frau im Kittel kam zu uns und setzte sich neben uns. Sagte aber nichts, wofür ich sehr dankbar war. Sie legte den Finger an die Lippen und bedeutete mir, still zu sein, während sie Kontakt knüpfte und Notizen machte.
Endlich ein vernünftiger Mensch, dachte ich, als Experte Nr.3 plötzlich hereinkam und verkündete, dass jetzt ein Test durchgeführt werden würde, bei dem ich nicht dabei sein dürfe.

Ich sagte, dass ich mit meiner Tochter darüber sprechen würde, ob sie dazu bereit wäre und dann würde ich diese Entscheidung treffen.
Er zog die Augenbrauen hoch und sagte: „Ich denke, das Kind spricht nicht.“ Ich antwortete pampig, dass meine Tochter aber durchaus hören und mich verstehen könne, woraufhin er antwortete, das würde er ja gleich testen.

Ich erklärte dem Tochterkind, was geschehen würde und sie legte die Hand aufs Herz und klopfte zweimal. Das war mein stilles Zeichen für meinen Hund, bei mir zu bleiben.
Ich antwortete, dass sie alleine gehen müsste.
Sie streckte die kleine Hand aus, tippte mich sachte an und zeigte mit der Handfläche schräg zu Boden. Dasselbe, was ich mit dem Hund machte, wenn er warten musste.
„Ja, ich bleibe hier und warte auf dich, Süße.“

Experte Nr.1 und Experte Nr.3 standen inzwischen in der Tür und starrten. Die Frau in weiß streckte die Hand aus und fragte meine Tochter, ob sie mitkommen würde.
Sie ergriff ihre Hand und ich betete, dass sie dort in guten Händen sein würde.
Eineinhalb Stunden später war ich ein Nervenbündel, als meine strahlende Tochter durch die Tür kam, begleitet von der Frau in weiß und vier (!) weiteren Ärzten.
Im folgenden halbstündigen Gespräch wurde mir eröffnet, dass man meine Tochter für hochbegabt halten würde und gerne weitere Tests mit ihr machen würde.
Hören würde sie sehr gut. Warum sie nicht sprechen würde, konnte niemand sagen, nur vermuten.
Ein weiterer Experte sollte hinzugezogen werden.
Ich fuhr ziemlich erschlagen nach Hause und erholte mich eine Woche, bis ich dem arrogantesten Menschen dieser Welt nach meinem Vater begegnen sollte.

Herr Professor Dr. Ingoranz befragte mich nach meiner Lebenssituation und urteilte nach 10 Minuten Gespräch, in denen ich auf verschiedene Arten gedemütigt und verurteilt wurde, dass meine Tochter ganz bestimmt nicht hochbegabt sei sondern ich eine überbehütende Glucke sei und dies auch eine Form der seelischen Misshandlung darstellen würde.

Bumms. Das saß.

Ich würde ihr keine Möglichkeiten geben, die Notwendigkeit des Sprechens zu erkennen und sie damit in ihrer Entwicklung behindern.
Ich stand auf und ging. Als ich zuhause war, kamen die Tränen und ich drückte dieses kleine Menschenbündel an mich und schwor ihr, sie zu so einem Mist nicht mehr mitzunehmen. Sie legte meine Hand auf ihren Brustkorb und ihre Hand auf mein Herz und schloss die Augen.

Ich musste daran denken, als ich das letzte Mal bei unserem jetzigen Kinderarzt war und von der Arzthelferin im Beisein des Arztes zu Herrn Honigs Verhalten befragt wurde. „Spricht er?“ – Nein. „Mama? Papa? Nein? Ja?“ – Nein. „Vielleicht nur ein oder zweimal? Mama zumindest?“ – Nein! „GAR nichts?“ – NEIN…

Unser Kinderarzt lachte herzlich auf, nahm ihr den Fragebogen aus der Hand und schmunzelte: „Er wird anfangen zu sprechen, wenn er etwas sagen will“.

Meine Tochter fing etwa einen Monat nach den Untersuchungen an, in Mehrwortsätzen zu sprechen. Ihr erstes Wort war „Girlitz“.

Den kannte sie nämlich aus ihrem Vogelkundebuch und genau so einer saß bei uns im Garten.

Aufklärung vs. Aufklärung

Ich habe in der fünften Klasse Emilia Galotti von Gotthold Ephraim Lessing gelesen und in einem halben Jahr Wort für Wort mühsam auseinandergepflückt und wieder zusammengesetzt. Interpretiert, oft geflucht und meine Liebe zu Literatur und dem, was sie bewegen kann, entdeckt. Mit einem hochmotivierten Deutschlehrer, der voraussetzte, dass ein hohes Leistungsniveau nicht vom Alter abhängt.

Meine Tochter liest jetzt in der fünften Klasse „Der Klassen-King“ von Elisabeth Zöller und diskutiert über Mobbing, physische und psychische Gewalt und sexuell diskriminierende Pornos.

Wir.bewegen.uns.in.eine.falsche.Richtung.
Ja, ich habe kein Verständnis für diese Buchwahl.
Ich habs gelesen und JA, ich habe KEIN Verständnis für diese Buchwahl!

Mehrwert statt Nährwert

Ich habe Kuchen für heute Nachmittag gebacken, der unglücklicherweise gerade dann fertig wurde, als der Kobold aus der Schule kam.

Ich hole das Ding aus dem Backofen, als der Kobold mit Tränen in den Augen ganz gerührt auf den Kuchen starrt und mit zittriger Stimme stammelt: „Oh Wahnsinn…MamiMausi! Du hast … KUCHEN … für mich zum Mittagessen gebacken! KUCHEN! MIT Schokolade! Ist.das.WAHNSINN, Mami. Du bist die tollste, abgefahrenste Mami auf der GANZEN Welt!“

[eingeknickt. habe die Pellkartoffeln und das Gemüse unauffällig zur Seite geschoben]

Still

Es ist keine gute Idee, mir deine Kehle so offen und nackt darzubieten, möchte ich dir zuflüstern. So schutzlos. Tu das nicht. Ich bin nicht perfekt, ich könnte es ausnutzen, dich verletzen, dich demütigen… Ich berühre diese zarte Babyhaut mit meinen Lippen und schließe die Augen. So viel Frieden. Du gluckst leise vor dich hin und kicherst ein wenig, ziehst die Schultern nach oben, schiebst mich weg und lächelst mich an. Dann beginnt das Spiel von vorne. Du reckst deinen Kopf nach oben, zeigst mir deinen Hals, siehst mich erwartungsvoll an, bis ich mich langsam wieder nähere und einen Schmatz nach dem anderen auf deine Haut drücke. Du machst wieder diese Geräusche und ich frage mich, wie das sein muss, so sicher… Ich tue dir Unrecht, wenn ich in diesem Moment darüber nachdenke, aber ich kann nicht anders. Ich möchte dir sagen, wie töricht es ist, sich so hinzugeben, doch ich bringe kein Wort über die Lippen. Kann diesen Moment nicht zerbrechen, spiele das Spiel mit dir, das mich so berührt und verstört. Dein Vertrauen macht mich atemlos und so wütend zugleich. Du reißt mit deiner Hingabe alle meine Mauern nieder, alle Mechanismen erstarren und die Seele hält den Atem an. Liebe. Das muss Liebe sein. Es kann nichts anderes sein. Ich vermute es, ich …weiß… es? Ich bin mir fast sicher.
Ich atme deinen Geruch ein und die Welt steht still. Du in meinem Arm, ich bei dir, du bei mir… Du seufzt leise und ich sehe auf. Deine Augen sind geschlossen.

Sachte leg ich dich an meine Schulter und genieße deine Wärme, während der Rest der Welt langsam wieder sichtbar wird.

Lebenslauf

„Denk nur daran, wie das in deinem Lebenslauf aussieht.“

Wenn ich diesen Satz höre, möchte ich gerne schreien. Als würde man leben, um etwas möglichst wohlformuliertes auf ein nutzloses Blatt Papier schreiben zu können. Die mit Abstand aufregendste, wildeste und unbändigste Zeit meines Lebens würde wohl jeden Berufsberater ohnmächtig vom Stuhl kippen lassen. Ich hab hart gearbeitet, Unmengen an Geld verdient, Urlaub gemacht und das Geld weggefeiert. Freizeit gehabt. Gelebt. Genossen.

Das ist Freiheit.

Wenn das Geld alle war, hab ich mir meinem momentanen Interessensgebiet nach eine andere Arbeit gesucht, die gut bezahlt war, hab die Tausender gestapelt und wenn es genug war, hab ich gekündigt und es mir wieder gutgehen lassen. Herrje, man lebt nur einmal. Und nie, nie, nie wieder ist man so jung und so hungrig wie um die 20 herum.

Wen interessieren diese Jahre bis 30, bis im Normalfall eine klare Vorstellung davon vorhanden ist, was man auch längerfristig tun will? Oder dass man genau das eben ablehnt? Keine Sau. Und wenn es Leute gibt, die einen dafür aburteilen, muss man sich die Frage gefallen lassen, ob es das wert ist, das eigene Leben nach anderer Leute Maßstäbe zu leben.

Das Tochterkind wird „berufsfördernd“ unterrichtet. Sie ist 10. Sie soll ungefähre Vorstellungen entwickeln, was sie tun will. Ihre Kompetenzen werden dahingehend untersucht, in welchem Berufsfeld sie arbeiten wird, um ihr Potential optimal nutzen zu können. Sie ist 10.

Die Motivation dieses Gymnasiums in allen Ehren. Der Rest – geschenkt. Die größeren Geschwister ihrer Freundinnen und Freunde stehen vor dem Problem, möglichst schon mit 16 wissen zu müssen, was sie die nächsten 50 Jahre ihres Lebens jeden Tag arbeiten sollen. Wie groß ist denn die Bürde, die wir unseren Kindern da auf die Schultern setzen?

Glücklich sein wäre ein Anfang. Sich um sich selber sorgen, sich kümmern, seine Belange kennen, seine Bedürfnisse erfüllen können. Das ist das Wichtigste. Einen offenen Geist haben. Und wenn das bedeutet, 20 Berufe auszuprobieren, bevor man sich für etwas ganz anderes entscheidet, dann ist das das Richtige. Das Einzige, zu dem ich sie ermuntern kann, ist, sich keine Möglichkeiten zu verbauen. Sie anzuleiten, ihr Potential zu entdecken und ihr die Freiheit zu geben, sowohl alles davon nutzen zu dürfen als auch nichts davon nutzen zu müssen.

Leben dürfen. In Freiheit.

08.01.2013

„Mama?“
Hm?
„Wir haben doch auch so ein Frühstückstablett, oder?“
Ich erinnere mich dunkel, dass wir mal so ein Frühstücks-Holz-Ding hatten, das aber immer umkippte und mit mehreren Kindern… und so …
Tochterkind, ich glaub, das haben wir weggeworfen.
„Ach. Schade.“
Wieso?
„Ach, ich dachte, wir könnten auch mal wieder damit im Bett frühstücken und uns das schönmachen, so wie früher, weißt du noch?“
Ich nicke, lächle und wir wenden uns wieder dem Mittagessen zu.
Ich finde das Gespräch irgendwie seltsam und frage, wie sie darauf kommt.
„Ach, wir haben uns über Weihnachtsgeschenke unterhalten und K. und C. haben erzählt, dass sie beide ein Tablett zu Weihnachten bekommen haben und da fiel mir ein, dass wir doch auch mal eins hatten.“

Ab heute dann hier im Haus: elektronische Aufklärungsarbeiten.